Festival, Top-Story: 06.05.2019

Filmtipps für das 34. Dokfest München 2019

Am 8. Mai 2019 begann das 34. Internationale Dokumentarfilmfestival München. 159 Filme aus 51 Ländern gibt es zu sehen.

Der Doku-Kameramann Hans-Albrecht Lusznat hat einige Filme schon gesehen und gibt hier seine ganz persönlichen Tipps ab.






Dokfest
Das Dokfest findet vom 8. bis 19. Mai statt.

Am 8. Mai eröffnet das 34. Internationale Dokumentarfilmfestival München mit einem Programm von 159 Filmen aus 51 Ländern. Die Eröffnung findet mit dem Film »The Whale and the Raven« statt. Das Münchner Dokfest ist eine Besuchererfolgsgeschichte mit kontinuierlichen Zuwachsraten: von 12.100 Besuchern 2011 wuchs der Zuspruch bis 2018 auf 45.500 Besucher.

Die Filme sind in eine Vielzahl unterschiedlicher Reihen aufgeteilt: Dok-Horizonte, Dok-Deutsch, Dok-Guest (Russland,) Dok-Fokus (HumaNature), Dok-Network (Afrika).

Die Attraktivität eines Festivals bemisst sich auch immer an den Preisen, die man als Teilnehmer gewinnen kann, schließlich kostet die Einreichung inzwischen Gebühren. Insgesamt gibt es 55.000 Euro in folgenden Kategorien zu gewinnen: VFF-Preis, Deutscher Dokumentarfilm Musikpreis, Arri Amira Award, SOS-Kinderdörfer-Dokumentarfilmpreis, FFF Förderpreis, Megaherz Student Award, Crew United Fair Film Award und BR-Kinokino-Publikumspreis.

Das 34. Dokfest München in Zahlen
Dokfest
159 Filme aus 51 Ländern gibt es zu sehen.
  • 159 Filme
  • 51 Länder
  • 30 Weltpremieren
  • 79 Deutschlandpremieren
  • 15 Wettbewerbe und Preise
  • 55.000 Euro Preisgeld
  • 20 Spielorte in München
  • 50.001 erhoffte Besucher

Neben dem Filmprogramm finden auch verschiedene Veranstaltungen im Dok-Forum statt, wo es diesmal um die Frage geht: »Alles Digital?« Die Fragestellung wird in verschiedenen Veranstaltungen zwischen den Gegenpolen Promotion oder Kommunikation, Streaming oder Kino, neue Formate oder/und Webserien diskutiert.

Die diesjährige Retrospektive ist Heddy Honigmann gewidmet, die von Amsterdam aus in der ganzen Welt arbeitet und hier sechs Filme aus ihrem Schaffen präsentiert.

Die Veranstalter erhoffen sich ein erneutes Besucherwachstum.

Die Auswahl der Filme, die Hans-Albrecht Lusznat, der Autor dieses Artikels, vorab gesehen hat, ist eher zufällig und auch nicht vollständig. Ähnlich wird es den Besuchern aber ja auch gehen: Wer kann schon 159 Filme innerhalb von 11 Tagen sehen?
Für Lusznat kristallisierte sich dennoch ein Aspekt heraus, den er für den momentan Zustand der Gesellschaft als bezeichnend ausmacht: Die Zerstörung der Gemeinschaft für den individuellen Vorteil. Mit diesem Grundthema beschäftigen sich nach seiner Einschätzung etliche Filme.
Er nennt einige Beispiele:
Kapitalgesellschaften haben weltweit Mieter als Rohstoff für ihre Wertschöpfungskette entdeckt und industrialisieren Mietverhältnisse in Richtung Leibeigenschaft und Sklavenhalterei. (»Push – Für das Grundrecht auf Wohnen«). Öffentliches Gemeineigentum weckt Begehrlichkeiten und soll gewinnbringend vermarktet werden (»Die Grube«). Die Natur muss den Interessen großer Konzerne weichen (»The Whale and the Raven« und »Die Rote Linie — Widerstand im Hambacher Forst«) und alternatives Miteinander scheitert letztlich an den Besitzverhältnissen (»O’ Pflanzt is — 6 Jahre Gemeinschaftsgarten«).

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Push, Die Rote Linie, Woodstock
Seite 3: Putin’s Witnesses, Bauliche Massnahme, Master of Disaster, 100 Million Views
Seite 4: Bellingcat, Rockabul, O’pflanzt is, The Whale and the Raven, Where man returns
Seite 5: Sie ist der andere Blick, Shooting, Die Grube, Gruyaert, War of Art

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