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Schätze retten: Das Glockenbacharchiv

Back to the roots: Der Dokumentarfilm-Kameramann Hans Albrecht Lusznat kehrte zu seinen Wurzeln im Videobereich zurück. Das ruft Erinnerungen aus den 1970er-Jahren wieder — und es entstand ein veritables Restaurierungs- und Archivierungsprojekt.

Ein paar alte Magnetbänder umzukopieren kann ja wohl keine große Sache sein? Wenn die Bänder aber aus den 70er-Jahren sind, dann schon.




Glockenbacharchiv, © Hans Albrecht Lusznat

Die Betriebserlaubnis der Glockenbachwerkstatt wurde im Herbst 1977 erteilt.

Also beschloss die Glockenbachwerkstatt, eine alternative, lokale Wochenschau zu produzieren. In dieser Stimmung ging es los, die Medienarbeit wurde als Bestandteil umfassender Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit verstanden.

Glockenbacharchiv, © Hans Albrecht Lusznat

Aus der Wochenschau wurde eine stetige Produktion.

Da passte es natürlich gut, dass Lusznat mit Freunden zusammen eine Videogruppe im Münchener Stadtteil Au gegründet hatte und mit der Unterstützung des Kulturreferats München eine Stadtteilwochenschau produzierte und in verschiedenen Kneipen des Stadtteils vorführte. Dieses erste Versuchsprojekt sollte in eine regelmäßige Produktion münden, und hierfür bot die Glockenbachwerkstatt auch einen passenden Raum.

Glockenbacharchiv, © Hans Albrecht Lusznat

Sichten und Texten am Videoarbeitsplatz.

Glockenbacharchiv, © Hans Albrecht Lusznat

Gemeinsame Sichtung der Wochenschau.

Ab Anfang 1978 entstanden dann mehr oder weniger regelmäßige Wochenschauen mit 30 Minuten Laufzeit. Für die Vorführtermine in der Glockenbachwerkstatt gab es fest vereinbarte Termine.

Glockenbacharchiv, © Hans Albrecht Lusznat

Aktuelle Themen im Viertel zu zeigen, war eines der Anliegen der Wochenschau.

Lusznat begann als freier Mitarbeiter auf Stundenbasis in der Glockenbachwerkstatt zu arbeiten. An den Donnerstagen fand dort die Redaktionssitzung statt.

Glockenbacharchiv, © Hans Albrecht Lusznat

Was als Einzelprojekt startete, wurde dann zu einer regelmäßigen Produktion.

Glockenbacharchiv, © Hans Albrecht Lusznat

Die Glockenbachwerkstatt mitten in München ist baulich fast unverändert, während sich das Umfeld auch architektonisch massiv verändert hat.

Nach Mitte der 1980er-Jahre schlief die aktive Medienarbeit langsam ein, die Zeiten hatten sich verändert. Nun ist die Wochenschau aus der Glockenbachwerkstatt ein Teil der Geschichte.

Das Glockenbacharchiv
Glockenbacharchiv, © Hans Albrecht Lusznat

Glockenbacharchiv: 46 Videobänder im Format EIAJ-1, Open Reel.

Einen Teil der produzierten Wochenschauen hat Lusznat in den 1980er-Jahren vor der Entsorgung gerettet. Die Bänder haben dann in einem Umzugskarton die Jahre überstanden.

EIAJ-1, Open Reel, historische Videobänder, © Nonkonform

Offene Videobänder von Sony und National (Panasonic).

Im Januar 2014 dann entschloss sich Lusznat, die alten Wochenschauen aufzuarbeiten. Die Wochenschauen waren mit einem der ersten tragbaren Videosysteme von Sony aufgezeichnet, einem Portapak, Modell AV-3400. Aufgenommen wurde dabei mit einem offenen Spulensystem (Open Reel, keine Kassette). Auf den 1/2-Zoll-Videobändern wurde im sogenannten Japan Standard 1 (EIAJ-1) gespeichert.

Glockenbacharchiv, © Hans Albrecht Lusznat

Die ersten portablen Videosysteme kamen in den 70er-Jahren auf den Markt. Für die Ewigkeit waren sie nicht gebaut …

Seite 1: Einleitung, Technik und Gesellschaft, Alternative Medienarbeit
Seite 2: Medienarbeit, Glockenbacharchiv
Seite 3: Rettung, Aufbereitung, Videoclip


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Autor: Lusznat, Voigt-Müller

Bildrechte: Hans Albrecht Lusznat (41), Nonkonform (4)

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