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»Jazzfieber«: Eine Reise durch 80 Jahre Musikgeschichte

Wie Reinhard Kungel mit Adobe Premiere Pro einen Dokumentarfilm über deutschen Jazz erschuf.


©Reinhard Kungel, rk film

Jazzfieber lief im Herbst 2023 in deutschen Kinos an und wurde von der Kritik begeistert aufgenommen.

Reinhard Kungel ist erfahrener Dokumentarfilmer und Regisseur – und privat auch begeisterter Musiker und Jazzfan. »2010 las ich eine Biografie über den jüdischen Gitarristen Coco Schumann aus Berlin«, erzählt er. Das war für ihn der Ausgangspunkt für seinen Film »Jazzfieber«, der aktuell in der Mediathek zu sehen ist. Denn bei der durch das Lesen angeregten Recherche fand er heraus, dass es keinen Film gab, der den deutschen Jazz umfassend thematisierte.

©Reinhard Kungel rk film

Reinhard Kungel (links) und Andreas Heinrich.

»Diesen Film musst du machen«, dachte er sich, stieß aber in den Redaktionen auf wenig Gegenliebe. »Bei Musik rollen viele schon die Augen und wenn es dann noch Jazz ist, geht meist gar nichts mehr«, so Kungel.

Der Filmemacher wollte schon aufgeben, doch als Andreas Heinrich 2013 als Koproduzent einstieg, machten sich die beiden Medienprofis mit viel Energie, Herzblut und Freude an die Arbeit und schafften es doch noch eine Finanzierung für den Film auf die Beine zu stellen – auch mit eigenen Mitteln. Das war der Beginn einer Reise in die Geschichte des Jazz in Deutschland.

Jazzfieber sehen

Jazzfieber kann man noch bis zum 29. Juli 2025 in der ARD-Mediathek sehen. Der Film steht aber auch als DVD bei Amazon, Saturn, Media Markt zum Kauf bereit.

Weitere Infos liefert auch die Website jazzfieber.de


Trailer Jazzfieber.
Die Dreharbeiten für Jazzfieber

Jazzfieber ist ein Langzeitprojekt. Viele der Protagonist*innen, darunter Musiker wie Rolf Kühn, Paul Kuhn oder Max Greger, leben heute bereits nicht mehr.

©Reinhard Kungel, rk film

Coco Schumann war eine der Inspirationen für diesen Film.

Doch zu Beginn der Dreharbeiten im Jahr 2012 konnten Kungel und sein Team all diese deutschen Jazzgrößen noch interviewen und ihre Konzerte aufzeichnen. Reinhard Kungel, der selbst auch Kameramann ist, drehte damals mit seinem Team mit drei Kameras – Canon XF300 und Sony XDCam in HD.

©Reinhard Kungel rk film

Reinhard Kungel wechselte im Verlauf der Produktion von HD zu 4K.

Von HD zu 4K

Während der Produktion wechselten Kungel und Heinrich zu Sony-Kameras (F55, FX6, FX3) und drehten in 4K. »Das war noch ganz am Anfang des 4K-Booms«, erklärt er. Doch die Technik brachte Herausforderungen mit sich: 600 MBit Datenrate bei 4K mit 50p ließen selbst die schnellsten Rechner ins Schwitzen kommen. »Genau deshalb arbeite ich prinzipiell immer mit den schnellsten Mac-Rechnern«, sagt Kungel und ergänzt: »Mit Apples Wechsel zu den M-Chips brach für mich ein neues Zeitalter in der Postproduktion an. 4K oder gar 8K in Premiere Pro zu schneiden, ist jetzt kein Problem mehr.«

©Reinhard Kungel, rk film

Jazzfieber ist ein Langzeitprojekt, viele Musiker sind mittlerweile verstorben.

Der Clou des Wechsels von HD zu 4K: Bei Konzertaufnahmen mit kleinem Budget konnte Kungel das Material croppen, »sodass ich im Grunde aus zwei Kameras plötzlich vier Einstellungen generieren konnte.« Das war für sein Projekt »Jazzfieber« sehr hilfreich.

Schnitt mit Premiere Pro

Kungel war bereits erfahren mit digitalem Schnitt. Seinen Einstieg hatte er mit Final Cut gemacht, wechselt aber später, als Apple Final Cut X eingeführt hatte, zu Adobe Premiere Pro. »Der Umstieg ist mir relativ leicht gelungen, ich war überrascht darüber, wie intuitiv Premiere für mich war«, erinnert sich Kungel. Premiere Pro passte gut zu seinem Workflow. Das war für ihn der Einstieg in die Adobe-Welt, in der er sich bis heute bewegt.

©Reinhard Kungel, rk film

Das Projekt in Premiere.

Riesige Materialmengen

Was als überschaubares Projekt begann, entwickelte sich bei »Jazzfieber« im Laufe der Jahre zu einem Mammutunterfangen: Insgesamt 8.935 Files selbst gedrehtes Rohmaterial und zusätzlich 292 Filme aus Archiven kamen zusammen. Rund 250 Stunden Material warteten am Ende darauf, zu einem flüssigen Film verarbeitet zu werden.

©Reinhard Kungel, rk film

Das sortierte Material. 

Native Verarbeitung

»Premiere war, wenn ich mich recht erinnere, das erste Schnittprogramm, das nativ alles verarbeiten konnte«, erinnert sich Reinhard Kungel. Diese native Verarbeitung verschiedenster Formate war auch bei seinem aktuellen Projekt von Vorteil. Kungel konnte Material von vielen Archiven weltweit, TV-Anstalten und während der Recherchephase auch YouTube-Clips direkt in die Timeline ziehen, ohne zeitaufwändige Transkodierungen vornehmen zu müssen. »Gerade am Anfang, wenn man noch nicht genau weiß, ob man dieses Material am Ende auch verwendet, sparte das Zeit«, so Kungel.

Der Workflow: Ein ausgeklügeltes System für 70 Stunden Material

250 h Ausgangsmaterial sind enorm viel. Wenn man das verarbeiten möchte, benötigt man dafür einen guten Workflow – und auch ziemlich viel Energie.

Reinhard Kungel hat beides. »Ich habe schon immer mit Mindmaps gearbeitet, das hat mir auch bei Jazzfieber weitergeholfen, um mir über die grundlegende Struktur des Films klarzuwerden«, erläutert er.

Die Detailarbeit war dann das, was viel Zeit und Energie kostete – und im Wesentlichen vier Phasen durchlief.

Seite 1: Idee und Workflow
Seite 2: Schnittphasen
Seite 3: Autotranskription, Fazit

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Autor: Christine Gebhard

Bildrechte: Reinhard Kungel rk film

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