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Weltpremieren beim Filmfest München 2026
16 deutsche Produktionen im Wettbewerb Neues Deutsches Kino
Vom 27. Juni bis 5. Juli präsentiert das Filmfest München im Wettbewerb Neues Deutsches Kino 16 Weltpremieren. Das Programm reicht von politisch engagierten Dramen über schwarzhumorige Familienkomödien bis hin zu dokumentarischen Arbeiten.
Gesellschaftspolitische Dramen
Zu den Romanadaptionen zählen »Identitti« nach Mithu Sanyals für den Deutschen Buchpreis nominiertem Roman – mit Sabrina Setlur in einer Nebenrolle – sowie »3 Kameradinnen« nach Shida Bazyars gleichnamigem Buch über Alltagsrassismus und rechten Terror. »Die Ballade von Mittwoch auf Donnerstag« testet in einer einzigen Kneipen-Nacht durch Köln den demokratischen Alltag. Die Dystopie »Morgen war Krieg« besetzt Ulrich Matthes und Enno Trebs als entfremdetes Vater-Sohn-Duo in einem politisch gescheiterten Europa.
Weibliche Perspektiven
Corinna Harfouch spielt in »Im Spiegel meiner Mutter« eine Archäologin, die nach dem Tod ihrer Mutter von verdrängten Wahrheiten eingeholt wird. »Die miserable Mutter« bricht das Thema Mutterschaft pop-art-bunt als Musical auf. Das Regiedebüt »Erinnerungen eines Waldes« folgt einer jungen Frau zwischen familiären Erwartungen und Selbstbestimmung, »Erzähl mir dein Morgen« rückt als unabhängige Produktion weibliche Freundschaft und ihre Zerbrechlichkeit in den Fokus.
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»Das Filmfest München steht seit jeher für alle Spielarten des Kinos. Dass wir diese Bandbreite auch bei unseren Weltpremieren abbilden können, ist für uns ein wichtiges Signal fürs Kino. In München kann man spätere große Leinwanderfolge und gleichermaßen neue mutige Stimmen des Autorenkinos zum ersten Mal entdecken.« Julia Weigl und Christoph Gröner
Künstlerisches Leitungsduo Filmfest München
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Satire und Eskapismus
»Bärenjagen« verhandelt die Mechanismen von Fake News im pseudo-historischen Vormärz-Setting. In »So Happy it Hurts« gerät eine Influencerin beim Reality-Dreh auf Bali in eine mysteriöse Dschungelkommune. Brezel Göring (Stereo Total) verfilmte auf Super-8 die Buchvorlage seiner 2021 verstorbenen Partnerin Françoise Cactus: »Für immer 16«. »Kalter Hund« beginnt als Geburtstagsfeier und endet als schwarzhumorige Familienabrechnung. August Diehl und Josef Hader suchen in »Schöne Seelen« an der Costa Brava nach einem Neuanfang, »Wurzeln und Flügel« schickt eine Straßenclownin mit ihrer kleinen Tochter auf eine Reise nach Italien.
Dokumentarfilm
»Hiddensee« beleuchtet die Ostseeinsel als Spiegel deutscher Geschichte von den 1920ern bis heute. »Rebecca Horn – Die Seele der Dinge« widmet sich dem Werk der 2024 verstorbenen Künstlerin.
Der Förderpreis Neues Deutsches Kino – dotiert mit insgesamt 70.000 Euro in den Kategorien Regie, Produktion, Drehbuch und Schauspiel – wird am 3. Juli vergeben. Nominierungen werden Mitte Juni bekanntgegeben.
Zwölf weitere Weltpremieren in den internationalen Sektionen
Neben den deutschen Wettbewerbsfilmen feiern zwölf weitere Produktionen ihre Weltpremiere in München.
In der Spotlight-Sektion stechen mehrere deutsche Produktionen hervor: »23.000 Leben« mit Louis Hofmann und Mala Emde erzählt die Geschichte junger Aktivisten, die mit einem eigenen Schiff Flüchtlinge im Mittelmeer retten – inspiriert vom realen Fall der Iuventa. »Block 10« mit Christian Berkel und Axel Prahl beleuchtet die medizinischen Experimente an jüdischen Frauen im KZ Auschwitz.
»Lieblingsmenschen« setzt auf Wohlfühlkino: Katharina Thalbach spielt eine 101-Jährige, die einen 28-jährigen iranischen Geflüchteten als Mitbewohner aufnimmt – nach einer wahren Geschichte. Der Dokumentarfilm »Simon Messner – Aus dem Schatten« begleitet den Sohn von Reinhold Messner bei einer Erstbesteigung in Pakistan, acht Monate nach der Geburt seines ersten Kindes. »Spaziergang nach Syrakus« schickt Charly Hübner als DDR-Bürger auf eine illegale Reise nach Sizilien – mit dem Ziel, danach auch wieder zurückzukehren. »Was haben wir gelacht« lässt Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Esther Schweins und Gaby Köster auf das Frauenbild im Unterhaltungsfernsehen der 90er und frühen 2000er zurückblicken.
Die weiteren Sektionen ergänzen das Premierenangebot mit internationalem Autorenkino: In CineVision läuft der iranische Film »Daydreaming Lullabies« über einen vertriebenen Philosophiestudenten, der seine Schwester zur Flucht drängt. CineRebels zeigt »Moodswing Whiskey«, ein US-amerikanisches Drama über einen Mann, der sich mit Gewalt nimmt, was ihm das System verweigert.
Unter CineCoPro laufen »Bruno – Der junge Kreisky«, ein österreichisch-deutsches Porträt des späteren Bundeskanzlers als jugendlichem Widerstandskämpfer im Wien der 1920er, »Die Gäste«, ein Roadtrip eines deutsch-spanischen Paares durch das Europa der 1970er, sowie »Transit Times«, das den Zerfall einer Künstlerfamilie im Moldawien der Nachsowjetzeit schildert.
In der Sektion International Independents schließlich läuft der brasilianische Film »Pitico« – ein Schwarzweiß-Werk über das Vergehen von Zeit.
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