Branche: 19.02.2013

Berlinale 2013: Mehr digital war nie

Die Anzahl der Filme, die während der Berlinale im Digital Cinema Format (DCP) gezeigt wurden, lag 2013 erstmals über 50%. Nur noch etwa 8% der Filme wurden im klassischen 35-mm-Format vorgeführt. Der Rest der insgesamt rund 2.500 Filmvorführungen, die während des Festivals und auf dem European Film Market programmiert wurden, waren digitale Videovorführungen. Die fortschreitende Digitalisierung der Filmbranche stellt die Berlinale auch vor komplexe technische und logistische Herausforderungen.

Vor diesem Hintergrund haben sich die Arbeitsprozesse für eine optimale Vorführung der Filme in den letzten Jahren stark gewandelt. Sämtliche digital eingereichten Filmbeiträge müssen zunächst komplexe Prüfprozesse durchlaufen und gegebenenfalls umgewandelt werden, um fehlerfrei abgespielt werden zu können. Die Distribution der Filme in die rund 60 Kinosäle der Berlinale erfolgt zunehmend digital.

Um eine konsistente technische Infrastruktur während des Festivalbetriebs zu gewährleisten und Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden, waren zahlreiche Umbauten in den Berlinale-Spielstätten notwendig. Der Bedarf an digitalen Projektoren, leistungsfähigen Server-Systemen und schnellen Datenleitungen ist in den letzten Jahren enorm gestiegen.

Diese Herausforderungen wären laut Veranstalter ohne die Unterstützung und Expertise zahlreicher Partnerunternehmen kaum zu meistern. Mit Barco, Kinoton, Doremi, DVS, Dolby, Colt und Arri unterstützten in diesem Jahr gleich sieben Unternehmen die Berlinale als offizielle Partner oder Supplier im Bereich Digital Cinema.

Barco unterstützt die Berlinale bereits seit zehn Jahren bei der technischen Ausstattung. In diesem Jahr stellt Barco gemeinsam mit Kinoton dem Festival in 19 Kinosälen hochwertige D-Cinema Projektionslösungen zur Verfügung und bot Rundum-Service für sämtliche Spielstätten. So sorgten unter anderem im Berlinale Palast, im Friedrichstadt-Palast, im Haus der Berliner Festspiele, im CinemaxX und im Martin-Gropius-Bau die D-Cinema-Projektionslösungen und der umfassende Service und Support von Barco und Kinoton für makelloses digitales Kino. Dabei kam erstmals auch der DP2K-10Sx Projektor zum Einsatz, der von Barco speziell für kleinere Kinos konzipiert wurde. So wurde etwa das Kino Tilsiter Lichtspiele im Rahmen der Initiative »Berlinale Goes Kiez« mit einem solchen Projektor ausgestattet.

Die Digital Cinema Server des amerikanischen Herstellers Doremi sind auch in deutschen Kinos weit verbreitet. Um eine einheitliche Server-Infrastruktur während der Berlinale zu gewährleisten, stellte Doremi 20 Server des Typs IMB ShowVault für einen reibungslosen Ablauf zur Verfügung.

Das deutsche Unternehmen liefert insgesamt drei Clipster-DI-Workstations zur Validierung und Vereinheitlichung der eingegangenen Digital-Files. Außerdem stellte DVS mit seiner Speicherlösung SpycerBox Flex einen leistungsstarken 30-TB-Speicher zur Verfügung.

Die Hardware von Doremi und DVS war an das Leitungsnetz des Kommunikationsanbieters Colt angeschlossen, die Übertragung von Dateien erfolgte mit bis zu 20 Gbps. Insgesamt stellt Colt eine Bandbreite von 32 Gigabit für die Übertragung von Berlinale-Filmen vom Film Office in die verschiedenen Spielstätten zur Verfügung. Das Netz wurde über die letzten Jahre kontinuierlich ausgebaut. Inzwischen sind rund 40 Kinosäle über Colt-Glasfasern mit dem Film Office verbunden.

Auch das Traditionsunternehmen Dolby feierte mit der Berlinale bereits das 10-jährige Jubiläum der Partnerschaft. Dolby unterstützte das Festival mit seinen innovativen, zukunftsweisenden Audiotechnologien und Dolby-3D-Lösungen.

Arri unterstützt mit seiner langjährigen Expertise im Bereich Digital Cinema das Festival etwa bei der Erstellung von KDMs für die unterschiedlichen Spielstätten der Berlinale. In diesem Jahr wurden so über 140.000 Schlüssel durch das festivaleigene Key-Management verwaltet und über das Colt-Netzwerk auf die D-Cinema-Server aufgespielt.

Technologie-Präsentationen

Barco und Dolby nutzten die Berlinale zudem als Plattform, um ihre technischen Innovationen vorzustellen: Barco präsentierte den 3D-Animationsfilm »The Croods« (Wettbewerb außer Konkurrenz) in einer Sondervorführung, bei der das neue Soundsystem Auro 11.1 zum Einsatz kam. Dolby präsentierte sein neues Atmos Surround-Tonsystem mit mehreren Veranstaltungen.

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Autor
red
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