2026_10_Blackmagic_Leader

Anzeige

Experimentierfeld Second Screen

Das Thema Second Screen interessiert Sie privat und persönlich nicht? Dann — bitte verzeihen Sie die Direktheit — haben Sie höchstwahrscheinlich Ihre Jugend schon ein Weilchen hinter sich gelassen. Die nachwachsenden Generationen, so legen es eigene Beobachtungen und Marktforschungsergebnisse nahe, sehen das Thema nämlich ganz anders. Der Großteil der jungen Fernsehzuschauer ist demnach parallel mit Handy, Tablet oder Laptop zugange, wenn die Glotze läuft.

Zumindest aus der beruflichen Perspektive wird Sie dieses Thema also mit höchster Wahrscheinlichkeit doch noch treffen, denn wenn Sie keine Affinität zum Broadcast-Bereich hätten, würden Sie wohl kaum diese Zeilen lesen — und wenn es nicht gelingt, auch in Zukunft jüngere Zuschauer an das Fernsehen zu binden, hat diese Branche schon bald ein wachsendes Problem.

Oft wird aus der eingangs behaupteten Entwicklung abgeleitet, man müsse Fernsehen und Second-Screen-Inhalte synchronisieren. Aber stimmt das überhaupt? Muss auf dem kleinen Schirm ergänzender Inhalt zum großen Schirm ablaufen? Oder machen die Endkunden auf dem Handy ohnehin nicht etwas ganz anderes, während parallel das Fernsehprogramm nur mehr einen Teil ihrer Aufmerksamkeit bindet? Lohnt es sich also überhaupt, Fernsehen und Second-Screen-Inhalte zu verknüpfen und zu synchronisieren? Oder reicht es aus, die gleichen Inhalte auf verschiedenen Kanälen verfügbar zu machen?

Hier wird man ohne Experimente nicht weiter kommen. Ein solches Experiment, das zumindest in eine der vielen möglichen Richtungen weist, ist das private Jugendfernsehen Joiz, das 2011 in der Schweiz gestartet ist und nun auch einen deutschen Kanal aus Berlin verbreitet. Joiz verbindet Fernsehen und Internet — und hier besonders die Social-Media-Bereiche — zu einer Multimediafusion mit vielen interaktiven Aspekten. Hier wird der Second Screen als Rückkanal genutzt, die Zuschauer können per Twitter, Facebook und Skype Feedback geben und in die Sendung eingreifen. Aber sie müssen es nicht und können ihr Tablet oder ihr Handy auch einfach für den monodirektionalen Konsum der Joiz-Inhalte nutzen.

Wohin geht die Reise? Es wäre albern und anmaßend, zu glauben, dass man das zum derzeitigen Zeitpunkt schon sicher sagen könnte. Derzeit basteln zweifellos ganz viele am integrativen, medienübergreifenden Ansatz — wer aber auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen will, der kann sich dabei eben auch ganz leicht verzetteln.

Gute Ideen mit wirtschaftlich tragfähigen Konzepten werden sich — zumindest für eine gewisse Zeit — durchsetzen. Diese zu finden erfordert aber Experimentierbereitschaft.

Sie werden sehen.

Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

Bildrechte: Samsung

2026_10_Aja_Leader

Anzeige

2026_10-Canon_rec

Anzeige

Most Popular

2026_10_Aja_rec

Anzeige

Newsletter

Keine Story mehr verpassen und
einfach den Newsletter abonnieren!

2026_10_Lawo_rec

Anzeige

PLATIN

NEP Germany
BFE
Sony Professional Europe
Clear-Com
AJA Video Systems
Adobe
TVN LIVE PRODUCTION
Mediatec
EVS
VIDI
TV SKYLINE
Riedel Communications
Broadcast Solutions GmbH
Panasonic Connect
EIZO
KST Moschkau GmbH
MoovIT GmbH
CGI Deutschland B.V. & Co. KG

Logic Roadtrip

Ein Event rund um softwarebasierte Medienproduktion. Gemeinsam mit sieben Technologiepartnern wird eine durchgängige Referenzarchitektur vorgestellt, Lösungsbeiträge werden eingeordnet und Erfahrungen aus der Praxis geteilt.
Diverse
2.-5. November

FKTG-Fachtagung 2026

FKTG-Fachtagung 2026.
Wuppertal
10. bis 12. November

Hamburg Open

Hamburg Open gibt KI eine eigene Zone, widmet Kamera- und Lichttechnik die Cine & Camera Area und baut mit dem Corporate Video Village den Bereich Unternehmensvideo aus.
Hamburg
20.-21. Januar 2027

ISE 2027

Die ISE 2027 wächst über Barcelonas Gran Via hinaus, geht stärker in Richtung Content, Kreativtechnik und Bildung – und holt mit einem eigenen Studio die Broadcast-Produktion in die Unternehmenswelt. Unter
Barcelona
2.-5. Februar 2027