Kurznachrichten: 19.02.2019

News: Kurz und knackig – KW 08.19

Die Deutsche Filmakademie hat einen neuen Spitzen-Mann. Nicht nur auf die »Blutsauger« darf man gespannt sein. ZDF.Kultur kommt wieder – als Online Kulturmarke. Laut einer Studie ist das »TV-Lagerfeuer« out – und weitere Nachrichten der letzten Tage.

Berlinale

Der scheidende Berlinale-Chef Dieter Kosslick unterzeichnete ein Pledge »5050×2020« für Geschlechtergerechtigkeit. Bis 2020 sind Leitungen und Auswahlgremien paritätisch zu besetzen sowie Zahlen zur Geschlechterverteilung bei Filmeinreichungen und –auswahl zu veröffentlichen. Für 2019 liegt bereits eine ausführliche Gender Evaluation zum öffentlichen Programm und den Gewerken Regie, Produktion, Drehbuch, Kamera und Montage vor.
Der Heiner-Carow-Preis der DEFA-Stiftung geht 2019 an die Berliner Dokumentaristin Annekatrin Hendel für »Schönheit & Vergänglichkeit«. Erinnernd an den DDR-Regisseur Heiner Carow (»Coming Out«) wird die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung an einen deutschen Film der Berlinale-Sektion Panorama vergeben.
Für »Blutsauger« wurde Julian Radlmaier beim Berlinale-Empfang des Verbandes Deutscher Drehbuchautoren (VDD) mit der Goldenen Lola für das beste unverfilmte Drehbuch ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist vom Kulturstaatsministerium mit 10.000 Euro dotiert. Je 5.000 Prämien-Euro gingen an Karen Köhler und Michael Venus (»Cowboy & Indianer«) und Hannes Held und Lisa Bierwirth (»Le Prince«).

Branche

Die ARD meldet nach eineinhalbjährigen Verhandlungen den Abschluss gemeinsamer Vergütungsregeln mit dem Verband Deutscher Drehbuchautoren und dem Verband Deutscher Bühnen- + Medienverlage. Eine neue Kombination aus Basis- und Nachvergütungen ersetzt das bisherige Verfahren für alle ab dem 1. Januar von ARD und Degeto beauftragten Produktionen. Der Anspruch auf Nachvergütung betrifft alle seit 2008 erstausgestrahlten Produktionen mit Buy-Out-Vereinbarung.
Der Verband vereinbarte Vergütungsregelungen für Telenovelas mit der ProSiebenSat1-Gruppe. Regisseure erhalten ab einer bestimmten Reichweite (Zuschauer, Internetklicks, DVD/BluRay-Verkauf) eine Erfolgsbeteiligung. Ebenfalls rückwirkend ist eine erfolgsabhängige Beteiligung an Vertriebserlösen.
Das Altersgefälle zwischen linearem TV und Abruf-AV bestätigt eine von nextMedia Hamburg beauftragte Studie. Ein weiteres Ergebnis: »Das TV-Lagerfeuer als klassisches Familienritual erlischt allmählich«: 48 Prozent der Deutschen schauen Bewegtbildangebote alleine. Bei den 18- bis 29-jährigen sind es 61, bei den 50- bis 65-jährigen noch 47 Prozent.

Broadcast

Vor zweieinhalb Jahren hat das ZDF seinen linearen Kulturkanal zugunsten des Jugendangebots Funk ausschalten müssen. Jetzt holen die Mainzelmännchen die Marke zurück – als Rubrik der Mediathek. Die Kulturinhalte des ZDF, von 3Sat und Arte werden ergänzt durch Partnerschaften mit 35 Institutionen, für die sich neue Präsentationsmöglichkeiten ergeben.
Der europäische Fußball-Dachverband UEFA will seine Videoarchive per Streaming vermarkten. Der wiedergewählte Präsident Aleksander Ceferin kündigte eine Online-Plattform an, die »in den nächsten sechs Monaten« – also zum Saisonbeginn – startet. Man bereite »historische Partnerschaften mit den auf diesem Gebiet weltweit führenden Unternehmen« vor.
Von der bayerischen Medienanstalt BLM bekam Discovery Communications die Genehmigung zur Verbreitung von 19 Programme für Skandinavische Länder. Das Unternehmen wolle im Zuge dieser Flucht vor dem Brexit neue Stellen im München schaffen.

Unternehmen

Netflix (3): Wie UFA und ZDF produziert auch X Filme Creative Pool einen Spielfilm für Netflix. Autor und Regisseur von »Isi & Ossi« ist Oliver Kienle (»Bad Banks«). Die Hauptrollen wurden mit Lisa Vicari und Dennis Mojen besetzt.
In sieben Ländern rund um den Globus hat Prime Video neues Serienmaterial beauftragt. Eine Order geht an Constantin Film mach Deutschland. Das Unternehmen will seinen Kinoerfolg von 1978 »Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo« seriell wieder auflegen. Leadautorin ist Annette Hess ( »Weissensee«), als Regisseur wird Philipp Kadelbach genannt.
Auch der Computerkonzern wittert ein Geschäft per Streaming und will – eventuelle schon im Mai – einen eigenen Dienst starten. Neben exklusiven Inhalten soll es auch Filme und Serien anderer Streamer geben. Mit Steven Spielberg und Oprah Winfrey soll es Content-Deals geben.

Personalia

Neuer Präsident der Deutschen Filmakademie ist Schauspieler UIlrich Matthes. Er folgt Iris Berben, die nach drei Amtszeiten auf eine Kandidatur verzichtete. Als Vorstandsvorsitzer agiert Produzent Benjamin Herrmann nach dem Ausscheiden von Philip Weinges aus dem Vorstand der Drehbuch-Sektion allein. Im neugewählten Vorstand vertreten u.a. Denis Behnke (Visual Effects) und Martin Langer (Kamera) die Sektionen des Verbandes.
Stefan Linz, seit 2009 in der FSK und dort bisher Leiter des Prüfbereichs und von FSK.online, wird neben Helmut Poschmann zweiter Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Linz folgt Christiane von Wahlert, die Ende März in den Ruhestand geht.
Das Stühlerücken in der RTL-Gruppe geht weiter. Tom Sänger, bei RTL für Show&Daytime und die Konzepte zahlreicher RTL-Marken verantwortlich, verlässt den Sender nach 18 Jahren auf eigenen Wunsch. Ihm folgt eine Doppelspitze des bisherigen Vox-Chefredakteurs Kai Sturm und Markus Küttner, bislang für Comedy & Real Life zuständig.
Die neue AG Media over IP leitet Niklas Brambring; der CEO von Zattoo steigt damit in den Vorstand des Verbandes ein. Die bisherige AG Terrestrik & Mobile Media wird beendet. Neu im Vorstand sind Joachim Abel (Telekom) und Stefan  Kunz (Sky).
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