Broadcast, Interview, Top-Story, Unternehmen: 21.07.2022

25 Jahre Logic Media Solutions

Logic hat sich vom klassischen Broadcast-Vertriebshaus zum erfolgreichen IT- und Cloud-Unternehmen entwickelt. Ein Blick auf 25 Jahre Firmengeschichte.



Bingemer und Gnad steigen ein

2005 hatte Logic erstmals Kontakt mit dem damaligen ZDF-Werkstudenten Christophe Bingemer, der an der FH Wiesbaden Fernsehtechnik studierte. Bei Logic erkannte man früh das Potenzial des jungen Mannes und holte zunächst Christophe Bingemer und im Jahr darauf seinen Studienkollegen Jens Gnad ins Unternehmen.

©Nonkonform, LOGIC
Jens Gnad und Christophe Bingemer stiegen 2006 ins Unternehmen ein.
Christophe Bingemer in jüngeren Jahren.

Die beiden etablierten sich schnell und zeichneten sich gegenüber Kunden und Herstellern durch ihre Kompetenz und ihre freundliche Art aus. Das entging auch der Geschäftsführung nicht, die in den beiden aufstrebenden Mitarbeitern schließlich ihre möglichen Nachfolger erkannten.

Ein entsprechender Vorschlag für die sukzessive Übergabe des Unternehmens wurde unterbreitet:

2019 übergab Gründer Bernd Poth (Mitte) Christoph Bingemer (links) und Jens Gnad die alleinige Geschäftsführung von Logic Media Solutions.

Nach fünf »Prüfjahren« sollten beiden Parteien entscheiden, ob Christophe Bingemer und Jens Gnad die Nachfolge der Geschäftsführung antreten sollten/wollten.

Das Ergebnis ist bekannt: Die beiden nahmen die Offerte an, ein mehrjähriger Übergabeprozess erfolgte. 2019 übergab Gründer Bernd Poth den beiden schließlich die alleinige Geschäftsführung von Logic Media Solutions.

©Nonkonform, WM 2006, Franz Beckenbauer
Mit der WM, die 2006 in Deutschland stattfand, nahm HD weltweit Fahrt auf – in Deutschland zunächst aber noch sehr zurückhaltend.
Die Technikwelt verändert sich

Schon vor ihrem Aufstieg in die Geschäftsführung erlebten Bingemer und Gnad bei Logic, wie sich die Branche veränderte. Digital löste analog ab, SD wurde seit 2006 über einen längeren Zeitraum von HD abgelöst, und immer mehr Bereiche in der Branche sollten automatisiert werden.

Logic hat etliche Aveco-Installationen realisiert.

Heutzutage verwendet man gerne den Begriff »Disruption«, um solche massiven Entwicklungen zu beschreiben. Doch wie auch immer man solche Entwicklungen nenne, die Quintessenz sei gleich: Man müsse sich eben anpassen, wenn man nicht selbst überflüssig werden wolle.

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Jens Gnad über Veränderungen. 

Jens Gnad nennt ein Beispiel dafür: »Als immer mehr Studioautomation bei den Broadcastern aktuell wurde, fanden wir mit Aveco ein tolles Produkt, das einen starken IT-Ansatz hatte. Doch irgendwann kam mit Mosart ein konkurrierendes Automatisierungs-Produkt, bei dem der Journalist im Vordergrund stand. Dieser Ansatz hat sich im Laufe der Jahre durchgesetzt.« Mit solchen Veränderungen müsse man sich dann eben abfinden und darauf reagieren.

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Logic: Vom Vertriebshaus zum Systemarchitekten.

»Nicht zuletzt aus solchen Entwicklungen resultiert es, dass wir uns in der vergangenen Dekade immer mehr vom reinen Vertriebshaus zum Systemarchitekt entwickelten. Ein anderer Aspekt war es, dass die Kunden angesichts einer immer komplexer werdenden Technik auch mehr Beratung benötigten, als dies früher der Fall war«, erläutert Jens Gnad.

Dekade der IT

Der Einzug von IT veränderte die Broadcast-Welt nachhaltig — und mit ihr auch das Business von Logic.

Mit Elemental hatte Logic einen Partner, der von AWS übernommen wurde.

Der Siegeszug von OTT-Unternehmen etwa deutete sich bereits vor über zehn Jahren an, und Logic sprang frühzeitig auf diesen Zug auf. Mit Elemental Technologies gewann Logic 2012 einen IT-Partner, dessen Produkte sehr leistungsfähig und bei vielen Kunden gefragt waren.

Die Demos zeigen Innovationen für verbesserte Workflows, wie Next-Gen-Transcoding, Content Protection, Personalisierung und intelligente Automatisierung.
AWS veränderte auch das Geschäftsfeld von Logic.

Als Elemental dann 2015 von AWS übernommen wurde, bekam Logic Kontakt mit dem aufstrebenden Cloud-Unternehmen AWS aus den USA. »Das war der Zeitpunkt, als wir begannen, uns intensiv mit Cloud-Themen auseinanderzusetzen und umfassendes Know-how in diesem Bereich zu erarbeiten, sodass wir 2016 schließlich zum AWS-zertifizierten Reseller und Berater wurden«, erzählt Jens Gnad.

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SDN war ein Thema, für das sich Jens Gnad schon vor Jahren in Deutschland stark machte.
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Christophe Bingemer erläutert, dass mit dem Thema Cloud auch die Postproduktion eine größere Rolle für Logic spielt.

Auch in einem anderen Bereich machte sich Logic frühzeitig stark für einen neuen IT-Ansatz. SDN, also Software Defined Networking, hielten die beiden Geschäftsführer schon vor Jahren für einen vielversprechenden Ansatz für die Broadcast-Industrie.

»2014 war es aber noch sehr schwer, Kunden für diese IP-basierte Technologie zu gewinnen und davon zu überzeugen, dass man sehr wohl eine Broadcast-Installation auf IP-Basis aufbauen konnte«, erinnert sich Jens Gnad. Das hat sich mittlerweile natürlich komplett umgedreht.

Die Cloud werde Standard für viele Anwendungen, ist sich Logic sicher.

Dass sich Logic damit schon frühzeitig beschäftigt hatte, beschert dem Unternehmen heutzutage aber gutes Business — auch wenn das vor zehn Jahren noch utopisch wirkte: Heute ist das mittlerweile fast schon zum Standard geworden.

Auch der Bereich Postproduktion ist in Zeiten von Cloud-Applikationen bei Logic verstärkt präsent: »Mittlerweile reden wir intensiv mit Adobe, weil wir insbesondere in der AWS-Umgebung immer mehr Cloud-Angebote in dieser Richtung anbieten«, sagt Jens Gnad.

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Ein Bereich, ein Partner: auch heute noch ein wichtiges Prinzip für Logic.
Eisernes Prinzip: Ein Bereich, ein Partner

Das Mediamarkt-Prinzip »Komm zu uns, wir haben alles«, hält Christoph Bingemer für ein Unternehmen wie Logic Media Solutions nicht für zielführend. Man könne nicht glaubwürdig mehrere konkurrierende Produkte aus einem Themenbereich im Vertriebs-Portfolio haben.

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Fairness & Kompetenz schrieb sich Logic schon im Gründungsjahr auf die Fahnen.

»Wir setzen stattdessen darauf, jeweils nur mit einem Partner zusammenzuarbeiten, und zwar mit dem, dessen Produkt wir für das Beste halten.« Das ermögliche es den Mitarbeitern, sich tief in die Materie einzuarbeiten und ein enges und vertrauensvolles Verhältnis zum Hersteller aufzubauen – und in der Folge die eigenen Kunden bestmöglich bedienen zu können.

»Im ein oder anderen Fall mag das unsere Chance einschränken, ein Projekt zu gewinnen. Insgesamt fahren wir mit dieser Leitlinie aber sehr gut«, findet Christophe Bingemer. »Wir gewinnen oder verlieren gemeinsam mit dem Hersteller«, ergänzt Jens Gnad.

Seite 1: Die Anfänge von Logic, Gründung von Lynx
Seite 2: Bingemer und Gnad steigen ein, IT und Clud kommen
Seite 3: Personal, IT, Vertrieb und Perspektiven


Autor
Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

Bildrechte
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