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RTL modernisiert Regie mit Lawo mc²96 und IP-basierter Infrastruktur
Die Regie wurde technisch neu aufgebaut, auf 5.1-Surround-Produktion umgestellt und für die Anforderungen zukünftiger Live-, Nachrichten- und Sportproduktionen ausgelegt. Es ist der nächste Schritt auf dem Weg in eine moderne, Home-basierte IP-Umgebung: Bereits zuvor hatte RTL News vier Tonregien mit Lawo mc²56 Konsolen und der Home Plattform ausgestattet. Die neu konzipierte TR 1 fügt sich nahtlos in diese Infrastruktur ein.
RTL News zählt zu den größten journalistischen Produktionsunternehmen Deutschlands. Am Standort Köln-Deutz entstehen täglich Formate wie RTL Aktuell, Punkt 12, Exclusiv, Extra sowie zahlreiche Produktionen für ntv und weitere Marken der RTL-Familie.
Wer die neue Tonregie 1 betritt, erkennt schnell, dass hier nicht einfach ein Mischpult ersetzt wurde. Die bestehende Umgebung wurde weitgehend entkernt und komplett neu konzipiert. Neben der Installation einer Lawo mc²96-Konsole erhielt die Regie eine neue Abhörumgebung, eine modernisierte Signalinfrastruktur und die Möglichkeit, Produktionen in 5.1 Surround umzusetzen. Damit können RTL- und ntv-Sendungen nun auch mehrkanalig produziert und ausgespielt werden.

RTL News hat seine Tonregie 1 (TR 1) am Kölner Standort mit einem Lawo mc²96 Audioproduktionsmischpult modernisiert.
Gleichzeitig wurde die Audioumgebung deutlich verschlankt. Zahlreiche Funktionen, die bislang über externe Hardware realisiert wurden, beispielsweise Auto-Leveling, Signalbearbeitung und Routing, sind heute direkt in der Produktionsplattform integriert. Lediglich spezialisierte Anwendungen wie Cedar zur Rauschunterdrückung und Waves Superrack für erweitertes Plug-in-Processing sind übrig geblieben. Die Waves-Plug-ins sind dabei vollständig in den Workflow eingebunden und können direkt über die mc²96-Konsole bedient werden.
»Unser Ziel ging über den Austausch eines Mischpults hinaus«, sagt Gerhard Ruberg, Leiter Audio bei RTL News und Projektleiter des Vorhabens. »Wir wollten eine Plattform schaffen, die längerfristig den Anforderungen heutiger Live-Produktionen gerecht wird und den Weg für zukünftige IP-basierte Betriebsmodelle bereitet.«
Entscheidung für die mc²96 Grand Production Console
RTL betreibt seit Jahren mehrere Lawo-Audiokonsolen und verfügt bereits über umfangreiche Erfahrungen mit mc²56-Systemen. Für die zentrale Tonregie entschied man sich für die mc²96, deren Bedienfeld für große Broadcast-Produktionen entwickelt wurde und die, wie alle mc²-Pulte, native SMPTE ST 2110-, AES67-, Ravena- und Dante-Workflows unterstützt.
Zu den Merkmalen gehören der direkte Zugriff auf die umfangreiche Signalbearbeitung und ein Bedienkonzept, das großformatige Touchscreens mit einer großen Anzahl von Hardware-Controls im zentralen Bedienfeld kombiniert. Dort stehen Funktionen wie Equalizer, Dynamikbearbeitung, Monitoring und Routing unmittelbar zur Verfügung. Gerade in Live-Situationen, in denen Sekunden über einen sauberen Sendungsablauf entscheiden können, ist dieser direkte Zugriff ein wesentlicher Vorteil.
»Im News-Betrieb müssen unsere Toningenieure oft augenblicklich auf veränderte Bedingungen reagieren können«, erklärt Ruberg. »Die mc²96 bietet genau die Direktzugriffe und Übersichtlichkeit, die wir für schnelle Entscheidungen im Live-Betrieb benötigen.«
Besonders deutlich wird das bei Nachrichten- und Magazinproduktionen. Unterschiedliche Mikrofontypen, spontane Schaltgespräche oder ungünstig positionierte Lavaliermikrofone erfordern oft schnelle Eingriffe während der laufenden Sendung. Mit der mc²96 lassen sich EQ-, Dynamik- und Pegelanpassungen unmittelbar umsetzen, ohne den Fokus auf die Produktion zu verlieren.
Auch die Skalierbarkeit spielte eine wichtige Rolle. Bei großen Sportproduktionen bewegt sich die Signalzahl inzwischen in Dimensionen, die vor wenigen Jahren noch undenkbar waren. Inklusive Kommandoverbindungen können bei einzelnen Produktionen bis zu 600 Audiosignale gleichzeitig anfallen. Das dafür erforderliche Processing stellt ein redundantes Paar von A-UHD Cores bereit, das umfangreiche DSP-Ressourcen und genügend Reserven für anspruchsvolle Live-Produktionen bietet. Für die optimale Nutzung der Ressourcen lässt sich die verfügbare Rechenkapazität flexibel auf mehrere DSP-Instanzen aufteilen. Dadurch können über dieselbe Core-Infrastruktur parallel weitere Audioproduktionen in anderen Regieräumen betrieben werden.
Migration unter Live-Bedingungen
Eine der größten Herausforderungen war die Umsetzung während des laufenden Sendebetriebs. Für den optimalen Projektverlauf wurde die neue Konsole zunächst in Tonregie 5 installiert. Dort konnten die Teams von RTL News und Lawo die komplette Konfiguration, sämtliche Signalwege und die neue Infrastruktur unter Realbedingungen testen.
Nach einer mehrwöchigen Test- und Trainingsphase übernahm die temporäre Regie sogar reguläre Produktionen. Erst danach wurde die bisherige Regie komplett modernisiert. Mit dem Umzug der mc²96 an ihren endgültigen Standort war die Migration abgeschlossen. Seit August läuft der reguläre Sendebetrieb vollständig aus der neuen Tonregie 1.
Von Baseband zu IP
Parallel zum Austausch der Konsole unternahm RTL News technologisch den Schritt in Richtung IP-basierter Produktion. Die bisherige Baseband-Lösung wurde durch eine moderne, IP-basierte Architektur ersetzt, die auf Lawo A-stage-I/O-Geräten, IP-Audiostreams und der Home Plattform für das Management der gesamten IP-Umgebung aufbaut.
Damit gewinnt RTL vor allem eines: Flexibilität. Studios, Regien und Audio-Processing lassen sich künftig deutlich einfacher vernetzen und bedarfsgerecht zuweisen. Gleichzeitig erhöht die neue Architektur die Ausfallsicherheit. Produktionsressourcen können bei Bedarf schnell auf andere Arbeitsplätze oder Regien umgeschaltet werden. Dass das Konzept funktioniert, zeigte sich bereits während der Inbetriebnahme. Auch kurzfristige Anpassungen der Produktionsabläufe ließen sich problemlos realisieren.
Erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt
Trotz eines anspruchsvollen Zeitplans konnte die Modernisierung erfolgreich im laufenden Sendebetrieb umgesetzt werden. Das Ergebnis ist eine Regie, die schnellere Arbeitsabläufe, größere technische Reserven und eine deutlich höhere Zukunftssicherheit bietet.
Mit der Kombination aus mc²96, A-stage und einer konsequent IP-basierten Architektur hat RTL die Grundlage für die nächste Ausbaustufe seiner Live-Produktion geschaffen – von täglichen Nachrichtenformaten bis hin zu komplexen Live- und Sportevents.
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