Messe, Top-Story: 02.10.2001

IBC2001-Produkte, Teil 08: De-/Encoder, Mischer, Server

Eine Auswahl neuer Produkte der IBC2001.

Axon: Neue Boards für Synapse
In das Synapse-Gehäuse mit 4 Höheneinheiten passen bis zu 18 Boards, die sich dann per Ethernet fernsteuern und konfigurieren lassen. Es gibt laut Hersteller keine Dip-Schalter mehr auf den Boards selbst, sondern es werden alle Einstellungen vom Frontpanel aus oder per PC vorgenommen. Zusätzlich zu den schon verfügbaren Boards stellte Axon zur NAB2001 ein GPI-Board mit 16 Ausgängen vor, einen analogen Audio-Verteilverstärker, zwei Glasfaser-Boards (Sender und Empfänger) und eine neue Setup-Software. Außerdem verfügbar: Ein kompakteres 19‘‘-Synapse-Gehäuse mit nur einer Höheneinheit, das bis zu vier Boards aufnimmt.
Neu ist bei Axon auch der SDL-3000, ein 10-Bit-Legalizer mit SDI-Ein- und Ausgängen. Der bietet laut Hersteller für alle Grundfunktionen eine simple, direkte Bedienung über Tasten auf dem Frontpanel. Es gibt am Gerät auch einen analogen Ausgang (RGB oder FBAS) mit Split-Screen-Darstellung von Ein- und Ausgangssignal. (Vertrieb: Videor Technical)

BarcoNet: GlasfaserBackbone und Video-over-IP-System
Der Glasfaser-Backbone iLynx eignet sich für den Highspeed-Transport von Video- und Audiodaten und ist aus Sicht des Herstellers besonders geeignet für Applikationen wie etwa interaktives Fernsehen. Durch das modulare Design versetzt iLynx den Anwender zudem in die Lage, seine Anwendung schrittweise auf- und auszubauen. Die iLynx-Plattform unterstützt offene Standards wie SDH und Sonet und lässt sich via Gateway mit anderen SDH/Sonet-Netzwerken verbinden. In der Schweiz wird iLynx vom Anbieter Cablecom auf breiter Basis eingesetzt: Cablecom nutzt dort BarcoNet-Equipment im Wert von 5 Millionen Euro.
Ein weitere Neuheit von BarcoNet ist ein Video-over-IP-System. Es setzt sich im Prinzip aus drei Komponenten zusammen: dem GigaLynx IP Backbone, dem iMux IP-to-ASI Gateway und dem Mercury-TV-Gateway. Die Kombination dieser drei Systemkomponenten ermöglicht es, IP-Netzwerke zu nutzen, um Videosignale von Servern via IP-Netzwerk in Form von Video-on-Demand anzubieten. Der schnelle Backbone GigaLynx sorgt dabei für schnelle Übertragung, denn GigaLynx bietet die 2,5fache Geschwindigkeit, die sich mit traditionellen Gigabit-Ethernet erzielen lässt. Die zweite Systemkomponente, das iMux IP-to-ASI-Gateway, sorgt dafür, dass sich die Video-over-IP-Lösung von Barconet in Kombination mit gängigen Kabel-Set-Top-Boxen nutzen lässt. Der Modulator/Scrambler Mercury, die dritte Systemkomponente, ist dafür verantwortlich, dass rund 250 Nutzer zeitgleich mit einem interaktiven Angebot versorgt werden können. Wichtig: Mercury kann mit den Servern aller wichtigen Hersteller zusammenarbeiten.

DVC: Software-IMX-Codierung, File-Transcodierung im Netz
Mit fortschreitender Software-Entwicklung und wachsender Rechnerleistung werden rein software-basierte Lösungen ohne Spezial-Hardware auch im Encoding-Bereich immer interessanter. Das zeigte DVC während der IBC2001 mit einer Erweiterung seiner SoftEngine-Lösung, die nun auch IMX-Files generieren kann. Auf einem schnellen, optimierten Rechner von FujitsuSiemens installiert, den DVC auf Wunsch mitliefert, können leistungsfähige, flexible Lösungen aufgebaut werden, die es unter anderem auch ermöglichen, dass andere Systeme direkt auf die erzeugten Files zugreifen. So lässt sich etwa das File-System von SoftEngine so justieren, dass Fast-Editing-Lösungen oder Leitch-Server-Systeme direkt via Netzwerk auf die generierten Files zugreifen können, ohne dass ein Im- oder Export nötig wäre.
Mit dem Thema Format-Transcodierung befasst sich auch eine weitere Lösung, die DVC während der IBC2001 in einer ersten Stufe demonstrierte: Die MediaReactor-Software von Drastic auf einer leistungsfähigen Dual-Processor-Maschine von FujitsuSiemens installiert erlaubt es, Files in Echtzeit umzuwandeln. Noch muss dieser Wandler-Station manuell mitgeteilt werden, welche Files sie in welches andere Format umwandeln soll. Geplant ist aber eine weitere Entwicklungsstufe: Das System könnte dann als Transcoding-Engine in einem SAN-Netz eingesetzt werden, würde dann automatisch alle ankommenden Files erkennen und sie in das im jeweiligen Netz gewünschte, durchgängig eingesetzte File-Format umwandeln. Auch der Einsatz als automatischer Ausgangs-Encoder ist dann möglich, der dafür sorgt, dass alle ausgespielten Files im gleichen Format ausgegeben werden.

EVS: SportNet auf LSM-Diskrecorder-Basis
EVS Broadcast Equipment zeigt mit SportNet ein Live-Production-System für mehrere Operator, bestehend aus mehreren vernetzten LSM-Diskrecordern. In Kombination mit der Software CleanEdit soll sich das System laut Hersteller besonders für schnellen und effektiven Sport-News-Schnitt eignen.

Grass Valley: Kameleon mit vielen Modularfunktionen
Kameleon ist ein Multifunktions-Signalprozessor, der unterschiedlichste Funktionen in einem einzigen, programmierbaren Modul integriert. Mit diesem Ansatz ist das Gerät vor allem für Anwender interessant, die mehrere Modulfunktionen benötigen und diese nun dank Kameleon in einem einzigen Modul unterbringen können, statt wie bisher in mehreren einzelnen Modulen. Bei der Planung von Ü-Wägen lässt sich auf diese Weise sehr viel Platz sparen. Kameleon soll es in zwei Basis-Systemen geben: eines soll ausschließlich digitale Signale unterstützen, während das andere digitale und analoge Signale verarbeiten soll. Zur Grundfunktionalität von Kameleon gehören laut Grass Valley Frame- und Audio-Synchronisation, Multiplexing und Demultiplexing, wobei der Anwender diese Funktionen einzeln oder kombiniert implementieren kann.
Die Profile-Diskrecorder-Reihe hat Grass Valley mit neuen Versionen und Funktionen erweitert: Die Version PVS1000 arbeitet mit MPEG-Kompression und langen GOPs, dieser Server eignet sich daher primär für Sendeabwicklung und Playout. Das ideale Einsatzgebiet der Variante PVS1100 sieht Grass Valley dagegen in der News-Produktion, denn dieser Server unterstützt DVCPRO, DVCPRO50 und ab sofort auch D10, also IMX. Mit dem PVS2000 schließlich hat Grass Valley einen Server für HD-Output im Programm. Wie der PVS1000 arbeitet auch der PVS2000 mit MPEG-2 und langen GOPs, erlaubt aber im Unterschied zu den beiden anderen Servern Datenraten von 20 bis 80 Mbps.
Den Aqua Internet Encoder, den Grass Valley zur NAB2001 erstmals vorgestellt hatte, gab es während der IBC2001 ebenfalls zu sehen – und zwar in einem deutlich kompakteren Gehäuse. Im Innern des »neuen« Aqua Internet Encoders ist nun hauptsächlich noch Intel-Hardware untergebracht, die mit der Software von Grass Valley zusammenspielt.

Harmonic: Transrater-Systeme sorgen für Stream Processing
Die Transrater-Produktfamilie (TR200, TR400) von Harmonic erlaubt die Transcodierung komprimierter MPEG-2-Ströme und kann daraus einen einzigen Programm-Stream für Broadcasting oder Re-Transmission generieren. Das Besondere daran: Eine gute Bildqualität soll auch dann erhalten bleiben, wenn verschiedenste Quellsignale zusammengefügt werden, dabei die Bitraten und Formate verändert und multiple MPEG-2-Ströme neu gemischt und gespeichert werden. (Dt. Vertrieb: Delta System AG)

Network: Kreuzschienen und Glasfasertechnik
Mit Kreuzschienen bis zu einer Größenordnung von 64×64 hat sich der norwegische Hersteller Network eher auf kleinere Installationen und Systeme konzentriert, wie sie in einzelnen Edit-Suiten und im Präsentationsbereich vorkommen. Thomson und Miranda sind OEM-Partner von Network in diesem Marktbereich. Mit neuen Bedienfeldern und einer einfach zu bedienenden Software konzentriert sich der Hersteller auch ganz klar auf diesen angestammten Bereich, der zudem mit neuen Modulen erweitert wurde.
So bietet die modulare Steuer-Software Thor eine einfache Oberfläche für die software-gesteuerte, grafische Konfiguration und Bedienung der Kreuzschienen.
Neu zur IBC2001 vorgestellt: eine 8×1- bis 8×8-Kreuzschiene für Y/C- oder RGBHV-Signale, wahlweise mit Stereo-Audio, zu Netto-Preisen zwischen 1.770 und 3.610 Euro. Noch ist unklar, ob diese neue Kreuzschiene Teil der Vikinx-Familie werden soll, oder eine separate Baureihe daraus entsteht. Steuern lässt sich die neue Kreuzschiene, die ab Dezember 2001 verfügbar sein soll, aber mit Vikinx-Bedienteilen, aber auch mit neuen Bedienteilen von Network, sowie mit Touchpanels von Crestron und AMX.
Neben der Vikinx-Produktlinie aus Kreuzschienen, Wandlern und Verstärkern bietet Network die Flashlink-Produktlinie an, die unter anderem auch Glasfaser-Module beinhaltet.

Optibase:Signalkonvertierung
Optibase präsentiert den MGW 3100. Mit diesem Gerät ist es möglich, die MPEG-2-Daten von DVB-Signalen in MPEG für IP-Gateways zu konvertieren. Idealerweise wird der MGW 3100 eingesetzt, um ursprünglich für TV-Zwecke kodierte Signale für IP-basierende Netzwerke aufzubereiten.

Snell & Wilcox: Neuheiten bei Mischern und Konvertern
SNELL & WILCOX präsentiert mit Skateboard eine Erweiterung für all seine HD- und SD-Mischer. Diese Erweiterung besteht aus einem Panel mit 112 zusätzlichen Buttons, angeordnet in vier Gruppen zu je 28 Buttons, die sich individuell programmieren lassen, etwa mit Makros, mit Recorder-Steuerfunktionen oder mit speziellen Mischerkonfigurationen.
Mit Golden Dave SD2524 führt Snell & Wilcox zudem einen neuen Standard-Definition-Mischer mit 2 1/2 Ebenen, 24 Eingängen und leistungsstarken DVE-Optionen ein.
Mit Alchemist Platinum präsentiert Snell & Wilcox einen qualitativ hochwertigen Signalkonverter mit HD-Option, der auf der Basis von Alchemist Ph.C weiterentwickelt wurde und etliche Funktionen bietet, die in Zusammenarbeit mit den Kunden und Anwendern von Alchemist entwickelt wurden.
Der Formatwandler ARC 20:20 eignet sich laut Snell & Wilcox optimal für Anwendungen, die extrem gute Qualität bei möglichst geringem Delay erfordern. ARC 20:20 arbeitet mit 10 Bit, ist bidirektional und verfügt über seriell digitale Ein- und Ausgänge.
Mit Quad DSK hat Snell & Wilcox einen vierkanaligen HD-Downstream-Keyer im Programm, der sich in Kombination mit allen eigenen HD-Mischern betreiben lässt. Quad DSK lässt sich direkt vom Switcher-Panel oder auch von einer Skateboard-Kontrolleinheit steuern.
Mit X-Streamist Ph.C zeigte Snell & Wilcox eine Technologie-Demo eines neuen MPEG-2 Long-GOP-Masteringsystems, das Metadaten in MPEG-Streams integriert. X-Streamist arbeitet mit dem Motion-Estimation-System, das Snell & Wilcox entwickelt hat und integriert zudem wavelet-basierendes Pre-Processing. Zudem unterstützt X-Streamist auch Metadaten wie etwa den Unique Material Identifier (UMID).

Downloads zum Artikel:

T_1001_IBC2001_Produktstory.pdf

Autor
C. Gebhard, G. Voigt-Müller
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