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Qvest zeigt größten interoperablen DMF-Showcase
Vom Konzept zur gelebten Praxis
Verglichen mit der NAB ist das DMF-Konzept auf der IBC deutlich weiter fortgeschritten, sagt Daniel Clasen von Qvest: Immer mehr Hersteller steigen auf die Architektur ein, entsprechend wächst die Adaption. Bei Broadcastern zeigt sich das laut Clasen zunächst in eigenen Testlabs: Sender wollen erst selbst Erfahrungen sammeln, bevor sie sich festlegen – vergleichbar mit den frühen Schritten anderer großer Technologiewechsel der Branche.
Daniel Clasen erklärt, warum DMF eine spannende Entwicklung ist.
Die Erwartungshaltung dabei sei vielfältig, so Clasen: Auf oberster Ebene verspreche man sich von softwaredefinierten Architekturen meist »mehr mit weniger« – operativ werde daraus aber schnell schlicht »weniger ausgeben«. Erst im zweiten Schritt setze sich eine andere Erkenntnis durch: Eine flexible, dynamische Systemarchitektur ermöglicht Content, der vorher wirtschaftlich gar nicht darstellbar war.
Über 50 Produkte, ein gemeinsamer Layer
Der Showcase am Qvest-Stand bildete die DMF-Architektur nach Clasens Worten »in ihrer reinsten Form« ab: eine Plattform, auf der jeder Hersteller mit seinen Produkten teilnehmen kann. Aktuell sind mehr als 50 Produkte von rund einem Dutzend Herstellern integriert. Verbunden werden sie über einen gemeinsamen Layer, den Media Exchange Layer, über den die Systeme Daten austauschen – etwa wenn eine Funktion ein produziertes Ergebnis an die nächste weiterreicht.
Bemerkenswert sei dabei vor allem die Geschwindigkeit: Auch Integrationen mit Produkten in frühen Entwicklungsständen laufen laut Clasen schnell und funktionieren zuverlässig. Er bezeichnet den Showcase als »Feuerprobe« für das System – nicht perfekt in jedem Detail, aber überzeugend in der Praxis.
Software Defined Production als Geschäftsmodell-Frage
Den zweiten Showcase-Teil versteht Qvest als Einstieg in das größere Thema Software Defined Production beziehungsweise Software Defined Broadcasting. Dahinter steht laut Clasen ein grundlegend anderes Denkmodell: Die Investition in Hardware bleibt nutzbar, unabhängig davon, welche Funktion heute oder morgen darauf läuft. Weil Funktion und Hardware entkoppelt sind, eröffnen sich der Branche neue Geschäftsmodelle.
Über einen reinen Proof of Concept hinaus rechnet Clasen in den kommenden sechs bis zwölf Monaten mit konkreten Anläufen – dann werde dauerhaft auf dieser Architektur produziert. Der Treiber dahinter ist für ihn eindeutig: Sinkender Zuschaueranteil und rückläufige Werbeerlöse im linearen TV erhöhen den Kostendruck kontinuierlich. Wer weiterhin an feste, fünf- bis zehnjährige Investitionszyklen gebunden bleibe, verliere die nötige Flexibilität – ein Modell, das nach Clasens Einschätzung schon heute an seine Grenzen stoße.
Qvest-CEO Thorsten Sauer über Fokussierung bei Qvest.
Qvest positioniert sich als Systemintegrator mit Beratungstiefe
CEO Thorsten Sauer zieht ein Resümee seiner Anfangszeit bei Qvest: Nach den ersten Monaten im Austausch mit Teams und Kunden weltweit sieht er für Qvest keinen radikalen Kurswechsel, sondern eine Schärfung des bestehenden Fokus: Qvest verstehe sich als global aufgestellter Systemintegrator, der früh beratend an der Seite seiner Kunden stehe – oft schon vor der eigentlichen Implementierung – und Kunden auch nach Projektabschluss weiter begleite, solange gewünscht. Je nach Bedarf deckt Qvest dabei einzelne Phasen ab: reine Beratung, Beratung plus Implementierung, oder den kompletten Weg bis zum langfristigen Support – abgesichert durch dedizierte Experten für die jeweiligen Bereiche.
Broadcast bleibt für Sauer das Kerngeschäft. Der strategische Fokus verschiebe sich jedoch klar in Richtung flexibler, kosteneffizienter Architekturen, die sowohl klassische lineare Inhalte als auch Social-Media-Content bedienen können. DMF sieht er dabei als einen der zentralen Bausteine auf Infrastruktur- und Orchestrierungsebene – neben weiteren Wachstumsfeldern, in denen Qvest bereits aktiv ist.





















