Messe: 22.04.2005

NAB2005: eTitle-Demo von TMR Digital

Die mit EU-Geld geförderte Untertitelungsinitiative eTitle wurde während der NAB2005 vorgeführt. Sie soll eine bessere pan-europäische Vermarktung von TV-Programmen und Filmen ermöglichen.

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1,35 Millionen Euro stellte die EU zur Verfügung, um im Rahmen ihres eContent-Programms eine Entwicklung zu unterstützen, mit der die Untertitelung von Programmen automatisiert und ausgeweitet werden soll. Seit einem Jahr läuft nun der Beta-Test des daraus entstandenen Produkts und nun führte die britische Firma TMR Digital das System im Rahmen der NAB2005 vor.

eTitle wurde von verschiedenen Partnern aus Europa gemeinsam entwickelt: der spanische Ableger von MTV, die tschechische DVD-Untertitelungsfirma LS Productions, ein Institut der Pompeu Fabra Universität in Barcelona, und der katalanische Broadcaster TVC (Televisio de Catalunya) arbeiteten mit TMR zusammen. TMR Digital leitet das Projekt und ist für Projektmanagement, technische Entwicklung und Vermarktung von eTitle zuständig.

Bernard Smith, bei der EU für dieses Projekt verantwortlich, erklärt den Hintergrund so: »Die Programmrechteinhaber in Europa brauchen eine Plattform, die Ihnen hilft, ihre lokal produzierten Inhalte besser zu vermarkten. Schnelle und effiziente Untertitelung ist eine entscheidende Komponente, wenn es darum geht, neue Märkte zu erschließen.«

eTitle soll Rechteinhaber, Broadcaster und Studios aus allen Teilen Europas in die Lage versetzen, ihren Content auch auf anderen lokalen Märkten zu verwerten. Das schließt nicht nur die Untertitelung in Fremdsprachen ein, sondern auch die Untertitelung für Gehörlose. eTitle arbeitet mit Spracherkennung von Virage und nutzt zusätzlich Technologien, die von der beteiligten Uni in Barcelona entwickelt wurden.

Neil Lane, Managing Director von TMR Digital: »Die Kosten, um Programme durch Untertitelung zu lokalisieren, waren bislang meistens so hoch, dass dies gar nicht erst erwogen wurde. Wir sahen großen, raschen Bedarf an einem kostengünstigen System, das große Mengen schneller Untertitelungen ermöglicht. Dafür nutzen wir ein web-basiertes Interface und können so die Vorteile sinkender Bandbreiten-Preise nutzen. eTitle soll den bestehenden Untertitelungsprozess ergänzen und verbessern.«

Technical Manager Tony Stott erklärt: »eTitle kann die Assets entweder über ein geschütztes Web-Portal verarbeiten, oder es kann direkt in die Infrastruktur des Kunden integriert werden. Die Nutzer können ihr Material digitalisieren, hochladen, und dann innerhalb der eTitle-Umgebung die Spracherkennung nutzen, Video und Scripts kombinieren, sowie Satzkompression und mehrsprachige Übersetzung verwenden.«

Das Produkt soll letztlich als Stand-Alone-Lösung oder als Plug-In angeboten werden. Es erzeugt Titel im Standard-STL-Format. Zusätzlich gibt es das neue ETL-Format, das kleine Tumbnail-Bilder mit den Untertiteln speichert.

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Autor
red
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