Branche: 23.02.2011

Pictorion Das Werk: SGO Mistika für Wim Wenders‘ Stereo-3D-Film »Pina«

Die Postproduktion von »Pina« wurde zu großen Teilen mit Mistika realisiert, wobei mit unterschiedlichsten Auflösungen, Formaten und Frame-Raten gearbeitet wurde.

Der neue Wenders-Film »Pina« ist eine Hommage an die verstorbene Choreografin Pina Bausch. Es handelt sich — neben einem Biennale-Architekturfilm — um die zweite Stereo-3D-Arbeit, die unter der Regie von Wim Wenders enstand — beide in Zusammenarbeit mit DoP Alain Derobe. Die Postproduction erfolgte bei Pictorion Das Werk.

Wim Wenders drehte »Pina« komplett in Stereo-3D und arbeitete dabei überwiegend mit HDC-1500-Kameras Sony.

Christian Troeger, DI Conform- und Finishing Artist, erläutert den Stereo-3D-Workflow in der Postproduction des Tanzfilms: »…wir haben uns dazu entschieden, jede Szene, von der wir glaubten, dass sie im finalen Schnitt eine Rolle spielen würde, in der maximalen Länge einzuspielen, um dann genügend Zeit für den Ingest der Dual Streams der rund 130 Originalbänder zu haben.« Er erläutert weiter: »In der ‚A-Mode‘-Timeline in Mistika platzierten wir alle Spiegel-Rig-Szenen und kreierten dann aus dieser Timeline einen DPX-Datenpool, der auf dem SAN-Storage gespeichert wurde, der wiederum zur zentralen Quelle für alle Systeme wurde, die an den Projekt arbeiteten. Auf diese Weise konnten wir mit Mistika in kürzester Zeit einen Offline-Schnitt in eine hochauflösende Stereo-3D-Timeline zu übertragen, so dass VFX und Grading-Department damit unmittelbar weiterarbeiten konnten.«

Das Depth Grading in Stereo-3D wurde innerhalb von zwei Wochen gemeinsam mit dem Stereo-3D-Pionier und Stereographen Alaine Derobe realisiert. Das Color Grading fand im selben Zeitraum in Mistika statt, sodass Wim Wenders und DoP Alain Derobe gemeinsam arbeiten konnten.

Aufgrund von Mistikas Oberfläche und der Processing-Power des Systems war es demnach möglich, dass Christian Troeger parallel auf einem Grafikmonitor im Anaglyph-Modus arbeiten konnten und die Projektion der Bilder zu testen, so der Hersteller. »Diverse Funktionen in Mistika waren bei diesem Prozess eine große Hilfe, weil sie es ermöglichten, in Echtzeit zu sehen, wie das Bild letztlich aussah. Gleichzeitig konnte ich aber an den Stellen, an denen es notwendig war, noch korrigieren«, erklärt Christian Troeger.

Auch das Stereo-3D-Framing realisierten Christian Troeger und Sven Heck mit Mistika für das 1:1,85-Bild. Normalerweise findet das in der Grading Suite statt, bei dieser Produktion ergab es aber mehr Sinn, alle geometrischen Änderungen, also etwa Framing, aber auch Stereo-Korrekturen oder Compositions, auf einmal im Mistika-Prozessbaum zu ändern. Mistika wurde zusätzlich auch für einige VFX-Shots verwendet, etwa, um Polarisationsprobleme zu lösen.

Schlussendlich wurden auch Untertitel in verschiedenen Sprachen mit Mistika umgesetzt, wobei die 2D-Titel in 3D-Setups konvertiert wurden und in einem zweiten Depth Grade noch optimiert wurden.

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Autor
red

Bildrechte
ZDF/Donata Wenders, SGO

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