Branche, Report, Top-Story: 11.03.2011

NHB: Aufwändige Postproduktion für Skoda-Werbespot

Beim aktuellen Werbespot für den Octavia-Kombi von Skoda musste NHB in der Postproduktion alle Register ziehen, um die Originalaufnahmen im gewünschten »Streetview«-Feeling flüssig und nahtlos in einem neuen Look zu kombinieren. Der Produktionsreport beschreibt und zeigt mit drei Videos, wo die Herausforderungen lagen und wie sie gemeistert wurden.

Das Konzept der Werbeagentur Leagas Delaney umfasste die kurze Fahrt eines Skoda Octavia durch eine Wohngegend. Links und rechts des Weges passieren unterschiedlichste skurrile Ereignisse, die zahlreiche Facetten des Lebens widerspiegeln. Regisseur Bram van Riet hat diese Grundidee zusammen mit der Filmproduktion Salt weiterentwickelt und bis ins letzte Detail ausstaffiert.

Im Zusammenspiel mit Leagas Delaney und Salt, war es die Aufgabe der Berliner Niederlassung des Postproduction-Hauses NHB, für diesen Werbespot die Optik von Google Streetview in Bewegtbider zu übersetzen. Der Look des Werbespots »Skoda Streetview« basiert sozusagen auf der Idee einer Streetview-Kamera in Bewegung und zeigt einen Skoda Octavia, wie er durch eine Welt voller skurriler Details und Randereignisse fährt.

Salt fand die passende Welt für »Skoda Streetview« unweit von Barcelona. Nhat Quang Tran von NHB begleitete das Projekt als VFX-Supervisor und erarbeitete mit Bram van Riet und DoP Stefan von Borbely in Barcelona ein Shooting-Konzept, das es erlaubte, die verschiedenen Locations später in der Postproduction unsichtbar miteinander zu verbinden. Die unterschiedlichen Himmelsrichtungen beim Drehen und die Lichtänderungen während des Tages waren dabei wichtige Variablen, die bedacht werden mussten.

Auf den Einsatz eines Motion-Control-Systems wurde verzichtet, da man hiermit die gewünschten, hohen Geschwindigkeiten der Kamerabewegung nicht hätte erreichen können, die das Team für »Skoda Streetview« geplant hatte. NHB erstellte, basierend auf vor Ort akquirierten Daten, eine detaillierte Prävisualisierung, die Aufschluss über die Realisierbarkeit des Spots mit den Vorgaben vor Ort erbrachten.

Gedreht wurde »Skoda Streetview« im September 2010. Aufgenommen wurde überwiegend auf Kodak-Film des Typs Vision3 mit einer Empfindlichkeit von 50 ASA im 4Perf-Modus mit 50 fps. Stefan von Borbely verwendete Objektive der Ultraprime-Baureihe von Arri, um die benötigten, extremen Perspektiven einzufangen.

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»Skoda Streetview« sollte die Wirkung einer One-Shot-Produktion haben, also keine sichtbaren Schnitte beinhalten, sondern aussehen, als wäre er in einem Stück gedreht. Hierfür mussten in der Postproduktion verschiedene Einstellungen angeglichen, kombiniert und verschmolzen werden. »Skoda Streetview« zeigt insgesamt vier Locations, das Material hierfür wurde aber an verschiedenen Drehorten ohne Motion Control mit verschiedenen Brennweiten auf unterschiedlichen Filmmaterialien gedreht. Zusätzlich wurde die Welt von »Skoda Streetview« in der Post um viele kleine Details ergänzt.

Bei NHB ist man stolz darauf, dass man für die Postproduction des Werbespots eine Lösung gefunden hat, die das Optimum im Sinne des Films darstellt — und nicht im Sinne einer einfachen Machbarkeit.

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Um die maximale Auflösung aus dem Filmmaterial zu bekommen, wurden die Originalaufnahmen am NHB-eigenen Arrriscan in 3K digitalisiert und gesäubert. Mike Friedland entwickelte am Color-Grading-System Lustre mit Bram van Riet den Look für »Skoda Streetview«.

Das Compositing fand an einem Nuke-System komplett in 3K statt. So konnte NHB die endgültige Bestimmung des Bildausschnitts bis zum letzten Tag der Bearbeitung am Finishing-System Flame offen halten. Außerdem war es den Machern wichtig, die volle Kontrolle über die Farben zu haben — und zwar über den gesamten Produktionsprozess hinweg. Die VFX-Abteilung von NHB arbeitet mit einer OpenEXR-Pipeline, und so konnte NHB bis zur letzten Sekunde der Produktion den vollen Farbraum garantieren.

Um die nahtlosen Übergänge realisieren zu können, obwohl die Stabilität einer Motion-Control-Aufnahme fehlte, war die On-Set-Betreuung von entscheidender Bedeutung: Hier galt es, gute Voraussetzungen für die Bearbeitung sicherzustellen. Für die Postproduction entwickelte das VFX-Team von NHB dann eine zylindrische Projektionstechnik im 3D-Raum von Nuke.

Den Wegfall von Motion Control spürt man in jeder Facette des fertigen Films — und das ist ganz im Sinne der Macher. Aber auch beim Dreh hatte der Verzicht auf Motion Control massive Auswirkungen: Vor allem das Plus an kreativer Freiheit in Hinsicht auf Auswahl der Rigs und der zu realisierenden Geschwindigkeiten betonen die Beteiligten, aber auch die kürzeren Umbauzeiten. »Skoda Streetview« mit Motion Control wäre langsamer und wesentlich ruhiger geworden, sind sich die Macher sicher — und genau das war eben nicht erwünscht, sondern es sollte ein komplett neuer Look generiert und ein neuer Blick auf die Welt geboten werden.

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Credits

Production: Salt Filmproduktion Berlin
Director: Bram Van Riet
Producer: Beate Ehlert
Executive Producer Salt: Angelika Ruhe
DoP: Stefan Von Bobely
Post-Production / VFX Company: NHB
Music: mothersmilk
VFX Producer: Tim Tibor, Yesim Altilar
VFX Supervisor: Nhat Quang Tran
Flame: Tobias Horvath
3D: Wolfgang Emmrich, Tany Heider, Andreas Petri
Nuke: Norman Struwe, Falk Gärtner
Grading: Mike Friedland
Scanning: Nils Bednarz

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Autor
Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller, NHB
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