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Schiedsrichtersicht: Von der Idee zur RefCam
Vorstellung SportsInnovation 2024
Im März 2024 präsentierte Riedel Communications die RefCam bei der SportsInnovation dann erstmals einem größeren Publikum aus der Sportproduktion. Erfinder Nicolas Winter sagte damals: »Wir wollen das Spiel nicht verändern; unser Ziel ist es, neue Perspektiven zu schaffen und die Transparenz der Arbeit von Schiedsrichtern weiter zu erhöhen. Unsere Kamera zeigt die unvermittelte Realität, die wahre Geschwindigkeit, in der wir Entscheidungen treffen müssen. Wir hoffen, dass dies die Wertschätzung unserer Arbeit bei Fans und Sportlern erhöht – und dem derzeitigen Mangel an jungen Schiedsrichtern entgegenwirkt.«
Bei der SportsInnovation 2024 erläuterte Nicolas Winter die Idee hinter der RefCam.
Aktueller Meilenstein: Debüt bei der Nationalmannschaft
Was 2018 mit einer GoPro auf einem Dorfsportplatz begann, hat mittlerweile den Weg bis zur A-Nationalmannschaft gefunden:
Beim Testspiel der deutschen Männer-Nationalmannschaft gegen Ghana in Stuttgart kam RefCam Live erstmals im Rahmen eines Länderspiels zum Einsatz. In Kombination mit Riedels Private-5G-System Easy5G wurde die Kameralösung in ein bestehendes Broadcast-Setup mit rund 30 Kameras integriert – mit dem Ziel, die etablierten Perspektiven im Stadion sinnvoll zu ergänzen, ohne den gewohnten Produktionsablauf zu verändern.
Die RefCam lieferte dabei Bilder aus unmittelbarer Nähe zum Spielgeschehen: von Interaktionen zwischen Spielern und Schiedsrichtern über strittige Szenen bis hin zum Einlaufen und zur Aufstellung der Mannschaften. Dalton Koch, Project Manager bei Riedel Communications, ordnet den Mehrwert im internationalen Kontext ein:
Die Kamera entfalte ihr Potenzial gerade in Momenten, in denen Nähe, Dynamik und Emotionen sichtbar werden – und unterstütze gleichzeitig Schiedsrichter dabei, kritische Spielsituationen aus der eigenen Perspektive nachvollziehbar zu dokumentieren.
Technisch kam für die drahtlose Signalübertragung ein Easy5G Core mit zwei Basisstationen zum Einsatz, die Signalübergabe an die TV-Produktion erfolgte per SDI. Zusätzlich nutzte das international besetzte Schiedsrichterteam die Kommunikationslösung RefComms mit Bolero S für eine zuverlässige Verständigung während des Spiels.
Für Jacqueline Voss, die inzwischen als Executive Director Strategy and Innovation bei Riedels Managed Technology Division verantwortlich ist, markiert der Einsatz einen wichtigen Meilenstein nach erfolgreichen Einsätzen in verschiedenen Ligen und Pokalwettbewerben – erzielt in enger Zusammenarbeit mit dem DFB.
Der Ritterschlag
Wer die Spiele der Fußball-WM aufmerksam verfolgt hat, wird die RefCam vielfach gesehen haben. Sie lieferte bei allen Spielen Bilder aus der Schiedsrichterperspektive. So eine große Bühne hatten sich die beiden Erfinder vermutlich nicht erträumt, als sie ihre Idee damals auf dem Bolzplatz in Rülzheim mit einer GoPro auf dem Kopf erstmals zum Leben erweckten. Aber auch solche Geschichten schreibt der Fußball.
RefCam im Deutschen MuseumJetzt hat es die RefCam sogar ins Deutsche Museum geschafft und ist ab sofort fester Bestandteil der Sammlung des Deutschen Museums. Hier geht es zur Newsmeldung. Thomas Riedel bei der Übergabe der RefCam im Deutschen Museum. |
Seite 1: Idee und Konzept
Seite 2: Entwickung und Einsatz
Autor: Patrick Kessel, red
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