Intercom, Remote, Technology, Top-Story: 06.10.2020

Mission Control im Riedel ROC

Das Remote Operations Center (ROC) von Riedel ist eine große Kommunikations-Leitstelle für Remote-Applikationen. Schiedsrichterfunk und Remote-Mastering-Projekte illustrieren dessen Möglichkeiten.




Blick ins Riedel ROC.
Schub durch Corona

Das erfolgreich eingesetzte, extrem stabile und bewährte ROC-Setup auch bei anderen Veranstaltungen einzusetzen, lag da natürlich in der Luft. »Wir merkten recht schnell, dass wir die Remote-Dienstleistungen insbesondere bei großen Veranstaltungen eigentlich als Standard anbieten könnten. Zunächst hatten wir vor, das langsam sukzessive voranzutreiben und auszubauen. Doch mit der Corona-Pandemie entwickelte sich das mit einer ganz neuen Dynamik«, erzählt Lutz Rathmann.

Riedel-Ingenieure, die normalerweise an der Formel-1-Rennstrecke wären, um dort Kommunikation und Telemetrie zu organisieren, erledigen ihren Job derzeit im ROC in Wuppertal.

Beispielhaft dafür ist die Formel 1, die seit Juli 2020 wieder ohne Publikum fährt (Meldung) und mit deutlich kleineren Teams an den Rennstrecken klarkommen muss. »In der Formel 1 befindet sich seither jedes Rennteam in seiner eigenen Quarantäne-Blase. Unsere Ingenieure dürfen sich nicht mehr zwischen den Teams bewegen. Wir benötigten deshalb eine zentrale Steuer- und Monitoring-Möglichkeit, die es erlaubte, die Kommunikations- und IT-Netze der Rennställe zentral, aber dennoch getrennt zu managen.« Einen detaillierteren Artikel dazu finden Sie hier.

So erhielt das ROC eine weitere Rolle: Riedel-Ingenieure, die normalerweise an der Rennstrecke wären, um dort Kommunikation und Telemetrie zu organisieren, erledigen ihren Job nun im ROC in Wuppertal.

Workspace von RRN-Gründer Peter Brandt, der als Produzent und Toningenieur die Audio-Produktion von »Wacken World 2020« leitete.
Weiterentwicklung mit Remote-Audio-Produktionen

»Irgendwann war dann im Gespräch, auch Remote-Audio-Produktionen zu realisieren«, erzählt Rathmann (Meldung). »Das große Open-Air-Festival in Wacken musste dieses Jahr ausfallen, stattdessen entschieden sich die Veranstalter, ein Online-Festival umzusetzen – und hier kamen wir ins Spiel.«

Wie kann man das umsetzen? Künstler spielen ein Live-Konzert, aber ohne das ganze Drumherum: kein Publikum und ein aufs absolute Minimum reduziertes technisches Team. Wie wäre es etwa, wenn man den Ton in einem Remote-Workflow realisieren würde: Die Band spielt auf einer Bühne, aber das Toningenieursteam sitzt an einem anderen Ort — Live-Mastering sozusagen.

Der technische Knackpunkt ist dabei natürlich die Laufzeit. Wie genau das im Zusammenspiel mit sehr leistungsfähigen Leitungskonzepten gelöst wurde, mag Riedel nicht verraten — aber es wurde umgesetzt und hat funktioniert. Carsten Voßkühler, Projektmanager bei Riedel Communications: »Mit einem bahnbrechenden Remote-Workflow haben wir Kreative auf beiden Seiten des Atlantiks miteinander verbunden.«

Toningenieur Ronald Prent in den Valhalla Studios in New York.

So saß Toningenieur-Legende Ronald Prent, der schon zahllose Projekte etwa von Mando Diao, Tiesto, Ozark Henry, Peter Maffay, Simple Minds, Rammstein, Scorpions, Mink DeVille, Richie Hawtin, Udo Lindenberg, Gotthard, Tina Turner, André Rieu, Def Leppard, Freddie Mercury, Herbert Grönemeyer, Manowar, David Garrett und The Common Linnets realisierte, in den Valhalla Studios in New York und setzte dort ein Live-Remote-Mastering von Events um, die auf der Live-Nation-Bühne in Hamburg stattfanden.

Das Metal-Festival Wacken konnte 2020 ausschließlich online stattfinden.

Riedel setzte das gemeinsam mit Remote Recording Network (RRN) und Live Nation um: Der Ton für »Wacken World Wide 2020« wurde an das Riedel ROC in Wuppertal, von dort zum Mastering in New York und letztlich zum Publikum übertragen.

»Dieser neue Remote-Mastering-Workflow ist unglaublich, und wir hatten noch nie zuvor einen so coolen Broadcast-Sound in Wacken«, urteilt Grammy-Preisträger und RRN-Gründer Peter Brandt, der als Produzent und Toningenieur die Audio-Produktion für die Veranstaltung leitete. »Da wir in einem akustisch eingemessenen Raum mastern konnten, hatten wir perfekte Bedingungen für einen ausgewogenen Klang.«

Das Riedel ROC diente dabei nicht nur als Knotenpunkt für Kommunikation und Signalverteilung, sondern deckte auch umfangreiche Steuerungs- und Überwachungsfunktionen ab. Eine ausgeklügelte Server-Struktur gewährleistete die Datensicherheit, und ein redundantes System sorgte für eine zuverlässige Signalübertragung während der gesamten Veranstaltung — und trug zum Riesenerfolg von »Wacken World Wide 2020« bei.

»Das ROC-Konzept eröffnet spannende Möglichkeiten für eine Vielzahl von dezentralen Produktionsanwendungen, und wir freuen uns schon jetzt auf viele weitere großartige Veranstaltungen mit unseren Freunden von RRN«, sagt Carsten Voßkühler, Projektmanager bei Riedel Communications.

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Autor
Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

Bildrechte
DFL, Riedel

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