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Danke, Google!

 Es gibt ganz ohne Zweifel viele segensreiche Aspekte in den Aktivitäten von Google oder der dahinter stehenden Holding Alphabet. Und es gibt andererseits auch ganz sicher ernsthafte Gründe, derentwegen man dem Konzern skeptisch gegenüberstehen kann.

Es gibt diese kleine Auswirkungen der Google-Aktivitäten, die wahrscheinlich weder den Untergang noch die Weiterentwicklung der Zivilisation wesentlich beeinflussen werden, die aber dennoch nerven können, wenn man dafür sensibel ist.

Danke, Google!

»Ich google das mal schnell …«

Wenn etwa während einer lockeren, vielleicht sogar eher scherzhaften Unterhaltung, einer in der Gruppe ständig alle Fakten per Smartphone checkt und damit alle nervt, weil er einerseits das aktive Nachdenken und Sich-Erinnern unterminiert und andererseits den kreativen Gesprächsverlauf durch ständige Rückgriffe stört.

Oder wenn aus falscher Sparsamkeit, Technikgläubigkeit oder Ignoranz, die Übersetzungsfunktion von Google als Sprachinstanz überschätzt wird. Statt mal einen Muttersprachler zu kontaktieren, wird dann eben das verwendet, was Google Translate auswirft. Was ganz gut funktionieren kann, um einen erste, grobe Textversion in einer fremden Sprache zu erzeugen, versagt eben leider allzuoft völlig, wenn es um Slogans oder hintersinnige Formulierungen geht.

Jeder kennt ja lächerlich übersetzte Speisekarten oder sinnfreie Hinweisschilder, die wahrscheinlich so entstanden sind. Völlig hirnrissige Übersetzungen werden — zumindest in größeren Unternehmen — meist noch erkannt. Aber wenn es um Sprachgefühl oder einen »Human Touch« geht, rutscht eben immer öfter etwas durch.

Ein Beispiel: »Wenn Sie in einem unserer Beherbergungsbetriebe nächtigen.« Das ist grammatikalisch richtig und beschreibt wahrscheinlich auch den beabsichtigten Sachverhalt. Irgendwo auf Seite 3 der Nutzungsbedingungen oder Hausregeln im Tourismusbereich verwendet, kann das so zweifellos durchgehen und stehen bleiben.

Aber in riesiger Schrift in einer Werbeanzeige? So spricht halt normalerweise keiner — und man hätte es auch ganz leicht schöner und eingängiger sagen können.

Deshalb sagen wir heute: Danke, Google! Danke für platte, ironie- und humorfreie, unkreative Übersetzungen, die nicht nur das Internet fluten, sondern auch in immer mehr andere Lebensbereiche eindringen. Danke für den Bulldozerangriff auf die Sprache.

Natürlich kann man Google nicht ernsthaft für diese von Anwendern verschuldeten Fehlleistungen verantwortlich machen. Aber nerven können sie trotzdem …
 
Sie werden sehen.

Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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