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ESC2026: Live-TV mit Kinolook
Zum 70. Geburtstag des Eurovision Song Contest wagt der ORF als Host Broadcaster einen technischen Kurswechsel: Erstmals wird eine ESC-Show mit Cine-Kameras produziert. 24 x Arri Alexa 35, integriert von Riedel in eine hochredundante Broadcast-Infrastruktur, gestützt von NEP als Produktionsdienstleister, Vizrt als Grafikanbieter und Sennheiser mit einem bidirektionalen Funksystem der neuen Generation.
Ein Blick hinter die Kulissen der aufwändigsten Live-Produktion Europas.
Der Broadcast Compound vor der Wiener Stadthalle ist für sich allein schon eine Ansage:

Bereits zum siebten Mal in Folge ist NEP Europe dabei.
2.300 Quadratmeter Fläche, 50 Spezialcontainer – der ESC-Broadcast-Compound ist rund 50 Prozent größer als der größte Studiokomplex des ORF. Mittendrin: ein Arri-Container, von dem aus alle 24 Kameras überwacht werden.
Was der ORF, als Host Broadcaster verantwortlich für das Weltbild, im Sinn hatte, beschreibt Claudio Bortoli, Technical Production und Project Manager beim ORF, so: »Es ist beim ESC immer so, dass man einen guten Mittelweg finden muss aus Innovation und Budgetvorgaben. Aber ohne Innovation geht es unserer Meinung nach nicht.«
24 Alexa 35 statt klassischer Broadcast-Kameras
Beim ESC kommen insgesamt 24 Arri Alexa 35 zum Einsatz, die in 1080i betrieben werden. Acht davon sind mit Box-Lenses auf Stativen und Pedestals montiert und per LPS1-Adapter direkt in die OB-Vans eingebunden.
Die übrigen 16 Kameras – verteilt auf Steadicams, 2 Kräne, 2D-Systeme und ein Railsystem – laufen ausschließlich als Kamerabody mit Objektiv, ohne CCU. Sie werden direkt in das Mediornet-System von Riedel eingespeist.
»Wir haben insgesamt 24 Kameras hier, acht davon mit Box-Lenses, neun RF-Kameras – davon vier als Handheld, vier als Static Cam, eine am Railsystem – und sieben Spezialkameras an Kran, 2D- und Railsystemen«, berichtet Thomas Stoschek. Das Bildgebungssystem ist überall identisch, lediglich die Anbindung ans Broadcast-Netz unterscheidet sich.
Auf den Steadicams kommen überwiegend Cine-Objektive zum Einsatz, hauptsächlich Canon-Objektive der Serien CN7 und CN8. Die übrigen Positionen arbeiten mit B4-Broadcast-Optiken, wie man sie auch aus dem Sportbereich kennt. Jeffrey Stroessner, der das Projekt innerhalb von Riedels Managed Technology Division von Beginn an maßgeblich begleitet hat, sagt: »Es gibt derzeit nun mal keinen OB-Van-Betreiber, der 24 Arri-Kameras mitführt. Aber man muss irgendwo anfangen.«
Für die drahtlosen Kameras liefert NEP die RF-Strecken sowie das Mesh-IP-Link für Daten und Video. Die Latenz im RF-System liegt unter 80 Millisekunden – systembedingt, und alle weiteren Signalwege richten sich danach aus.
Riedel als Integrator: Das Rückgrat der Signalverteilung
Die Herausforderung bei der Integration der Kinokameras in eine Live-Broadcast-Infrastruktur übernahm Riedel – als Bindeglied zwischen Arri, NEP und dem ORF. Marc Schneider, Riedel, erläutert: »Die Basis von allem was wir tun ist Verbindung schaffen. Wir haben in etwa 11 km Glasfaserleitungen auf dem gesamten Veranstaltungsgelände verlegt und setzen unser Mediornet-System ein.«
Mediornet-Frames sind übers gesamte Gelände verteilt, insgesamt 60 Einheiten. Kameras ohne CCU-Anbindung speisen ihr Signal direkt in diese Frames ein; von dort übernimmt Riedel die Verteilung. Der Intercom-Backbone läuft über Riedels Artist-System – nahe am Maximum, aber skalierbar: »Es gibt keine Begrenzung, die wir erreichen würden. Man fügt einfach eine weitere Box hinzu, und das Spinnennetz wird größer«, so Marc Schneider. Ein paar weitere Eckdaten: Riedel setzt beim ESC über 120 Intercom Panels, mehr als 80 Netzwerk Switches und über 160 Bolero-Systeme ein. Hinzu kommen rund 230 analoge und 430 digitale Funkgeräte.
Seite 1: Host ORF, Alexa 35, Riedel
Seite 2: Grading, Sennheiser Spectera, Vizrt
Autor: Christine Gebhard
Bildrechte: Nonkonform
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