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Erster Blick auf die Sony FX5
Sony hat Filmemacher und Journalisten zum »Filmmaker Summit« in Berlin eingeladen und die neue FX5 vorgestellt. In extra gebauten Setups inkl. Darstellern gab es die Möglichkeit, die neue Kamera in Augenschein zu nehmen. Zeit für Austausch und Networking bleib nach natürlich auch, aber hauptsächlich ging es ja um die neue FX5, und die hat es ganz schön in sich.
Open Gate und flexible Auflösungen
Im kompakten Format der FX3 bietet sie einige Features, die an die großen Kollegen FX6 usw. angelehnt sind. Beim Sensor handelt es sich um einen völlig neuen 16,6-MP-Exmor-RS-Sensor mit angegebenen 15+ Stops Dynamikumfang.
Neben 5K-Full-Frame-Recording kann dieser auch Open Gate in Sonys Raw-Format aufzeichnen, was für anamorphotisches Filmen oder die zusätzliche Kadrierung, z. B. in 9:16 für Social Media, sehr praktisch ist.
Open Gate nutzt dabei den vollen 3:2-Sensor, und man kann sich in der Post seine Ausschnitte aussuchen. Für anamorphotische Aufnahmen lässt sich das Display auf 1,3x, 1,5x, 1,6x, 1,8x sowie 2,0x entstauchen.
Zusätzlich zu der 5K-Open-Gate-Auslesung in 4992×3328 gibt es noch folgende Auflösungen:
5K:
- Full Frame 16:9 (4992×2808)
- Full Frame 17:9 (4992×2632)
- 91 % Crop bei Full Frame, 4,5K:
- 16:9 (4552×2560)
- 17:9 (4552×2400)
- 77 % Crop bei Full Frame, was 4K (3,8K) entspricht:
- 16:9 (3840×2160)
Außerdem gibt es noch einen S35-Crop, dessen Auflösung aber mit 3264×836 unter 4K liegt.
16-Bit-Raw und neue Codec-Varianten
Neben 10-Bit-S-Log 3 kann die FX5 auch in Sonys 16-Bit-X-OCN-Raw-Codec aufnehmen. Auch hier hebt man sich von den 12 Bit der Konkurrenz ab. Was mit 16 Bit alles möglich ist, hat uns damals schon Magic Lantern mit seinem Raw-Hack für die 5D MKIII gezeigt. Raw kann man bei der FX5 intern mit bis zu 60p in 5K aufzeichnen.
Zu dem X-OCN-LT-Format (389 Mbps), das auch in anderen Sony-Cine-Cams vorhanden ist, was ein Matching dieser Kameras sehr einfach macht, sind zwei neue Varianten des Raw-Codecs hinzugekommen, die man X-OCN C1 (289 Mbps) und X-OCN C2 (232 Mbps) genannt hat.
Dritte Base-ISO schließt Lücke
Eine absolute Besonderheit weist die ISO auf: Sony hat der FX5 eine weitere Base-ISO von 4000 spendiert. Somit ist die große Lücke zwischen 800 und 12.800 geschlossen. Neben den jetzt drei Base-ISO-Werten hat Sony der ISO-Stufe 800 weiterhin Dual Gain spendiert. Das erhöht den Dynamikumfang bei dieser Base-ISO gerade in den Schatten, ähnlich wie bei der C70. Dual Gain funktioniert bei allen Auflösungen bis 60p, in Open Gate allerdings nur bis 30p. Dank dieses genialen Tricks soll der Sensor zudem schneller auslesen; das werden genauere Tests dann zeigen.
Firmware-Update 2.0 kündigt sich an
Neben 5K in bis zu 60p ist auch 4K mit 120p möglich – die große Überraschung hat Sony beim Event aber gleich angeteasert, nämlich ein kommendes Firmware-Update 2.0, mit dem dann 5K in 120p sowie 4K in 240p möglich sein sollen – in Raw. Ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Klasse. Weiterhin wird dieses Update Open Gate in XAVC-I möglich machen und der Kamera Overlays für das Filmen in 9:16 verpassen sowie die Möglichkeit geben, Frame-Grabs als Fotos zu speichern.
Neuer Monitor, Viewfinder und XLR-Handle
Neu ist auch der Monitor der FX5. Dieser ist jetzt 3,5″ groß, hat Maße im 16:9-Format und ist in vier Achsen bewegbar; auch die Auflösung ist mit 2,76 Mio. Bildpunkten leicht gestiegen.
Mit dem DVF-EL1 bietet Sony einen 7M-OLED-Viewfinder – ähnlich dem der FX2 – an, der sich mit zwei Schrauben an der Kamera befestigen lässt. Dies ist besonders bei Sonnenschein von Vorteil.
Als weiteres Zubehör gibt es den neuen XLR-H2-Top-Handle, mit dem sich 32-Bit-Float-Audio direkt in der Kamera aufnehmen lässt – wahlweise sogar als separater WAV-Track. Ein Manko hat das Ganze allerdings: Da sowohl der Viewfinder als auch der Griff an derselben Stelle festgeschraubt werden, muss man sich für eines der beiden Zubehörteile entscheiden.
Ethernet-Port und zwei USB-C-Buchsen
Der Magnesium-Body der FX5 hat jetzt einen Ethernet-Port; somit kann man die Kamera direkt zum Streamen anschließen, ohne über WLAN gehen zu müssen. Durch zwei USB-C-Buchsen kann man die Kamera parallel mit Strom und Festplatte betreiben. Weiterhin befinden sich an der Unterseite jetzt zwei 1/4″-Stativgewinde.
Stabilisierter Sensor mit Einschränkungen
Wie sehr Sony auf seine Nutzer hört, zeigt sich auch am Sensor. Dieser ist stabilisiert, was vielen Drehszenarien zugutekommt. Allerdings hat so ein stabilisierter Sensor auch seine Nachteile, wie wir auch bei unseren Tests immer wieder feststellen:
Bei Vibrationen, z. B. bei der Befestigung an einem Fahrzeug oder an einer Drohne, wackelt und vibriert das Bild mit stabilisiertem Sensor – egal, ob eingeschaltet oder nicht – oft stark. Sony bietet bei der FX5 über einen Service an, den Sensor fest einzubauen, wie es etwa bei der Canon R5C der Fall ist. Das ist auch bei Handkamera-Aufnahmen oft von Vorteil, da das Bild und die Bewegungen der Kamera einfach natürlicher aussehen. Nachteil der ganzen Sache ist, dass man die Kamera zum »Entsperren« wieder einschicken muss.
Die Stabilisierung des IBIS wurde übrigens verbessert, genauso wie der Akku; es gibt eine neue Version namens NPSA100 – diese verspricht etwa 30 % mehr Aufnahmezeit gegenüber der FX3.
KI-Autofokus für Low-Light
Der Autofokus hat ein KI-Update bekommen und soll gerade im Dunkeln noch besser funktionieren. Auf der Veranstaltung wurde uns das Video einer Testerin gezeigt, die im fast völligen Dunkeln noch komplett scharfe AF-Bilder drehen konnte. Bedenkt man unseren Sony-Burano-Test von 2024, in dem der AF auch bei Dunkelheit absolut überzeugte, kann man sich vorstellen, was die FX5 hier zu bieten hat.
Monitoring-Tools und überarbeitetes Menü
Auch beim Monitoring gibt es bei der FX5 ein paar nette Updates: So hat z. B. endlich False Color Einzug gehalten. Zusammen mit Waveform und Vektorskop lässt sich jetzt intern schon ganz schön viel direkt in der Kamera »ablesen«.
Die Bedienung hat sich außerdem enorm verbessert. Neben dem Multi-Dial, wie man es von der Sony Venice kennt, wurden die Tastenbelegung und die Positionen der Tasten optimiert. Die große Überraschung ist aber das Menü: Dieses ist aufgeräumt und an die Cine-Klasse von Sony – etwa die FX6 – angepasst. Alles sieht cleaner und professioneller aus; man findet als Nicht-Sony-Nutzer wirklich schnell die einzelnen Punkte.
Der digitale Clear-Image-Zoom hat ein schlaues Update bekommen und lässt sich damit jetzt auch wirklich nutzen. Diese Funktion erlaubt quasi ein Fortsetzen des normalen Zooms des Objektivs, um digital noch etwas mehr Brennweite zu bekommen. Bis jetzt war der Übergang vom normalen zum digitalen Zoom aber immer sichtbar. Man kann nun einstellen, dass der digitale Zoom parallel zum optischen Zoom startet, was einen nahtlosen Übergang ermöglicht.
Fazit
Mit der FX5 hat Sony also nicht nur eine neue Klasse geschaffen und die Lücke zwischen FX3 und FX6 geschlossen, sondern auch aktiv auf seine Nutzer gehört und einige kleine, absolut logische Veränderungen vorgenommen, um eine Kamera mit möglichst vielen hilfreichen Features zu bauen.
Die Sachen sind jetzt rund und passen: AF in allen Formaten, vernünftig ausgewählte Aufnahmeformate, 16-Bit-Raw in vielen Auflösungen, der bessere Monitor, Open Gate und vieles mehr. Das lässt selbst mich als langjährigen Canon-Nutzer die Auswahl meines Equipments überdenken.
Preis und Verfügbarkeit
Die FX5 inkl. XLR-Handgriff soll 5.999 Euro kosten, nur das Gehäuse gibt es für 5.399 Euro. All dies soll ab August erhältlich sein.
Autor: Sas Kaykha
Bildrechte: Sas Kaykha






















