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Open-Source-Projekt Media eXchange Layer
Die European Broadcasting Union (EBU) hat das Open-Source-Projekt Media eXchange Layer (MXL) für die IBC2026 Awards in der Kategorie Content Creation eingereicht.
MXL ist Teil der von der EBU initiierten Dynamic-Media-Facility-Vision (DMF) und wurde im Juni 2025 unter der Apache-2.0-Lizenz veröffentlicht. Statt zunächst Spezifikationen zu formalisieren, verfolgte das Projekt von Beginn an einen code-first-Ansatz: Die Entwicklung lauffähiger Software stand im Vordergrund, bevor Standards festgeschrieben wurden.
Technisch ermöglicht MXL den schnellen Live-Medienaustausch zwischen Softwareanwendungen über lokalen und entfernten Shared Memory und umgeht dabei den Verarbeitungs-Overhead. Das reduziert laut EBU die Infrastrukturkomplexität, minimiert Latenzen, verbessert die Rechenzentrumseffizienz und erleichtert Cloud-native sowie verteilte Workflows. Die niedrige Latenz soll zudem die Grundlage für KI-gestützte Live-Medienorchestrierung und asynchrone, schneller-als-Echtzeit-Operationen legen.
Entstehung aus konkretem Bedarf
Ausgangspunkt war die 2024 auf der IBC veröffentlichte DMF-Vision der EBU: Organisationen, die bereits an softwarebasierten Plattformen arbeiteten, identifizierten den fehlenden Media-Exchange-Layer als zentrales Hindernis für echte Multi-Vendor-Interoperabilität.
Statt auf klassische, mehrjährige Standardisierungszyklen zu warten, brachte CBC/Radio-Canada konkrete Anwenderanforderungen ein, woraufhin die EBU gemeinsam mit der Industrie ein Open-Source-SDK entwickelte.
Erste Proof-of-Concept-Integrationen zeigte das Projekt auf der IBC 2025, begleitet von einem eigenen IBC-Accelerator-Projekt unter Federführung von BBC und EBU. Nach der Produktivversion MXL v1.0 im Februar 2026 demonstrierten auf der NAB 2026 nach EBU-Angaben mehr als 15 Anbieter Live-Implementierungen und Interoperabilitätstests.
Erster Praxiseinsatz bei CBC/Radio-Canada
CBC/Radio-Canada hat erste produktionsreife MXL-Komponenten in sein Live-Sportkommentarsystem integriert – laut EBU ein Beleg für die Praxistauglichkeit des DMF-Konzepts im operativen Betrieb.
Das Projekt wird von einem breiten Konsortium aus Rundfunkanstalten, Cloud-Anbietern, Softwareentwicklern und IT-Herstellern getragen.










