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Die Medienmesse der Zukunft

Was ist eine Medienmesse? Viele verstehen darunter die Kombination einer Konferenz und einer Ausstellung, bei der es um Technik, Inhalte oder Rahmenbedingungen der Medien geht.

Diese Definition umfasst aber einen ganzen Zoo von Veranstaltungen, die sich immer wieder neu erfinden und verändern. Nimmt man die zahlreichen Haus- und sonstigen Mini-Messen, Roadshows und regionalen Leistungsschauen dazu, kann man leicht den Eindruck gewinnen, dass hier etwas aus dem Ruder läuft.

Eine der möglichen Reaktionen darauf: Man bleibt einfach weg — sowohl als Besucher, wie als Aussteller. So wie etwa Panasonic ankündigte, man werde an der IBC2006 nicht mehr als Aussteller teilnehmen. In diesem Jahr hatte Snell & Wilcox ausgesetzt, vor drei Jahren pausierte Avid. Galoppierende Kosten, die komplette Lähmung des normalen Geschäftsbetriebs unmittelbar vor und während der Messe, zusammen mit dem Eindruck, dass man im Rahmen der Messe keine neuen Erkenntnisse und auch keine neuen Kunden gewonnen habe, rufen immer wieder solche Entscheidungen hervor. Die Argumente der »Wegbleiber« sind durchaus nachvollziehbar, in der Realität kehren die Abtrünnigen aber zumindest zu IBC und NAB fast immer wieder zurück.

Eine Fachmesse, die erfolgreich bleiben will, muss sich aber an die Branche anpassen, aus der sie Publikum anziehen will. Die Broadcast- und TV-Branche hat sich jedoch in den vergangenen Jahren zumindest auf der technischen Seite rasch und tiefgreifend verändert. Spiegeln die Messekonzepte das ausreichend wider? Ergibt es für die Aussteller noch viel Sinn, einen riesigen Stand zu mieten, wie man ihn früher für Berge von Equipment brauchte, wenn es heute in sehr vielen Fällen um PCs, Server, Raids und Software oder um abstraktere, schwer an einem Messestand abzubildende Themen wie Vernetzung geht?

Wie die Medienmesse der Zukunft aussehen kann, das müssen Veranstalter und Aussteller klären und herausfinden. Die Redaktion von www.film-tv-video.de beschränkt sich darauf, die aus Ihrer Sicht wichtigsten Messen zu besuchen und von dort das Interessanteste zu berichten.

Sie werden sehen.

P.S.: Auch das in Köln stattfindende Medienforum NRW könnte nun eine Chance zur Umgestaltung ergreifen, die sich eröffnet, weil Ausschreibungsfristen versäumt wurden: Die dortige Staatskanzlei will das Medienforum über eine Tochtergesellschaft selbst ausrichten und es dabei einerseits »breiter aufstellen«, die Organisation aber gleichzeitig »einfacher, schlanker, überschaubarer« machen, um nach Möglichkeit Kosten zu reduzieren.

Autor: Christine, Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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