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Thomson kauft Technicolor von Carlton

Die Zustimmung der Aktionäre und Kontrollbehörden vorausgesetzt, kauft die französische Thomson-Gruppe zum Preis von rund 2,07 Milliarden Dollar Technicolor von der britischen Firma Carlton Communications.
B_1200_ThomsonWeiter auf Expansionskurs durch Zukäufe: Thomson Multimedia will Carlton Communications deren Firmenbereich Technicolor für mehr als 4, 6 Milliarden Mark abkaufen.

Damit setzt Thomson die Übernahme von Firmen aus dem professionellen Film- und Videobereich fort. In jüngster Zeit hat Thomson mit dem Objektiv-Hersteller Angénieux und der Film- und Broadcast-Abteilung von Philips (siehe Nachricht Thomson Multimedia kauft Philips Broadcast) schon zwei bekannte Firmen übernommen.

Der Name Technicolor ist mit dem Farbfilm verknüpft und wurde besonders durch die Herstellung farbstabiler Filmkopien im sogenannten Dye-Transfer-Verfahren bekannt. Das 1915 in den USA gegründete Unternehmen gilt mittlerweile als eines der umsatzstärksten Unternehmen in der Filmentwicklung und -kopierung sowie in der Massenproduktion von VHS-Kaufkassetten, CDs und DVDs. Im Bereich Digital Cinema kooperiert Technicolor mit Texas Instruments. Technicolor konnte in den letzten Jahren Umsatzzuwächse verbuchen und gilt als profitables, wachstumsorientiertes Unternehmen.

Die verkaufende Carlton Communications ist überwiegend als privater TV-Anbieter in Großbritannien tätig, besitzt aber auch andere Unternehmen wie eben Technicolor. Carlton Communications war auch über viele Jahre Eigentümer von Quantel. Aber auch andere Equipment-Hersteller gehörten schon zu Carlton, so der amerikanische Schnittsystem-Hersteller Immix, der dann an Scitex verkauft wurde. Im Zuge der Vorbereitungen auf eine geplante, aber inzwischen gescheiterte Fusion mit einem anderen britischen Medienkonzern, fiel bei Carlton die strategische Entscheidung, sich von allen Unternehmen und Beteiligungen zu trennen, die nicht zum Kerngeschäft des TV-Programmanbieters gehören.

Findet der geplante Verkauf von Technicolor an Thomson statt, dann erhält Carlton dafür 2,07 Milliarden Dollar. Davon sollen rund 1,35 Milliarden in Geld und der Rest in Thomson-Aktien beglichen werden. Geht der Deal über die Bühne, wäre Carlton mit 5,5 % am Aktienkapital von Thomson beteiligt.

Zudem soll auch eine strategische Allianz im Bereich Interactive-TV vereinbart worden sein. Darüber gibt es allerdings widersprüchliche Informationen. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine Beteiligung von Carlton am von Thomson und Microsoft gegründeten Joint-Venture in diesem Bereich.

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Autor: red

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