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HD-Produktion in der Diskussion

Das Filmfest München ist, zumindest von außen betrachtet, ein Filmfestival wie viele andere: Es hat eine Funktion für die regionale, in diesem Fall also bayerische Filmwirtschaft, man zeigt und trifft sich. Dabei sieht man sich Filme aus heimischer und internationaler Produktion an und diskutiert über deren inhaltliche und gestalterische Qualitäten sowie Defizite. Ein paar, meist ausländische Stars sollen für Glanz und Glamour sorgen. Diesen Gästen und einigen Filmschaffenden verleiht man dann noch den einen oder anderen Preis.

Lauter Themen also, mit denen sich www.film-tv-video.de üblicherweise nicht beschäftigt. Aber am Rand des üblichen Festival-Ballyhoo finden beim Filmfest München auch Veranstaltungen statt, bei denen es um die Produktion geht, um Technik und deren Anwendung. Zwei davon drehten sich um das Thema HD-Produktion. Bei beiden Veranstaltungen bot sich phasenweise das gleiche Bild: Gereizte, emotionale Publikums-Kommentare, die sich für die traditionelle Filmproduktion stark machten, wurden vom Podium aus mit Versicherungen bedacht, dass HD Vor- und Nachteile habe und mit der HD-Videoproduktion in 1080/24P eben einfach nur ein weiteres Tool für die Produktion zur Verfügung stehe.

Beide Reaktionen zeigen letztlich, dass mit 1080/24P eine Schwelle überschritten ist: Erstmals dringt die Videotechnik, zumindest in bestimmten Bereichen, in eine Domäne vor, die bislang praktisch ausschließlich der Filmtechnik vorbehalten war. Das wird teilweise als Bedrohung empfunden. Nun geht es natürlich auf der Anbieterseite der neuen Technik darum, Ängste und Vorbehalte abzubauen, um ins Geschäft zu kommen und wirklich neue Applikationsbereiche für die HD-Videoproduktion zu erschließen: Es ist Schmusekurs angesagt, es werden fast krampfhaft Reizworte vermieden, man will eine offene Atmosphäre schaffen.

Das gelang dann auch über weite Strecken in den Veranstaltungen, die Avid und die Media! AG am Dienstag, sowie Sony und die Veranstaltungspartner Kameraverleih Ludwig, TaurusMediaTechnik und Videocation am Mittwoch der Filmfest-Woche 2001 zum Thema HD durchführten. Weil es mittlerweile schon etliche Produktionen in 1080/24P gibt, die über den Test- und Pilot-Charakter weit hinausgehen, gab es auch Etliches zu zeigen und es kamen die Macher zu Wort, die über ihre praktischen Erfahrungen berichteten.

Eins ist dabei sicher: 24P birgt Zündstoff für viele Diskussionen.

Sie werden sehen.

Autor: C. Gebhard, G. Voigt-Müller

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