Unternehmen: 15.10.2002

Avid: Native IMX-Systeme ab Dezember, Großauftrag vom BR

Beim Auftakt zur zweiten Runde der europaweiten Roadshow von Avid boten Deutschland-Chef Mathias Eckert und Europa-Boss Graham Sharp Rück- und Ausblicke. Unter anderem gaben sie bekannt, dass Avid ab Jahresende bei den Produkten der Xpress-, Composer- und Symphony-Linie auch das Sony-Format MPEG-IMX nativ unterstützt. Dies war wohl auch mit entscheidend, um vom Bayerischen Rundfunk einen auf mehrere Jahre angelegten Großauftrag zu erhalten.

Ab Dezember 2002, so kündigte Graham Sharp an, können die nonlinearen Schnittsysteme aus der Xpress-, Composer und Symphony-Familie von Avid in ihrer jeweils neuesten Version auch Video- und Audiosignale im IMX-Format direkt verarbeiten. Als Schnittstelle wird SDTI-CP eingesetzt, wodurch auch Überspielvorgänge mit höheren Transferraten als Playback-Geschwindigkeit möglich sind.

Dieses Feature überzeugte laut Graham Sharp auch den BR, mit dem Avid nun einen Vertrag mit längerer Laufzeit vereinbarte. Im ersten Schritt kauft der BR demnach 35 nonlineare Schnittsysteme und vier Unity-Netzwerk-Speicher-Systeme.

Die Fortschritte in diesem Bereich sollen bis zum Lieferstart der IMX-kompatiblen Systeme im Dezember auch auf der großen, europaweiten Avid-Roadshow gezeigt werden, die nun nach der IBC in die zweite Runde geht. Bei der Startveranstaltung in Hallbergmoos zeigte sich Marketing-Chef Michael Dalock-Schmidt mit der bisherigen Resonanz mehr als zufrieden. Schon die bislang 7 Events mit mehr als 2.000 Besuchern hätten für Avid mehr »Hot Leads« generiert, also Kontakte mit konkreter Kaufabsicht innerhalb der kommenden drei Monate, als die IBC.

Ins gleiche Horn stieß der Geschäftsführer der deutschen Niederlassung, Mathias Eckert: »Das Konzept, die Kunden vor Ort zu besuchen, geht auf.« Auch bei den Verkaufszahlen liegt Avid innerhalb von Eckerts Verantwortungsbereich über Plan und erreichte demnach im dritten Quartal 2002 mehr als 110% des anvisierten Umsatzes. Für die deutsche Niederlassung brachte dieses Quartal zudem den größten Auftragseingang seit Bestehen. Derzeit sind laut Mathias Eckert rund 3.200 Avid-Systeme im deutschen Markt in Betrieb, wobei in diese Zahl das Einsteigersystem Xpress DV nicht eingerechnet sei. Das stärkste Wachstum sieht Eckert beim Schnitt- und Effektsystem DS, von dem im abgelaufenen Quartal 20 Systeme in Zentraleuropa verkauft wurden.

Graham Sharp trägt bei Avid die Europa-Verantwortung und ergänzte Mathias Eckerts Ausführungen noch mit einigen Erläuterungen zur generellen Situation des Unternehmens. So steht laut Graham Sharp entgegen immer wieder aufflammender Gerüchte »Avid not for sale.« Im Gegenteil seien die Avid-Aktien breit gestreut und größere Pakete befänden sich in den Händen von »friendly investors«. Sharp rief dazu die aktuellen Zahlen in Erinnerung: Avid verfüge über 73 Millionen US-Dollar Cash und habe im Jahr 2001 rund 435 Millionen US-Dollar Umsatz ereicht. Besonders im News-Bereich sieht Graham Sharp Avid in einer weit führenden Marktposition: »Beim nonlinearen Editing und den damit verbundenen Workflows im News-Bereich hat Avid doppelt so viele Systeme im Markt als alle Konkurrenten zusammen.«

Zur Bedeutung des deutschen Markts für Avid erläuterte Sharp, dass in Europa 25% der Umsätze in Deutschland erzielt würden, was man in einen Anteil von rund 8% am weltweiten Umsatz umrechnen könne.

Auch zu den Zukunftsplänen auf der Entwicklungs- und Produktseite machte Graham Sharp klare Aussagen: »Unser Ziel ist die völlige Formatunabhängigkeit, wir wollen »format agnostic« werden.« Auf dem Weg dahin sieht Sharp die Kompatibilität zu IMX, aber auch die angestrebte volle Kompatibilität zu MXF als erste, wichtige Schritte an. Neuheiten seien auch im Bereich sehr großer Speichernetzwerke zu erwarten, die durch Clustering von Unity-Systemen aufgebaut werden könnten und wozu es derzeit schon erste Pilotprojekte gebe. Weiteres Augenemerk lege man bei Avid ganz besonders auf das Thema MetaSync, also die Einbeziehung von Metadaten und Zusatzfunktionen in die Timeline von Editing-Systemen.

Auch zur zukünftigen Software-Plattform gab Sharp konkrete Hinweise: »Mit Version 6.0 von DS bringen wir den Composer und DS näher zusammen als je zuvor und das bei deutlich gesteigerter Leistung.«

Autor
red
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