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Bauer bei KirchMedia-Übernahme aus dem Rennen?

Der Heinrich Bauer Verlag hat sich nach offiziellen Angaben der Geschäftsführung von KirchMedia aus dem Bieterverfahren zur Übernahme von Teilen der KirchMedia zurück gezogen. Die Endverhandlungen mit der Unternehmens-Gruppe des Medienunternehmers Haim Saban haben demnach begonnen und sollen bis zum kommenden Wochenende abgeschlossen werden.
B_0303_SabanHaim Saban ist Chairman und CEO der Saban Capital Group und Gründer von Fox Family Worldwide. Die Finanzkraft seiner Unternehmensgruppe beruht unter anderem auf Kinder-TV-Programmen wie etwa den »Power Rangers«.

Die Bauer-Gruppe hat nach Angaben von KirchMedia weiterhin Interesse am Erwerb von Anteilen an ProSiebenSat.1 und dem Filmrechtehandel, zieht sich aber mit sofortiger Wirkung aus dem Bieterverfahren zurück.

»Wir haben Verständnis für diese Maßnahme,« erklärt KirchMedia-Geschäftsführer Hans-Joachim Ziems, »und begrüßen, dass der Bauer Verlag weiterhin offen für einen Vertragsabschluss ist.«

Zwar ist aus der Sicht der Geschäftsführung und des Insolvenzverwalters Dr. Michael Jaffé der konzeptionelle Ansatz des Bauer Verlags »schlüssig und stimmig«, aber das Angebot der Saban-Unterhändler sei »zur Zeit sowohl im materiellen Bereich als auch in der zeitlichen Umsetzung attraktiver«. Zudem hatte der Gläubigerausschuss Druck gemacht und Insolvenzverwalter wie Geschäftsführung von KirchMedia aufgefordert, bis zum kommenden Wochenende mit einem der beiden Bieter zum Abschluss zu kommen.

Das soll nun geschehen und laut KirchMedia-Geschäftsführer Ziems soll das Saban-Angebot jetzt »vertraglich wasserdicht« gemacht werden. Trotzdem gelte: »Wir halten die Verbindung mit Bauer weiterhin aufrecht und sehen im Fall eines Scheiterns der Verhandlungen die von Bauer ausgestreckte Hand als Alternative.«

Alles deutet also nun darauf hin, dass die von Haim Saban geführte amerikanische Medien-Unternehmensgruppe den Zuschlag für die Kirch-Übernahme erhält. Was bedeutet das für die Produktions- und Postproduktionswirtschaft?

Haim Saban hat zu Beginn seiner Karriere in Israel und Frankreich auch als Komponist und Arrangeur von Filmmusik gearbeitet, er ist Produzent, er kennt diese Seite der Branche. Aber er sitzt mit seiner US-Unternehmensgruppe unter anderem auch auf zahllosen Rechten und fertigen Produktionen. Deshalb fürchten viele, Saban brauche in Deutschland eigentlich nur Abspielstationen und wenn er den Zuschlag erhalte, sei das schlecht für den deutschsprachigen Produktionsmarkt, ganz besonders für all das, was in den vergangenen Jahren jenseits von billigen Studioproduktionen wie Talk- und Gerichtsshows an deutschen TV-Serien und TV-Movies produziert wurde.

Das kann in der Realität auch ganz anders aussehen, denn Saban wird in etlichen Biografien als beeindruckende Medienunternehmerpersönlichkeit beschrieben, als Mann, der nicht nur die Finanzen im Blick hat, sondern auch stets Neues wagen und schaffen will. Erhält er nun tatsächlich den Zuschlag, könnte das also durchaus auch positive Auswirkungen auf die deutsche Medienlandschaft haben.

Autor: red

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