Branche, Interview, Top-Story: 01.02.2005

Nadja Rudas: HD-Jahr 2005?

50 Insider aus verschiedenen Bereichen der Film-, TV- und Videobranche haben die Fragen von www.film-tv-video.de zum Thema HD beantwortet. Eine Zusammenfassung analysiert die Stimmung in der Branche, zudem stehen auch die Antworten der einzelnen Befragungen in voller Länge zur Verfügung. In diesem Beitrag lesen Sie die Antworten von Nadja Rudas. (Zum Download bitte auf den Dateinamen am Ende des Artikels klicken.)

B_0105_Voss_RudasNadja Rudas ist Geschäftsführerin der Postproduction-Facility Voss TV Ateliers. Voss hat im Jahr 2004 in HD-taugliches Postproduction-Equipment investiert.

**Welche Bedeutung hat HD heute in Ihrem Tätigkeitsbereich? Wie und wann wird sich das aus Ihrer Sicht ändern?

HD hat seit Anfang 2004 eine immer größer werdende Bedeutung in unserem Unternehmen. Leider konnten wir der Werbewelt den Begriff HD noch nicht nahe genug bringen, so dass das Wissen über diese wirklich sehr viel bessere Qualität noch nicht in den Agenturen vertreten ist. Wir sind natürlich auf dem Weg, dies zu ändern.

**Beim Thema HD wird in Deutschland oft von der Signalwirkung gesprochen, die von der Fußball-WM 2006 ausgehen werde. Wie beurteilen Sie dieses Thema?

So lange dem Endverbraucher noch nicht klar ist, was HD für ihn bedeutet, wird man wohl kaum das gewünschte Interesse erzielen.
Aber bis 2006 dauert es ja noch, bis dahin wird es hoffentlich die entsprechend – preislich interessant – gestalteten TV-Geräte und Beamer für die Endverbraucher geben.

**Welches Hindernis hemmt derzeit die Verbreitung von HD im Markt am meisten? Wie könnte man dem begegnen? Was muss aus Ihrer Sicht passieren, damit HD in Deutschland alltägliche Realität wird?

Die Sender müssten sich dazu entschließen, die bereits auf HD gedrehten Filme und Dokumentationen auch entsprechend zusätzlich in dieser brillanten Qualität auszustrahlen.

**Wann werden die Zuschauer in Deutschland regelmäßig bei mehreren Sendern HDTV sehen können? Spielt das für Ihren Tätigkeitsbereich eine Rolle? Was erwarten Sie beim Thema HDTV von den öffentlich-rechtlichen Anbietern, was von den privaten?

Sollte sich der Broadcast-Markt entschließen, die WM 2006 tatsächlich zusätzlich auch in HD aus zu strahlen, kann das recht zügig vorangehen.
Für unser Geschäft würde dies wohl enormen Zuwachs bedeuten, da neue Programme erstellt und die »alten« Programme umformatiert werden müssten.
Die öffentlich-rechtlichen sowie die privaten Sender sollten HD zu Gunsten des Endverbrauchers entsprechend vorantreiben. Ich würde da nicht differenzieren.

**Welche Rolle spielt aus Ihrer Sicht der Consumer-Markt mit Technologien wie HDTV in der Aufzeichnung, mit HD-DVD und der zunehmenden Verbreitung von Plasma- und LC-Displays?

Generell spielt der Consumer-Markt natürlich eine extrem große Rolle. Er ist neben den Sendern wahrscheinlich das wichtigste Glied in der Kette. Das Verhältnis zwischen Consumer-Markt und Sendern lässt sich mit jenem zwischen Huhn und Ei vergleichen: ohne das Eine wäre das Andere nicht.
Dem Endverbraucher muss natürlich die Möglichkeit gegeben werden, HD genauso zu genießen und an zu wenden wie SD. Mit den neuen Plasma- und LC-Displays ist das natürlich ein Wahnsinns-Genuss.

**Wie sollte aus Ihrer Sicht ein europäischer HDTV-Standard aussehen? Nennen Sie uns bitte die Eckwerte und ergänzen Sie diese mit einer kurzen Begründung.

1920x1080 Pixel in 25p oder 50i – je nach Verwendungszweck. Und das natürlich, weil in Deutschland die meisten bisher verfügbaren Aufnahme-, Bearbeitungs- und Wiedergabegeräte mit dieser HD-Variante am besten und unkompliziertesten verarbeiten können.

**Was wollen Sie uns noch zum Thema HD mitteilen?

Es ist sehr schade, dass mit der Etablierung des neuen Standards HD wieder einmal kein gemeinsamer weltweiter Standard gefunden werden konnte. Aber so bleibt es wenigstens spannend.

Downloads zum Artikel:

T_0105_HD_Voss_Rudas.pdf

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Autor
C. Gebhard, G. Voigt-Müller
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