Branche: 18.02.2014

Berlinale 2014: Auf dem Weg zum Publikumsfestival?

Am Samstag wurden die Preise verliehen, am gestrigen Sonntag ging die Berlinale dann mit einem Publikumstag zu Ende. Einen Rekord kann die Berlinale in jedem Fall feiern: Insgesamt wurden rund 330.000 Eintrittskarten verkauft und damit die Vorjahresmarke noch einmal übertroffen.

Der Zuschaueransturm ist auch bei den 64. Internationalen Filmfestspielen Berlin weiter angewachsen. Das ist natürlich ein sehr gutes Zeichen: Das Publikum interessiert sich ganz offenbar dafür, Filme aus aller Welt zu sehen, darunter auch solche, die vielleicht niemals einen deutschen Verleih finden werden. Auch Filme, die jenseits der Mainstream-Hochglanz-Blockbuster-Maschine Hollywood produziert werden, fanden etwa auch am Sonntag, den das Festival zum Berlinale-Kinotag proklamiert hat, zahlreiches zahlendes Publikum: Viele Festivalfilme aus den verschiedenen Sektionen wurden hierbei in den Berlinale-Spielstätten wiederholt.

Festivalpublikum, das sich tatsächlich Filme anschaut und nicht nur in Form kreischender Teenager am roten Teppich die Hintergrundstaffage für kurz mal eingeflogene Stars abgibt — das lässt doch hoffen.

Preisträger

Im Rahmen der Berlinale werden zahlreiche Preise verliehen — von offiziellen Jurys und von unabhängigen Jurys, dann gibt es noch Leser- und Publikumspreise und die Preise des Berlinale Co-Production Market und von Berlinale Talents. Im folgenden eine Übersicht der Preisträger dieses Jahres.

Preise der offiziellen Jurys

Goldener Bär für den besten Film an den Produzenten von »Bai Ri Yan Huo« (»Black Coal, Thin Ice«) von Diao Yinan.

Großer Preis der Jury in Form eines silbernen Bären für »The Grand Budapest Hotel« von Wes Anderson.

Den Alfred-Bauer-Preis für einen Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet, in Form eines silbernen Bären an »Aimer, boire et chanter« (»Life of Riley«) von Alain Resnais.

Silberner Bär für die beste Regie an Richard Linklater für »Boyhood«.

Silberner Bär für die beste Darstellerin Haru Kuroki in »Chiisai Ouchi« (»The Little House«) von Yoji Yamada.

Silberner Bär für den besten  Darsteller Liao Fan in »Bai Ri Yan Huo« (»Black Coal, Thin Ice«) von Diao Yinan.

Silberner Bär für  das beste Drehbuch Dietrich Brüggemann und Anna Brüggemann für »Kreuzweg« (»Stations of the Cross«) von Dietrich Brüggemann.

Silberner Bär für eine herausragende künstlerische Leistung aus den Kategorien Kamera, Schnitt, Musik, Kostüm oder Set-Design an Zeng Jian für die Kameraführung in »Tui Na« (»Blind Massage«) von Lou Ye.

Bester Erstlingsfilm, dotiert mit 50.000 Euro, gestiftet von der GWFF, an »Güeros« von Alonso Ruizpalacios.

Goldener Bär für den besten Kurzfilm: »Tant qu’il nous reste des fusils à pompe« (»As long as shotguns remain«) von Caroline Pogg und Jonathan Vinel.

Preis der Kurzfilmjury in Form eines silberner Bären: »Laborat« von Guillaume Cailleau.

Berliner Kurzfilm-Nominierung für den Europäischen Filmpreis:»Taprobana« von Gabriel Abrantes.

DAAD-Kurzfilmpreis: »Person to Person« von Dustin Guy Defa.

Gläserner Bär der Kinderjury Generation Kplus für den besten Kinderfilm: »Killa« (»The Fort«) von Avinash Arun.

Lobende Erwähnung der Kinderjury Generation Kplus: »Hitono Nozomino Yorokobiyo« (»Joy of Man’s Desiring«) von Masakazu Sugita.

Gläserner Bär der Kinderjury Generation Kplus für den besten Kurzfilm: »Sprout« von Ga-eun Yoon.

Lobende Erwähnung der Kinderjury Generation Kplus für den Kurzfilm »Sepatu Baru« (»On Stopping the Rain«) von Aditya Ahmad.

Großer Preis der Internationalen Jury von Generation Kplus für den besten Langfilm (7.500 Euro, gestiftet vom Deutschen Kinderhilfswerk): »Ciencias Naturales« (»Natural Sciences«) von Matías Lucches.

Lobende Erwähnung der Internationalen Jury von Generation Kplus: »Killa« (»The Fort«) von Avinash Arun.

Spezialpreis der Internationalen Jury von Generation Kplus für den besten Kurzfilm (2.500 Euro, gestiftet vom Deutschen Kinderhilfswerk): Animationsfilm »Moy lichniy los’« (»My Own Personal Moose«) von Leonid Shmelkov.

Lobende Erwähnung der Internationalen Jury von Generation Kplus für den Kurzfilm »El« (»Away«) von Roland Ferge.

Gläserner Bär der Jugendjury Generation 14plus für den besten Film: »52 Tuesdays« von Sophie Hyde.

Lobende Erwähnung der Jugendjury Generation 14plus »Ärtico« (»Arctic«) von Gabri Velázquez.

Gläserner Bär der Jugendjury Generation 14plus für den besten Kurzfilm »Mike« von Petros Silvestros.

Lobende Erwähnung der Jugendjury Generation 14plus Kurzfilm »Emo (the musical)« von Neil Triffett.

Großer Preis der Internationalen Jury von Generation 14plus für den besten Langfilm (7.500 Euro, gestiftet von der Bundeszentrale für Politische Bildung): »Violet« von Bas Dev.

Lobende Erwähnung der Internationalen Jury von Generation 14plus: »Einstein and Einstein« von Cao Baoping.

Spezialpreis der Internationalen Jury von Generation 14plus für den besten Kurzfilm (2.500 Euro, gestiftet von der Bundeszentrale für Politische Bildung): »Vetrarmorgun« (»Winter Morning«) von Sakaris Stórá.

Lobende Erwähnung der Internationalen Jury von Generation 14plus für den Kurzfilm »Søn« (»Son«) von Kristoffer Kiørboe.

Preise der unabhängigen Jurys

Ökumenische Jury
Wettbewerb »Kreuzweg« (»Stations of the Cross«) von Dietrich Brüggemann.
Lobende Erwähnung Wettbewerb: »’71« von Yann Demange
Panorama: »Calvary« von John Michael McDonagh.
Lobende Erwähnung Panorama: »Triptyque« (»Triptych«) von Robert Lepage, Pedro Pires.
Forum: »Sto spiti« (»At Home«) von Athanasios Karanikolas.

Fipresci-Jury
Wettbewerb: »Aimer, boire et chanter« (»Life of Riley«) von Alain Resnais.
Panorama: »Hoje Eu Quero Voltar Sozinho« (»The Way He Looks«) von Daniel Ribeiro.
Forum »Forma« von Ayumi Sakamoto.

Preis der Gilde deutscher Filmkunsttheater: »Boyhood« von Richard Linklater.

CICAE Art Cinema Award
Panorama: »Kuzu« (»The Lamb«) von Kutluğ Atama.
Forum: »She’s Lost Control« von Anja Marquardt.

Label Europa Cinemas: »Blind« (»Blind«) von Eskil Vogt.

Teddy Award
Bester Spielfilm: »Hoje Eu Quero Voltar Sozinho« (»The Way He Looks«) von Daniel Ribeiro.
Bester Dokumentar-/Essayfilm: »Der Kreis« (»The Circle«) von Stefan Haupt.
Bester Kurzfilm: »Mondial 2010« von Roy Dib.
Teddy Jury Award: »Pierrot Lunaire« von Bruce LaBruce.

Made in Germany – Förderpreis Perspektive (15.000 Euro, gestiftet von Glashütte Original): Sandra Kaudelka für »Intershop«  ex aequao Sebastian Mez für »274«.

DFJW-Preis Dialogue en Perspective, dotiert mit 5.000 Euro, gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) »Anderswo« (»Anywhere Else«) von Ester Amrami. Lobende Erwähnung »Nebel« (»Fog«) von Nicole Vögele.

Caligari-Filmpreis: »Das große Museum« (»The Great Museum«) von Johannes Holzhausen.

NETPAC-Preis: »Cheol-ae-kum« (»A Dream of Iron«) von Kelvin Kyung Kun Park ex aequao »Non-fiction Diary« (»Non-fiction Diary«) von Jung Yoon-suk.

Friedensfilmpreis: »We Come as Friends« (»We Come as Friends«) von Hubert Sauper.

Amnesty International Filmpreis: »Al midan« (»The Square«) von Jehane Noujaim.

Cinema Fairbindet: »Concerning Violence« von Göran Hugo Olsson.

Heiner-Carow-Preis: »Meine Mutter, ein Krieg und ich« (»My Mother, a War and Me«) von Tamara Trampe, Johann Feindt.

Think:Film Award gestiftet von der Allianz Kulturstiftung: »Provenance« von Amie Siegel.

Panorama-Publikumspreis Spielfilm: »Difret« von Zeresenay Berhane Mehari.

Panorama-Publikumspreis Dokumentarfilm: »Der Kreis« (»The Circle«) von Stefan Haupt.

Preis der Leserjury der Berliner Morgenpost: »Boyhood« von Richard Linklater.

Preis der Leserjury des Tagesspiegel: »Zamatoví teroristi« (»Velvet Terrorists«) von Pavol Pekarčík, Ivan Ostrochovský, Peter Kerekes.

Else-Preis der Siegessäule-Leser/innen-Jury: »52 Tuesdays« von Sophie Hyde.

Arte International Prize, dotiert mit 6.000 Euro: Emir Baigazin für »The Wounded Angel«.

VFF Highlight Pitch Award, dotiert mit 10.000 Euro: Bavo Defurne für »Souvenir«.

Dolby Atmos Policy Trailer: Yulia Glukhova.

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Autor
red

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