Unternehmen: 19.10.2017

BPM schließt Niederlassung in Berlin

Zum Ende Oktober 2017 schließt BPM seine Niederlassung in Berlin. film-tv-video sprach mit Arne Buhr über die Gründe.

Seit 2006 ist BPM mit einer eigenen Hauptstadt-Niederlassung in Berlin vertreten. Nun wird das Unternehmen die Berliner Dependance schließen. Die Gründe dafür nannte Geschäftsführer Arne Buhr im Gespräch mit film-tv-video.de.

BPM, Arne Buhr
Arne Buhr, Geschäftsführer von BPM.

»Leider hat sich der Medienmarkt in Berlin in den vergangenen 18 Monaten zunehmend negativer entwickelt — zumindest in dem Bereich, in dem wir aktiv sind. Das unterscheidet sich klar von unseren Aktivitäten in Hamburg und auch im Rest der Republik — es ist aus unserer Sicht ein regionaler Effekt. Außerdem strebt unser langjähriger Niederlassungsleiter Klaus Nemak auf den Ruhestand zu und unser Mietvertrag am Berliner Standort läuft aus. Letzteres ist natürlich nur ein Randumstand, aber all dies zusammengenommen, hätte doch eine größere Umstrukturierung an diesem Standort erfordert.«

BPM hat sich anders entschieden und wird nun seine Kräfte und Kompetenzen in Hamburg bündeln, hat aber zudem ergänzend hierzu vor kurzem mit Ulrich Maslak einen neuen Key-Account-Manager gewonnen, der den Broadcast-Bereich — und hier insbesondere die Key-Kunden — von Köln aus betreuen wird (siehe Meldung).

BPM, Klaus Nemak
Klaus Nemak bleibt zunächst für BPM in Berlin aktiv und gestaltet den Übergang.

Klaus Nemak bleibt zunächst in Berlin ebenfalls noch für BPM aktiv und gestaltet den Übergang, um diesen auch für die Kunden von BPM möglichst reibungslos zu organisieren, erklärt Arne Buhr. Klaus Nemak ist im Broadcast-Vertrieb im Berliner Markt tief verwurzelt, er war auch vor seinem Wechsel zu BPM im Jahr 2007 schon langjährig in der Branche tätig.

»In Berlin stellt sich der Markt derzeit zunehmend schnelllebiger und beweglicher dar, man könnte auch sagen: volatiler und vielleicht sogar flüchtiger«, lässt Arne Buhr den Blick über das eigene Unternehmen hinausschweifen.

IWD, Hauptstädte in Europa
Umgekehrter Haupstadteffekt: Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner wäre in Deutschland ohne Berlin höher.

In dieser Aussage spiegelt sich vielleicht auch ein Sachverhalt, den vor kurzem das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln bekannt machte: In vielen EU-Staaten ist die jeweilige Hauptstadt ein unverzichtbares wirtschaftliches Zugpferd — nicht so in Deutschland. Das ist eine der Kernaussagen einer Studie, die von dem Institut durchgeführt wurde.

In Deutschland wäre demnach das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner sogar um 0,2 Prozent höher, wenn man Berlin herausrechnen würde. In anderen EU-Staaten spielen die Hauptstädte hingegen in der Regel eine herausragende Rolle und ziehen die Wirtschaftsleistung pro Kopf nach oben — oft in der Größenordnung von 10 % und mehr. Das Institut hat dies auf der Basis von Daten errechnet, die das europäische Statistikamt Eurostat für das Jahr 2015 ermittelt hat.

Wie im Großen, so im Kleinen? Fakt ist jedenfalls, dass es die Berliner Niederlassung von BPM ab Monatsende nicht mehr geben wird.

»Wir befinden uns aber keineswegs auf dem Rückzug, sondern bauen im gleichen Zug in dem wir die Niederlassung Berlin schließen, in anderen Bereichen unserer Aktivitäten aus. So sind wir etwa seit kurzem auch exklusiver Vertriebspartner von I-Movix, einem Hersteller von Slomo-Systemen aus Belgien«, resümiert Arne Buhr.

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IWD (Grafik), Nonkonform
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