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VTFF: Ohne Dienstleister keine funktionierende Filmwirtschaft

Der VTFF bekräftigt auf seiner Frühjahrstagung die gestaltende Rolle der Dienstleister in der Film- und TV-Wirtschaft. NRW-Medienminister Liminski sieht Startpunkt für fortlaufenden Reformprozess der Film- und Serienförderung.
©VTFF

VTFF-Geschäftsführer Achim Rohnke.

Die flexible Investitionsverpflichtung für Streamer und Sender sowie die neuen Richtlinien für die Fördertöpfe des Bundes standen im Mittelpunkt der Frühjahrstagung des Verbandes der Technischen Betriebe für Film und Fernsehen (VTFF). Als Keynote-Speaker konnte der Verband Nathanael Liminski gewinnen, Chef der Staatskanzlei und Medienminister des Landes Nordrhein-Westfalen. VTFF-Geschäftsführer Achim Rohnke kündigte an, in der Diskussion um das Investitionsverpflichtungs-Gesetz weiter für die Positionen der technisch-kreativen Dienstleister zu kämpfen.

In seiner Keynote strich Liminski vor den VTFF-Mitgliedern die Notwendigkeit eines funktionierenden Ökosystems aus Sendern, Streamern, Produzenten und technisch-kreativen Dienstleistern heraus. Der Fokus dürfe nicht nur auf der Produktion von Blockbustern liegen, sondern müsse auch mittlere und kleinere Film- und Serienprojekte berücksichtigen. »Um unsere Infrastruktur auszulasten und unser Innovationspotenzial weiter entwickeln zu können, brauchen wir die mittelgroßen Produktionen.«

©Land NRW / Robin Teller

Nathanael Liminski.

Gegenüber dem weiteren Fortgang der Reform der Filmförderung zeigt sich der Medienpolitiker vorsichtig optimistisch. Den inzwischen publik gewordenen Referentenentwurf für die Investitionsverpflichtung für Sender und Streamer in den deutschen Film- und Fernsehmarkt (Mediendienste-Investitionsverpflichtungs-Gesetz) bezeichnete Liminski als »guten Startpunkt und das Beste aus beiden Welten«. Und weiter: »Wir haben erstens einen tragfähigen Kompromiss zur Investitionsverpflichtung und dazu zweitens eine nahezu verdoppelte Fördersumme von 250 Millionen Euro.« Das sei in Zeiten von Haushaltskürzungen in sehr vielen Bereichen und wirtschaftlicher Rezession durchaus bemerkenswert. Jetzt ist es wichtig, »dass die Branchenvereinbarungen so ausgestaltet werden, dass tatsächlich in den Produktionsstandort Deutschland investiert wird – mit dem Sicherheitsnetz einer gesetzlichen Mindestquote«, so Liminski weiter. Zweitens bekomme die Branche jetzt angepasste Richtlinien für die Anreizförderung des Bundes mit »deutlich niedrigeren Einstiegsschwellen«. Dafür habe sich Nordrhein-Westfalen besonders eingesetzt.

Liminski betonte in einer Q&A-Session mit VTFF-Geschäftsführer Achim Rohnke, dass er die genannten Gesetzesvorhaben nur als Teil des gesamten Reformprozesses der Filmförderung sieht: »Das, was jetzt in Berlin vorgelegt worden ist, ist der Anfang. Das ist aber kein Abpfiff der Diskussion.«

©Andrea Zuska

Andrea Zuska.

Dass eine Investitionsverpflichtung zu mehr Wachstum führen kann, zeigte die Strategieberaterin Andrea Zuska den versammelten VTFF-Mitgliedern in einer detaillierten Studie über die ökonomische Welt der Streamer in Europa. Die Einführung einer Investitionsverpflichtung für die globalen Streamer 2021 in Frankreich habe in einem stagnierenden Markt zu Wachstum geführt, so Zuska.

VTFF-Geschäftsführer Achim Rohnke kündigte an, dass sich der VTFF in die Debatte um das Gesetzgebungsverfahren, das bis Ende 2026 laufen wird, vehement einbringen werde. »Wir werden darum kämpfen, dass der VTFF als führender Verband der technisch-kreativen Dienstleister und nicht nur die Verbände der Hersteller bei den anstehenden Verhandlungen mit den Streamern und Sendern mit am Tisch sitzen«, so Achim Rohnke.

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