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Filmförderung: Die Töpfe sind leer
Die wirtschaftliche Filmförderung des Bundes ist an ihre Grenzen gestoßen. DFFF 1, DFFF 2 und German Motion Picture Fund (GMPF) haben ihre für 2026 vorgesehenen 250 Millionen Euro bereits Ende August verplant – knapp vier Monate vor Jahresende. Bund und Branche bewerten dies sehr unterschiedlich.
Kulturstaatsminister Weimer sieht den frühzeitigen Förderstopp als Beleg für die Wirksamkeit der Bundesfilmförderung: 2026 seien so viele Film- und Serienproduktionen gefördert worden wie nie zuvor, 2025 und 2026 zusammen stünden mit über 530 Millionen Euro für kulturelle und wirtschaftliche Filmförderung auf einem historischen Höchststand. Auch international sei deutscher Film derzeit so erfolgreich wie lange nicht.
Mehrere Verbände der Film- und Produktionswirtschaft ziehen aus denselben Zahlen eine andere Schlussfolgerung. Sie sehen im vorzeitigen Förderstopp einen Vertrauensbruch: Der Bund habe der Branche nach Streichung des im Koalitionsvertrag vorgesehenen steuerbasierten Fördersystems zugesagt, die wirtschaftliche Filmförderung für drei Jahre auf jährlich 250 Millionen Euro zu sichern. Dass für 2027 nun eine Kürzung auf rund 200 Millionen Euro angekündigt ist, konterkariere diese Zusage – ausgerechnet in dem Jahr, in dem die hohe Nachfrage den Bedarf an verlässlicher Förderung eigentlich bestätige.
Strittig ist zudem die Kinoinvestitionsförderung: Die Verbände stellen fest, dass sich das geplante Zukunftsprogramm Kino nicht wie vorgesehen aus nicht abgerufenen DFFF- und GMPF-Mitteln querfinanzieren lasse, weil diese Mittel längst ausgeschöpft seien. Ein eigener Haushaltsansatz für die Kinoinvestitionsförderung fehle bislang.
Die Stellungnahme der Verbände im Wortlaut
Vertrauen braucht Verlässlichkeit!
Die Töpfe des DFFF 1 & 2 sowie des GMPF sind bereits vier Monate vor Jahresende ausgeschöpft. Das zeigt die enorme Nachfrage und das Wachstumspotenzial des Filmstandorts Deutschland. Deutsche Studios und Drehorte, Crews und Kreative, Produktionsunternehmen und Dienstleister sind gefragt – und stärken damit die gesamte filmwirtschaftliche Wertschöpfungskette bis hin zu den Kinos.
Mit dem vorzeitigen Förderstopp wird ein wertvoller Hebel für mehr Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland leichtfertig aus der Hand gegeben. Es wird darüber hinaus deutlich, dass eine Querfinanzierung der Kinoinvestitionsförderung aus nicht benötigten Mitteln des DFFF und GMPF, nicht funktioniert. Es fehlt immer noch ein Haushaltsansatz für die Kinoinvestitionsförderung Zukunftsprogramm Kino, welche die Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Basis der Kinostandorte stärkt und so die kulturelle Teilhabe in Stadt und Land sichert.
Die hohe Nachfrage ist vor allem ein dringendes Signal an die Politik: Filmproduktionen brauchen langfristige Planungssicherheit. Förderstopps, kurzfristige Änderungen und Zweifel an den Rahmenbedingungen gefährden bereits vorbereitete Projekte, Investitionsentscheidungen und Arbeitsplätze.
Als das im Koalitionsvertrag vorgesehene steuerbasierte Filmfördersystem gestrichen wurde, erhielt die Branche die Zusage, die wirtschaftliche Filmförderung auf jährlich 250 Millionen Euro zu erhöhen. In mehreren Gesprächen mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) wurde erklärt, dass dieser Haushaltsansatz für drei Jahre gesichert sei. Diese Zusage hat Vertrauen geschaffen, Projekte angestoßen und neue Investitionen ausgelöst.
Dabei geht es um weit mehr als Filmförderung allein. Eine starke Filmwirtschaft ist ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Umso unverständlicher ist nach der jetzt erfolgten frühzeitigen Ausschöpfung der 250 Millionen Euro die bereits für 2027 angekündigte Kürzung auf nur noch rund 200 Millionen Euro. Sie gefährdet den gerade gewonnenen Aufschwung in der Produktionsbranche und droht, das Vertrauen in die Verlässlichkeit des Filmstandorts Deutschland erneut zu beschädigen. Zudem führt diese Kürzung dazu, dass Deutschland als Produktionsland im europäischen Standortwettbewerb weiter den Anschluss verliert.
Deshalb fordern die unterzeichnenden Verbände: Die geplante Kürzung der Filmförderung des Bundes für 2027 muss vollständig zurückgenommen werden. Die zugesagten 250 Millionen Euro müssen auch 2027 – sowie in den Folgejahren – in voller Höhe für die Bundesförderung im Bereich Kinofilm, TV/ VoD sowie Produktionsdienstleister zur Verfügung stehen. Dabei muss sichergestellt sein, dass die getrennt zugewiesenen Haushaltsansätze für die jeweiligen Förderlinien bewahrt bleiben und nicht jederzeit nach Bedarf verschoben werden können.
Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen lassen sich Förderstopps verhindern, Investitionen absichern, Qualität und kulturelle Vielfalt am Filmstandort Deutschland fördern und Beschäftigung sowie Wertschöpfung nachhaltig stärken.
Die Förderung wirkt. Jetzt muss die Zusage gelten.












