Recording, Test, Top-Story: 07.08.2003

Kraftpaket

JVC präsentiert mit dem Profi-DV-Recorder BR-DV 6000 ein leistungsstarkes Kraftpaket mit aggressivem Preis.

Der BR-DV6000 von JVC ist ein DV-Editing-Recorder mit integriertem Front-Display. Er bietet zahlreiche Anschlüsse, ist fernsteuerbar und spielt neben DV– auch DVCAM-Bänder in den Kassettengrößen Mini- und Standard-DV ab.

Schon beim ersten Blick fällt das Display ins Auge, das JVC dem kompakten Recorder mit halber Rackbreite spendiert hat. Der DV6000 ist der zweite Recorder seiner Klasse, der ein solches farbiges Front-Display bietet. Bislang konnte nur Sonys DV/DVCAM-RecorderDSR-45 damit protzen (siehe auch <Test in der Info-Zone). Auch in anderen Ausstattungsbereichen ähneln sich die beiden Recorder auf frappierende Weise. JVC hebt bei seinem Recorder jedoch hervor, dass er nicht nur als Zuspieler für nonlineare Editing-Systeme, sondern auch und vor allem als vollwertiger Editing-Recorder geeignet sei. Die Zahl der Anschlüsse und die Ausstattung unterstreichen diesen Anspruch.

Die Bildschirmdiagonale des mittig platzierten Front-Farbdisplays beträgt rund sechs Zentimeter. Der Schirm zeigt das anliegende oder das wiedergegebene Bild des Recorders. Dieses schöne Ausstattungsmerkmal steht der neuen JVC-Maschine sehr gut zu Gesicht.

Das Display bietet aber nicht nur bunte Bilder, sondern bietet analog zum Display des JVC-Camcorders GY-DV5000 (siehe auch Camcorder-Test in der Info-Zone) auch weiteren Betriebsmodi: So lässt sich ins Videobild nicht nur der Timecode einblenden, sondern zusätzlich auch noch ein Balkeninstrument für den Audiopegel. Wer’s lieber klassisch mag, kann auf dem Display auch nur die Statusinformationen auf schwarzem Hintergrund darstellen. Auch die Einstellmenüs zeigt der Recorder auf dem integrierten Schirmchen an. Die unterschiedlichen Darstell-Modi lassen sich mit mehrfachem Druck auf die Taste »Display« nacheinander abrufen.

Nur ein mechanisches Zusatz-Feature hätten sich die Tester noch gewünscht: eine Kippfunktion. Der Sichtwinkel des Displays ist nämlich verhältnismäßig klein, nur wenn der Recorder auf Augenhöhe steht, ist das Bild richtig gut zu sehen. Ein simpler Mechanismus, mit dem sich der Schirm etwa zum Betrachter kippen ließe, brächte hier viel zusätzlichen Komfort.

Der BR-DV6000 arbeitet, abweichend von üblichen DV-Geräten, durchgängig mit Locked Audio: Bild und Ton sind also fest miteinander verkoppelt. Das führt nach Redaktionserfahrungen aber nicht zu Kompatibilitätsproblemen, hat also letztlich nur Vorteile.

Positiv: Der DV6000 ist ausgesprochen kontaktfreudig. Neben DV-I/O stehen FBAS-, Y/C– und YUV-Buchsen fürs Bild sowie Cinch-Anschlüsse für den Ton zur Verfügung. Optional bietet JVC auch XLR-Buchsen für den Ton an, in der Grundversion des Geräts sind sie allerdings — im Unterschied etwa zu Sonys Konkurrrenzmodell DSR-45 — nicht eingebaut.

Timecode-In-/Out-Buchsen bietet der DV6000 ebenso, wie eine Sync-Buchse für externe Referenzsignale. Weiter stehen für den Anschluss des Recorders an Schnittsysteme auch diverse Remote-Buchsen zur Verfügung. Mit der neunpoligen RS-422-Buchse etwa findet der Recorder an nahezu jedem professionellen Schnittsystem Anschluss, und mit der zwölfpoligen JVC-Remote-Buchse lässt er sich auch an Schnittsteuereinheiten mit JVC-Bus-Kompatibilität anschließen, etwa ans Steuerpult RM-G800. Die einfache Serial-Buchse erlaubt den Anschluss eines Start/Stop-Schalters oder der JVC-Kabelfernsteuereinheit RM-G30. Zusätzlich ist selbstverständlich auch die Fernsteuerung via DV-Buchse möglich. Im Test ließ sich der Recorder hierüber etwa vollkommen problemlos von der Apple-Editing-Software Final Cut Pro 3 aus steuern.

Der DV6000 überzeugt durch eine ausgesprochen aufgeräumte Frontplatte: Links neben dem Display sind alle Tasten für die Menüsteuerung und die Audiopegel untergebracht, rechts neben dem Display die Laufwerktasten und alle Tasten für die Kanalauswahl. Schön: Alle Tasten sind groß, die Pegelsteller für den Ton relativ griffig und stabil.

Besonders beeindruckt der DV6000 auch, wenn er zu spulen beginnt. Mit 100facher Spulgeschwindigkeit ist das Band in Windeseile an der richtigen Stelle, und dank des 20fachen Bildsuchlaufs wird selbst das Suchen nach einer Szene mit sichtbarem Bild richtig komfortabel. Möglich wird das durch zwei spezielle Motoren, die JVC für die Bandsteuerung eingebaut hat. Das schnelle Spulen macht sich auch im Zusammenspiel mit einem Schnittsystem absolut positiv bemerkbar, denn es spart Zeit.

Der JVC BR-DV6000 ist ein gelungener, kompakter DV-Recorder, der sich dank seiner Ausstattung für semiprofessionelle wie auch für professionelle Einsätze ausgesprochen gut eignet. Der konkurrenzfähige Preis macht den Recorder sehr interessant und für Besitzer eines DV5000-Camcorders ist der JVC-Recorder ohnehin eine sehr gute Wahl.

Downloads zum Artikel:

T_0703_Test_JVC_DV6000_L.pdf

Autor
C. Gebhard, G. Voigt-Müller
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