Kamera, Test, Top-Story: 23.02.2006

So klein und schon HD?

Sony präsentiert mit dem HVR-A1E einen HDV-Camcorder im Kompaktformat: Hat der Kleine genügend drauf, um in der Profiwelt zu bestehen? (Eine detailreichere, druckfreundliche Version des Test steht als PDF am Ende des Online-Artikels zum Download bereit.)

HDV ist in den vergangenen Monaten mit Nachdruck in die Profiwelt eingezogen: Produktionsfirmen drehen mit HDV-Camcordern, wenn das Budget für »richtiges« HD nicht reicht und setzen die kompakten HDV-Camcorder häufig als Ergänzung zu einem HDCAM– oder DVCPROHD-Camcorder ein. Wie vor etlichen Jahren die ersten DV-Camcorder, profitieren nun die HDV-Camcorder von ihrer kompakten Baugröße, den vergleichsweise niedrigen Preisen und ihrer — trotz hoher Kompression — teilweise verblüffenden Bildqualität.

Da kann es kaum verwundern, dass Sony bei der Einführung von HDV auf eine Strategie setzt, die schon bei DV erfolgreich war: Mit dem HDR-FX1 präsentierte der Hersteller zunächst einen Consumer-HDV-Camcorder und kurze Zeit später dessen Profivariante HVR-Z1 (einen Test dieser Camcorder finden Sie hier). Nur wenige Monate später legte Sony mit dem HDR-HC1E ein extrem kompaktes Consumer-HDV-Gerät nach, das es nun als HVR-A1E ebenfalls in einer Profiversion gibt.

Alleinstellung

Wenn Sie einfach nur den kleinsten, leichtesten HD-Camcorder suchen, den es derzeit gibt, dann ist Ihre Suche hiermit zu Ende: der HVR-A1 erfüllt dieses Kriterium. Von den anderen HDV-Camcordern und erst recht von HD-Camcordern anderer Formate trennen ihn Welten, was die Abmessungen angeht. Einen kompakteren, kleineren HD-Camcorder zu bauen, der auch Profis ansspricht, dürfte auf absehbare Zeit kaum möglich sein.

Basics

Wie sein großer Bruder, der HVR-Z1, kann der HVR-A1 wahlweise ein HDV-Signal in 1080i, ein DVCAM– oder ein DV-Signal aufzeichnen. Wer sich für HDV entscheidet, dreht generell in 16:9. Bei DV und DVCAM gibt es die Möglichkeit, zwischen 4:3 oder 16:9 zu wählen. Der Camcorder ist neben dem Sucher auch mit einem ausklappbaren 16:9-LCD-Monitor bestückt, der eine Bilddiagonale von knapp 7 cm aufweist.

Der HVR-A1 ist mit einem 1/3-Zoll-CMOS-Chip ausgerüstet. Der soll zusammen mit einer verbesserten Prozessor-Technologie einen höheren Dynamikumfang sowie geringeren Stromverbrauch als ein CCD-Sensor erreichen und dabei gleichzeitig hohe Bildqualität liefern. Der Bildsensor arbeitet nativ im 16:9-Format, er nutzt bei Aufnahmen in diesem Seitenverhältnis 1,98 Millionen Bildpunkte für Bewegtbildaufnahmen (für digitale Fotos nutzt der Camcorder bis zu 2,76 Millionen Pixel).

Die Unterschiede zum Consumer-Gerät HC1 im kurzen Überblick: Der HVR-A1 verfügt über einen integrierten Down-Konverter zu SD, bietet XLR-Audioeingänge, flexible Timecode-Einstellungen sowie einen 16-9-Sucher, der sich zwischen Farbe und Schwarzweiß umschalten lässt. Ein wichtiger Unterschied ist natürlich auch der Preis: Den HC1 gibt’s zum Netto-Listenpreis von 1.724 Euro, den A1 für rund 2.500 Euro — allerdings packt Sony beim A1 neben den genannten zusätzlichen Ausstattungsmerkmalen auch ein Support-Paket dazu, das etwa im Reparaturfall ein Ersatzgerät garantiert.

Der A1 ist sehr kompakt und leicht, er lässt sich problemlos auf 670 g Gesamtgewicht abstrippen, mit Akku NP-FM50, 60-Minuten-Kassette, Sonnenblende, XLR-Adapter und Mikro wiegt er rund 1,1 kg.

Wer sich den A1 genauer ansieht, kann dabei einige Ähnlichkeiten zu Sony-Camcordern aus dem DV-Lager erkennen. Von Bauform, einigen Details etwa bei den Anschlüssen und von der Touchscreen-Bedienung her, ähnelt er dem DCR-TRV60. Den XLR-Adapter-Aufsatz hat der A1 bis auf ein kleines Detail exakt vom unter Profis relativ weit verbreiteten 3-CCD-DV-Camcorder DSR-PDX10 übernommen: Lediglich ein anderer Anschlussschuh unterscheidet den XLR-Adapter des A1 von dem des PDX10 (einen test des PDX10 finden Sie hier.

Ist der A1 also so etwas wie die HD-Version des PDX10? Nein, ganz und gar nicht. Der wichtigste Unterschied zwischen diesen Geräten liegt im Sensorbereich: der PDX10 ist ein 3-CCD-Camcorder, der A1 hat nur einen Bildsensor. Auch von der Baugröße und Ausstattung gibt es massive Unterschiede, so mutet das Ausklapp-Display des A1 im Vergleich zu dem des PD10 winzig an, obwohl es das eigentlich gar nicht ist. Der A1 ist im Unterschied zum PDX10 ganz auf minimale Baugröße abgestimmt: Er ist der kleinste derzeit verfügbare HD-Camcorder.

Bedienung und Ausstattung

Das kompakte Design des Geräts bringt in der Praxis natürlich viele Vorteile, die auf der Hand liegen. An anderer Stelle muss dafür aber Tribut gezahlt werden: Es gibt nur wenige Bedienelemente, mit denen man direkt auf einzelne Funktionen des Camcorders zugreifen könnte. Noch weit mehr, als man das von anderen Kompakt-Camcordern schon kennt, wird der A1 über Bildschirmmenüs bedient. Zudem hat Sony beim A1 das Ausklapp-Display als Touchscreen ausgeführt: Auf dem Schirm werden Tasten simuliert, die man dann mit dem Finger drückt. Selbst Laufwerkstasten fehlen dem Camcorder gänzlich, auch diese Grundfunktionen werden über den Touchscreen gesteuert. Alle typischen Menüeinstellungen muss man ebenfalls auf diese Weise vornehmen.

Dass das nicht immer rückstandsfrei abgeht, versteht sich von selbst: Besonders in widrigen Drehsituationen ist es fast unvermeidlich, dass man das Display verschmutzt. Hautfett, Schweiß und Schmutz schmälern rasch die Darstellungsqualität des Ausklapp-Displays.

Zudem ist es nicht immer ganz einfach, auf Anhieb den richtigen Punkt im Menü zu finden. So mussten die Tester etwa länger nach der Umstellung des Komponenten-Ausgangs auf 1080i suchen. Die Menüführung ist also nicht so gut gelungen, wie man sich das wünschen würde. Dennoch sollte man versuchen, alle Bedienungsfragen darüber und mit Intuition zu lösen, denn so erspart man sich den Blick in die wirklich unübersichtliche, nur rudimentär aufbereitete Bedienungsanleitung.

Der geringen Baugröße ist es auch geschuldet, dass es am Gerät keinen Platz mehr für normale Buchsen gab. Deshalb braucht man für die Wiedergabe von analogen Signalen jeder Art Spezial-Adapterkabel.

Wie bei allen neuen HDV-Camcordern heißt es am Anfang, den Camcorder für den HDV-Modus richtig einzustellen und die Ausgänge wie gewünscht zu beschalten: So kann etwa über den i.Link-Ausgang des Camcorders ein natives HDV-Signal, ein natives DV-Signal (wenn man in DV aufgenommen hat), auf Wunsch aber auch ein von HDV auf DV herunter konvertiertes Signal ausgegeben werden. Noch mehr Möglichkeiten bietet der analoge Komponenten-Ausgang: Hierüber lassen sich HDV-Signale wahlweise in 1080i, aber auch in 576i und 576p ausgeben. Im Menü »Down Convert« sollte zusätzlich noch eingestellt werden, was aus einem HDV-16:9- Bild werden soll, wenn es über die analogen Ausgänge ausgegeben wird: Soll es als Letterbox-Bild oder mit abgeschnittenen Seitenrändern in 4:3 wiedergegeben werden?

Das alles klingt so kompliziert, wie es ist: Mit HDV ist die digitale Aufzeichnungswelt eben nicht einfacher, sondern noch ein Stückchen komplizierter geworden — was man natürlich nicht speziell dem A1 anlasten darf. Zudem bereitet allerdings das Einstellen dieser Funktionalität am A1 mehr Mühe, als aus Sicht der Tester sein müsste.

Das Zoomobjektiv des A1 — ein Zeiss-Objektiv, das für ein Gerät dieser Bauart einen recht guten Eindruck macht — lässt sich auf vier Arten ansteuern: Neben der Wippe, von der die Entwickler dem A1 leider nur die weit verbreitete, nervöse Consumer-Variante spendierten, gibt es auch am Ausklapp-Display eine Tele- und eine Weitwinkel-Taste, mit denen man den Zoombereich des 10fach-Objektivs durchfahren kann. Die Wippe erlaubt Geschwindigkeitsvariationen, die Tasten rufen jeweils die gleiche, konstante Geschwindigkeit ab. Zudem gibt es noch die Möglichkeit, den Bildwinkel über die Fernbedienung zu verändern. Ein Endlos-Drehring am Objektiv ist die vierte Bedienvariante für eine Zoomfahrt. Der gleiche Ring steuert wahlweise Fokus oder Zoom-position.

Sicher manuell Scharfstellen ist beim A1 schwierig: Der LCD-Schirm mit 6,9 cm Bilddiagonale bietet 123.200 Bildpunkte — viel zu wenig, um die Bildschärfe sicher beurteilen zu können. Beim Sucher macht der Hersteller gar keine Angaben zur Auflösung, aber weil das Sucherbild sehr klein ist, gelingt es damit ohnehin nicht, sicher manuell scharf zu stellen. Da hilft es leider auch nicht viel, wenn man den Sucher von Farbe auf Schwarzweiß umschaltet. Aber Sony hat Hilfsmittel eingebaut, die helfen sollen, dieses Manko — das alle HDV-Camcorder mehr oder weniger stark betrifft — zumindest abzumildern: Expanded Focus und farbiges Peaking.

Drückt man die Taste »Expanded Focus«, dann wird der zentrale Bildausschnitt in doppelter Größe auf dem Display dargestellt und man kann wesentlich leichter scharfstellen. Und so funktioniert das farbige Peaking: Ist auf ein Objekt scharfgestellt, umsäumen farbige Linien die Objekt-Konturen auf dem Display — wahlweise in weiß, rot oder gelb. Damit kann man besser erkennen, auf welchen Objekten die Schärfe liegt.

Das Peaking hilft aber leider nicht immer weiter, weil es bei feinen Bildstrukturen — deren Wiedergabe ja eigentlich die Stärke von HD ist — aufgrund der geringen Auflösung von Sucher und LC-Schirm bei vielen Motiven kaum richtig zu sehen ist.

Sucher und Ausklappschirm können beim A1 gleichzeitig ein Bild zeigen, was durchaus nicht bei allen Camcordern so ist, beim A1 aber natürlich besonders viel Sinn ergibt: Schließlich braucht man das Ausklappdisplay auch für die Bedienung des Geräts.

Eine Funktion, die der A1 vom Z1 geerbt hat, ist Shot Transition. Sie ermöglicht den automatisch ablaufenden, fließenden Übergang zwischen zwei vorher festgelegten Camcorder-Einstellungen. Damit lassen sich Zoomfahrten und Schärfeverlagerungen selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen realisieren — und ohne sich auf die Vollautomatik verlassen zu müssen.

Ein Problem bei der Auswahl des Bildausschnitts bringt das Ausklapp-Display mit sich: Es schneidet in der Grundeinstellung das tatsächlich aufgenommene Bild an allen Seiten ab. Das muss man wissen, wenn man nicht in der Nachbearbeitung auf manches unliebsame Problem und etliche Zusatzarbeit stoßen will, weil etwa Gegenstände am Rand ins Bild ragen, die man bei der Aufnahme außerhalb des Bildausschnitts wähnte. Im Menü lässt sich diese Darstellung auf Allscan umstellen.

Ein weiteres Praxisproblem liegt in der Laufwerkposition begründet: Kassetten müssen von unten in den Camcorder eingelegt werden. Das macht den Kassettenwechsel umständlich, sobald man das Gerät auf einem Stativ oder Schwebesystem einsetzt.

Die zuschaltbare Zebrafunktion hilft, überbelichtete Bildbereiche zu erkennen und bei Bedarf korrigierend einzugreifen. Die Blende lässt sich manuell fixieren, ein Balken, der im Display angezeigt wird, gibt dabei eine grobe Orientierung. Es ist auch möglich, den Arbeitspunkt der Blende zu verschieben. Dass sich beide Funktionen über ein und dieselbe Taste abrufen lassen, kann in der Hektik des Drehalltags etwas verwirren.

Um Fehlbelichtungen zu vermeiden, bietet der A1 mit der »Histogramm«-Anzeige eine zusätzliche, sehr nützliche Funktion. Sie stellt grafisch die Helligkeits-Verteilung von Schwarz nach Weiß dar und kann somit wenigstens eine Idee davon geben, ob die Belichtung des Bildes in Ordnung ist, oder ganz daneben liegt. Das Histogramm bietet also bei der Bildbeurteilung etwas Unabhängigkeit vom Display, dessen Bildwiedergabe ja von den Display-Einstellungen und den Betrachtungsbedingungen abhängt.

Den Weißabgleich kann der Videofilmer im Automatik-Modus betreiben aber auch fix auf Kunst- oder Tageslicht festlegen. Zudem gibt es mit der »One-Push«-Taste eine Möglichkeit, den Camcorder auf die Schnelle an die jeweilige Umgebungssituation anzupassen und den Wert dann zu halten. Diese Weißabgleich-Möglichkeiten funktionieren gut und ermöglichen in den meisten Fällen farbrichtige Bilder.

In jüngster Zeit bieten viele Einsteiger-Profi-Camcorder frei belegbare Tasten. Das ist sehr nützlich, weil der Videofilmer darauf individuell jene Funktionen legen kann, die er besonders häufig nutzt. Diese Funktion bietet auch der A1 — zwar in der absoluten Minimalvariante mit einer einzigen Taste — aber immerhin gibt es diese Möglichkeit.

Stichwort Ton: Dank des XLR-Adapters bietet der A1 wichtige zusätzliche Funktionen: Zum einen lassen sich die beiden Tonkanäle getrennt pegeln, zum anderen ist es aber auch möglich, via Line-Anschluss andere Tonquellen einzuspeisen. Sony liefert mit dem XLR-Kit auch das Richtmikrofon ECM-NV1 mit. Es ermöglicht ganz ordentliche Ergebnisse, die sich allerdings mit hochwertigeren Mikros auch leicht übertreffen lassen. Phantomspeisung ist bei dem Adapter ebenfalls möglich, so dass der Videofilmer hier viele Möglichkeiten hat, seine Tonaufzeichnung zu optimieren.

Einige Funktionen, die der eine oder andere Profi schon vom Z1 her kennt, bietet auch der A1. So lässt sich etwa der Look, den der Camcorder produziert, via »Cinematone« mit zwei vorgegebenen Einstellungen in puncto Gamma verändern, um zu kontrastreicheren oder kinoähnlicheren Bildern zu kommen. Mit Black-Stretch ist es auch möglich, die Kontrastwiedergabe in den dunklen Bildbereichen zu dehnen, um hier eine bessere Durchzeichnung zu erreichen. Einen Farbbalken kann der A1 ebenfalls generieren und aufzeichnen.

Echtes 25p bietet der Camcorder nicht, stattdessen haben die Ingenieure mit »Cineframe25« die schon aus anderen Camcordern bekannte Schmalspurvariante davon integriert, die allerdings nicht gänzlich überzeugen kann und eher ruckelige als kinoartige Bilder aufzeichnet.

Bildqualität

Im HDV-Modus liefert der A1 bei Tageslicht erstaunlich gute Bilder: Die Aufnahmen sind scharf und recht gut durchgezeichnet, Details werden gut aufgelöst und dargestellt. Das Niveau von Sonys Z1, JVCs HD100 (Test hier) oder Canons H1 erreicht die Abbildungsleistung des A1 allerdings nicht ganz. In den feinen Details fehlt hier das letzte Quäntchen Schärfe. Um die SD-Konkurrenz ins Feld zu schlagen, reichen die HD-Fähigkeiten des A1 aber locker aus.

Bisweilen wirken die Bilder des A1 auch etwas unnatürlich scharf. Hier greift die Signalverarbeitung ein und steilt Objektkanten aus Sicht der Tester etwas zu enthusiastisch auf. Hin und wieder entsteht so im Zusammenspiel mit dem etwas härteren, aber insgesamt nicht unangenehmen Kontrastverhalten, fast schon ein leichter »Glorienschein« um einzelne Objekte — besonders wenn man in Richtung Überbelichtung geht. Auch ergibt sich, abhängig vom Motiv, teilweise ein etwas flächiger Bildeindruck. Dennoch: Besonders bei Tageslicht kann der A1 eindrucksvolle HDV-Aufnahmen erzeugen.

Um die Bildwirkung zu charakterisieren: Auf dem jeweils gleichen Display betrachtet, wirken Aufnahmen, die unter gleichen Bedingungen mit dem HD100 von JVC entstanden sind, »filmischer«, während die A1-Bilder einen »HD-Videolook« aufweisen. Vergleicht man die Aufnahmen des A1 mit solchen, die mit FX1 und Z1 gedreht wurden, dann zeigt sich beim Bildeindruck insgesamt und besonders in der Farbwiedergabe ein deutlicher Unterschied, wie er dem Verhältnis von 3-Chip- zu 1-Chip-Camcordern entspricht.

Greift man bei der Farbwiedergabe nicht korrigierend ein, dann erzeugt der A1 den für Consumer-Camcorder von Sony typischen, etwas stärker farbgesättigten, wärmeren Bildeindruck. Besonders bei Kunstlichtaufnahmen geht der Camcorder im Automatikmodus stärker in den warmen, gelben Farbtonbereich hinein.

Bei schwacher Kunstlichtbeleuchtung lässt die Qualität schnell nach, hier schneiden andere HDV-Camcorder, besonders JVCs HD100, deutlich besser ab. Wenn es dunkler wird, dann sieht man auch, dass die schon genannten Vorteile des CMOS-Sensors im A1 mit Nachteilen an anderer Stelle erkauft werden: Der A1 rauscht im Vergleich zu den anderen HDV-Camcordern deutlich stärker, was eben besonders bei dunklen Motiven zutage tritt.

Ordnet man die bislang verfügbaren, aktuellen HDV-Camcorder nach der Bildqualität, dann stellt der A1 das Schlusslicht dar. Er ist aber auch um eine ganze Klasse kleiner und leichter als die anderen HDV-Camcorder — sowie deutlich preisgünstiger. Und er macht HD-Bilder, die für einen 1-Chip-Camcorder sehr eindrucksvoll sind.

Nimmt man mit dem A1 in DV auf, dann verliert er allerdings einiges von seinem Glanz. Im Test musste er in dieser Disziplin gegen den PDX10 antreten: kein ganz fairer Vergleich, ist doch der PD10 ein 3-Chip-Camcorder, während der A1 nur einen Bildsensor hat. Im DV-Modus gilt sowohl in 4:3 wie in 16:9: Der A1 kann dem PDX10 nicht das Wasser reichen. Der Qualitätsvorteil des PDX10 im DV-Modus ist deutlich sichtbar und wird überdeutlich, wenn man in den Lowlight-Bereich geht.

Wiedergabe

Der A1 arbeitet im HDV-Format mit 1080i. Er kann keine 720p-HDV-Bänder aufzeichnen. Zusätzlich zu 1080i kann er in HD lediglich 720/30p-Aufnahmen wiedergeben.

Gibt man mit dem A1 down-konvertierte Bildsignale aus, dann hat man in vielen Fällen an dem Camcorder keine rechte Freude: Es zeigen sich starke Artefakte, Kantenflimmern und Moiré-Effekte. Die integrierte Signalwandler-Funktionalität sollte man aus Sicht der Tester wirklich nur für die behelfsmäßige Wiedergabe nutzen.

Die eigenen DV-Aufnahmen des A1 können, wie schon ausgeführt, nicht überzeugen. Nutzt man den Camcorder aber zum Abspielen anderer DV-Aufnahmen, kann man — je nach vorhandener Infrastruktur — etwas mehr Qualität herauskitzeln: DV-Material kann der A1 nämlich auch über den analogen Komponentenausgang abgeben und das sieht deutlich besser aus, als über Y/C oder FBAS.

Fazit

Die Bildqualität eines Z1 erreicht der A1 zwar nicht, und auch mit JVCs HD100 kann der Kleine nicht mithalten. Als DV-Camcorder sollte man ihn auch nicht nutzen. Aber er ist der derzeit kleinste HD-Camcorder und macht insgesamt doch recht eindrucksvolle Bilder. Die kompakten Abmessungen des Kleinen dürften wohl das Hauptkriterium sein, wenn Profis diesen Camcorder nutzen. Zusammen mit dem relativ niedrigen Preis wird Sonys Kleiner seinen Markt finden — auch unter professionellen Anwendern.

Downloads zum Artikel:

T_0206_Sony_A1.pdf

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Autor
red
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