Film: 03.12.2007

Neuer Negativfilm von Kodak: Vision3 500T

Das neue Farbnegativ-Filmmaterial bietet Kodak unter den Artikelnummern 5219 und 7219 in den Breiten 16 und 35 mm an.

Laut Kodak basiert das neue Filmmaterial auf einer verbesserten Emulsionstechnologie, die sich durch höhere Leistungsmerkmale auszeichnet und die kreativen Möglichkeiten für Filmemacher erweitert. Im Vision3 500T sieht der Hersteller einen neuen technischen Meilenstein in der Filmaufnahme. Das neue Material bietet nach Kodak-Angaben einen erweiterten Belichtungsspielraum und zeichnet sich durch verbesserte Farbnuancierung sowie eine deutlich reduzierte Kornstruktur aus — besonders in Spitzlichtern und in Schatten — was diesen Film für Aufnahmen bei extremen Lichtbedingungen prädestiniert. Dabei bewahrt das Material aus Sicht von Kodak den Look des Vision2 500T 5218/7218 und deshalb kann der neue Vision3-Film nahtlos mit Materialien der Vision2-Filmfamilie kombiniert werden, so der Hersteller.

Die technische Neuerung des Vision3-Materials besteht in der von Kodak entwickelten Dye-Layering Technology, die für feinkörnigere Bilder in den unterbelichteten Bereichen sorgt und eine saubere Filmabtastung in der Postproduction gewährleistet. Die Postproduction profitiert auch von der besseren Detailzeichnung in den Spitzlichtern.

Testerstimmen

Kodak zitiert Filmemacher, die mit der neuen Emulsion schon weltweit Tests in anspruchsvollen Situationen durchgeführt haben. »Die neue Emulsion bietet einen deutlich größeren Spielraum in überbelichteten Bereichen«, berichtet Daryn Okada, Präsident der American Society of Cinematographers (ASC). »Ich wollte testen, wie sich der Film in Lichtsituationen verhält, die über die gängigen Situationen hinausgehen, einschließlich seines Belichtungsspielraums in extremen Spitzlichtern, der Farbwiedergabe in tiefsten Schattenbereichen und bei Mischfarben. Ich habe die Einstellungen mit beiden Materialien, einmal mit dem neuen 500er-Film und dann mit der 5218er-Emulsion gedreht. Ich habe die Szenen auf eine Art und Weise beleuchtet, welche die Möglichkeiten des neuen Films bis an seine Grenzen herausgefordert haben. (…) Die neue Emulsion zeigt in den überbelichteten Bereichen ein sehr viel breiteres Spektrum an verwendbarem Belichtungsspielraum als der Vision2 5218. Ich stelle diesen Unterschied aus dem Grunde heraus, da beide Filme für einen Belichtungsindex von 500/28° bei 3200 Grad Kelvin Glühlicht eingestellt wurden. Ich konnte mindestens zwei Blendenstufen mehr in den Spitzlichtern herausholen, wodurch ich mehr Detailzeichnung aufnehmen konnte. Ich habe auch Aufnahmesituationen mit den unterschiedlichsten Farbabstufungen kreiert, um zu sehen, wie sie wiedergegeben wurden, einschließlich der Hauttöne. Der neue Film zeichnet sich durch eine noch bessere Farbnuancierung und noch exzellentere Hautton-Wiedergabe aus, ohne dass sich die Sättigung auf die einzelnen Tonalitäten negativ auswirkt. Ich erhielt ein breites Spektrum an Farben und Hauttönen, ohne Verluste in der Farbsättigung. Darüber hinaus bestand ein fast magisches ultrafeines Korn, ohne dass die Farben in Mitleidenschaft gezogen waren.«

Nach der digitalen Farbkorrektur in einer DI-Suite machte Okada folgende Beobachtung: »Dieser neue Film ist für das DI sehr geeignet. Ich konnte Hintergründe isolieren und sie dunkler machen, ohne elektronisches Bildrauschen. Ich entschied mich dafür, bei einigen Aufnahmen große Teile des Bildes überzubelichten, und es hatte noch mehr Detailzeichnung. Dies gab mir den Freiraum, die Looks fein einzustellen. Meiner Meinung nach vergrößert Vision3 die Kluft zwischen traditioneller und digitaler Filmaufnahme.«

Mike Sowa, Senior DI-Colorist bei LaserPacific in Los Angeles, arbeitete gemeinsam mit Daryn Okada an der Farbkorrektur des Testmaterials. Er stellte fest: »Das neue Material zeigte mehr Spielraum in Low-Key-Aufnahmesituationen. Es lieferte eine außerordentlich gute Detailzeichnung in den Spitzlichtern, die Farben erschienen satter und ich konnte keinen Anstieg der Körnigkeit entdecken, wenn der Film um eine oder zwei Blendenstufen gepuscht wurde. Wir mussten Power Windows weit weniger einsetzen, um Details aus den Spitzlichtern herauszuholen. Dies gab uns bei der Farbkorrektur des DIs mehr Flexibilität. Wir waren in der Lage, in noch kürzerer Zeit viel mehr als je zuvor zu erreichen.«

Technologie

Möglich wurde dies laut Kodak durch die Weiterentwicklung einiger schon im Vision2-Material realisierter Techniken. So wurden etwa zwei Elektronensensibilisatoren und dreifach beschichtete Magenta- und Cyan-Schichten verbessert. Entwicklungsbeschleuniger in den empfindlichsten Schichten der Vision2-Materialien wurden bei Vision3 durch modernere Entwicklungsbeschleuniger und leistungsfähigere, hochaktive Koppler in den rotempfindlichen Unterschichten ersetzt. Dadurch kann das neue Negativmaterial laut Kodak Licht effizienter aufzunehmen und verarbeiten, mit dem Ergebnis von geringerer Kornstruktur bei gleicher Lichtempfindlichkeit. Die einzelnen Bildsensoren sind weniger als einen Mikrometer groß und basieren auf Prinzipien, die Kodak ursprünglich für die Fotografie entwickelt hat. Diese Sensoren haben laut Kodak den einzigartigen Effekt, bei zunehmender Lichtintensität eine verbesserte Schärfe darzustellen.

Weiterentwicklung und Ausbau von Vision3 geplant?

Natürlich stellt man sich die Frage, ob weitere Vision3-Materialien folgen werden und wenn ja, welche? Dazu sagt Kim Snyder, General Manager Worldwide Image Origination Products bei Kodak: »Die neue Filmplattform ist ein Beispiel dafür, dass Kodak Lösungen liefert, die den derzeitigen Workflow verbessern und darauf ausgerichtet sind, dass die heutigen Technologien immer nahtloser ineinander greifen. Während die Branche sich weiterentwickelt, wird Kodak in seiner führenden Rolle in der Bildtechnologie weiterhin Innovationen vorantreiben und Standards für Bildqualität setzen, neue Technologien erproben, Workflow-Effizienzen verbessern und sich dafür einsetzen, die kreative Integrität des Contents beizubehalten. (…) Es sind eine Reihe von Filmprodukten für die Zukunft vorgesehen, und nicht nur für Aufnahmematerialien.«

Autor
red
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