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Blackmagic-Roadmap: Immersive Live-Produktion und High Frame Rate
Grant Petty gab im Video-Event vor der Messe einen ungewöhnlich konkreten Ausblick auf zwei zukünftige Workflow-Bereiche: Immersive Live-Produktion für Plattformen wie Apple Vision Pro und High-Frame-Rate-Replay für Live-Sport. Einige Produkte sind bereits greifbar, andere noch in Entwicklung.
Immersive Live-Produktion
Für Live-Produktionen auf Plattformen wie Apple Vision Pro arbeitet Blackmagic an einem vollständigen immersiven Workflow und hat die Ursa Cine Immersive 100G vorgestellt – nach Herstellerangaben die weltweit erste immersive Kinokamera, die speziell für den Livebetrieb ausgelegt ist. Das Herzstück bilden zwei neue 8Kx8K-RGBW-Sensoren mit 16 Blendenstufen Dynamikumfang, die stereoskopisches 3D-Material für Apple Immersive Video liefern. Für den Liveeinsatz sorgt eine 100G-Ethernet-Schnittstelle, über die das Signal als SMPTE-2110-22-IP-Video ausgegeben wird.
Als ergänzendes Modul präsentierte Blackmagic den Ursa Live Encoder, der das immersive Live-Video in Apple ProRes komprimiert und über die 100G-Verbindung ausgibt. Da die Datenrate unter 50 Gbit/s bleibt, lassen sich sogar zwei Kameras über ein einziges 100G-Kabel betreiben.
Praxiserprobt ist die Kamera bereits: Bei der NBA-Serie »Spectrum Front Row« der Los Angeles Lakers wurde sie für Apple-Immersive-Aufnahmen eingesetzt, die Inhalte sind über die Spectrum SportsNet- und NBA-Apps für Apple Vision Pro abrufbar.
HyperDeck und DaVinci Resolve sollen per Software-Update immersives Recording und Replay unterstützen: HyperDeck nimmt dabei sowohl den immersiven Full-Resolution-Stream als auch HD-Proxys auf, Resolve spielt im Multiview die Proxys aller Kameras und schaltet nur die on-air gehende Kamera in voller immersiver Auflösung durch. Die Decklink IP100G-Karte erhält ebenfalls ein Update für immersive Wiedergabe.
Als Schaltzentrale für immersive Live-Produktionen zeigt Blackmagic den Atem Solaris I64: Der neue Switcher verarbeitet 64 immersive Live-Kameras (je zwei Kameras pro 100G-Port, mit bordeigenen ProRes-Decodern) und liefert 16 immersive Ausgänge.
Im regulären Ultra-HD-Betrieb soll er rund 200 Eingänge verarbeiten können. Vier redundante, einzeln wechselbare Netzteile sorgen für maximale Ausfallsicherheit. Preis: ca. 110.000 US-Dollar – kleinere Modelle (I32, ca. 50.000 US-Dollar) sind in Planung. Alle Preise noch vorläufig, da die Speicherpreise laut Petty derzeit stark schwanken.
High Frame Rate: Bis zu 480 fps über 100G
Die 100G-Ethernet-Infrastruktur der neuen IP-Produktlinie ist von Anfang an auf High-Frame-Rate-Betrieb ausgelegt. Ein einzelner 100G-Port kann statt acht Ultra-HD-Kanälen bei 60p alternativ zwei Kanäle bei 240 fps oder einen Kanal bei bis zu 480 fps übertragen.
Geplante Software-Updates für den HyperDeck ISO Recorder 100G und den Updown Cross 100G werden diese Modi freischalten: Der HyperDeck nimmt dann High-Frame-Rate-Feeds direkt auf, der Updown Cross konvertiert sie gleichzeitig auf die Produktionsframerate – sodass Atem-Switcher, Monitore und übrige Infrastruktur unverändert weiterarbeiten können.
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