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Matrox Maevex MGX: 4K60 HEVC AV-over-IP mit extrem geringer Bandbreite

Matrox Video stellt eine neue Encoder/Decoder-Serie vor, die 4K60-Übertragung mit 4:4:4-Farbabtastung bei deutlich geringerem Bandbreitenbedarf als bisherige Lösungen ermöglichen.
©Matrox Video

Die neuen De- und Encoder der Maevex-Reihe.

Matrox Video hat die Maevex MGX Series angekündigt, eine neue Produktlinie IPMX-fähiger Video-Encoder und -Decoder mit USB-Support. Das Besondere: Die Geräte sollen 4K60-AV-over-IP bei nur einem Zwanzigstel der Bandbreite vergleichbarer ProAV-Codecs übertragen – ohne Abstriche bei Bildqualität oder Latenz.

In der Praxis bedeutet das eine spürbare Entlastung bestehender Netzwerke – insbesondere in 1-GbE-Infrastrukturen, die bei klassischen AV-over-IP-Setups häufig an ihre Grenzen stoßen. Gleichzeitig steigt die mögliche Anzahl paralleler Streams, ohne dass Netzwerk-Upgrades erforderlich werden.

Zwischen kompatiblen Matrox-Geräten im proprietären IQ Mode sinkt die Latenz auf ein Frame. Parallel dazu unterstützt die Serie IPMX, RTSP, MPEG-TS und SRT – ein einzelner Eingang lässt sich gleichzeitig an mehrere Ausgänge und Formate streamen.

Die Serie umfasst Einzel- und Dual-Channel-Modelle: die Encoder Maevex MGX E1 und E2 sowie die Decoder Maevex MGX D1 und D2. Multiview- und Compositing-Funktionen stehen auf dem E2, D1 und D2 zur Verfügung. Über integrierten USB-Support lassen sich Tastatur, Maus und Webcam anschließen, was Remote-Workstation-Zugriff und kollaborative Workflows ermöglicht.

Matrox adressiert mit der MGX-Serie primär Kontrollräume, Enterprise-Videoverteilung, medizinische Umgebungen sowie Unified-Communications-Infrastrukturen.

Die Geräte sind ab sofort weltweit verfügbar.

Technische Einordnung, warum 1/20 Bandbreite praktisch relevant ist

In klassischen AV-over-IP-Designs bewegt sich 4Kp60 4:4:4 über 1 GbE-Netzwerke bereits im Grenzbereich. Trotz leichter Kompression liegen typische Datenraten oft im Bereich mehrerer hundert Mbit/s pro Stream. Damit sind einzelne Ports schnell ausgelastet, und die Netzwerkplanung erfordert entsprechende Reserven.

©Matrox VideoWenn vergleichbare Bildqualität bei deutlich geringeren Bitraten möglich ist – beispielsweise im Bereich von einigen Dutzend Mbit/s – verschiebt sich vor allem die praktische Auslegung von Netzwerken:

  • Mehr gleichzeitige Streams pro 1 GbE-Port
  • Geringere Auslastung von Uplinks und Backbones
  • Weniger Bedarf an separaten AV-Netzsegmenten
  • Einfachere Integration in bestehende IT-Infrastrukturen

Der relevante Unterschied liegt damit weniger im Maximum, sondern in der Planbarkeit und Skalierbarkeit von AV-over-IP-Systemen.

Zusätzlich erweitert die Unterstützung gängiger Streaming-Protokolle wie RTSP die Integrationsmöglichkeiten. In der Praxis lassen sich entsprechende Streams auch mit Standard-Tools wie VLC verarbeiten, was vor allem bei Tests, Integration und Fehlersuche in heterogenen Umgebungen hilfreich ist.

Nicola Burzig, Matrox

 

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