Messe: 24.04.2008

NAB2008: Neues bei Film und Daten von Arri

Neben einer neuen Highspeed-Variante seiner jüngsten 16-mm-Kamera Arriflex 416 zeigte der Hersteller Arri zur NAB2008 auch eine überarbeitete Version seiner Digitalkamera, die nun D-21 heißt.

2006 hatte Arri mit der 416 seine jüngste Super-16-Kamera vorgestellt. Nun zeigte das Unternehmen zur NAB2008 eine Highspeed-Version, die mit vollem Namen Arriflex 416 Plus HS heißt. Sie baut auf der Plus-Variante der 416er auf, die bisher schon verfügbar war, und bietet im wesentlichen die gleichen Features und die gleichen elektronischen Funktionen wie diese — nur dass die HS-Version eben anstatt der maximal 75 fps der Grundversion bis zu 150 fps schafft und sich somit für echte Slow-Motion-Aufnahmen eignet.

Der Preis den man auf der technischen Seite für diese höhere Maximalbilderrate zahlen muss, liegt im höheren Laufgeräusch, das aber mit 29 dB (gegenüber 20 dB der Grundversion) für eine Highspeed-Filmkamera immer noch einen Spitzenwert erreicht und als recht leise gelten darf. Obwohl laut Arri einige technische Veränderungen nötig waren, um aus der 416 die 416 HS zu machen, wiegt die Kamera in beiden Versionen gleich viel, nämlich 5,8 kg.

Die 416 Plus HS kommt mit den gleichen Magazinen aus wie die 416 Plus — bei der 16SR-Baureihe waren noch spezielle Highspeed-Magazine nötig gewesen.

Im Detail unterscheidet sich die HS-Version von der »normalen« 416 Plus in drei Punkten: der Motor, die Sektorenblende und die Entkopplung von Innenleben und äußerem Gehäuse sind anders. Der HS-Motor ist gleich groß wie der normale Motor und erzeugt laut Arri auch bei höheren Filmgeschwindigkeiten keine stärkeren Vibrationen als der normale Motor.

Die Spiegelblende musste überarbeitet werden, auch um sie feiner justieren und ausbalancieren zu können. Die nun bei der HS-Version eingesetzte Spiegelblende kann laut Arri feiner ausgewuchtet und viermal genauer justiert werden, als bei der 416 Plus.

Die 416 Plus HS soll ab Juli 2008 ausgeliefert werden.

Aus D-20 wird D-21

Bei den digitalen Kameras gab es im Vorfeld der NAB2008 Spekulationen, dass Arri eine D-40 vorstellen könnte, also eine 4K-Kamera. Das ist nicht geschehen. Stattdessen zeigte Arri mit der D-21 ein überarbeitetes Modell. Im Markt befindliche D-20-Kameras können laut Arri zur D-21 aufgerüstet werden und bei ungefähr der Hälfte dieser Kameras wurde das Upgrade auch schon durchgeführt.

Sensor und Body der D-21 entsprechen unverändert demjenigen der D-20. Durch einige Veränderungen in der Elektronik und in der Software erreicht die D-21 laut Hersteller aber nun mit dem gleichen Sensor eine höhere Empfindlichkeit und bessere Bildqualität. So konnten laut Arri die Farbsättigung und die Schärfewiedergabe verbessert werden. Durch einen völlig neu programmierten Downsampling-Algorithmus wird eine bessere Auflösung und eine bessere Kontrastwiedergabe erreicht, erläutert der Hersteller. Außerdem verfügt die D-21 im Unterschied zum Vorgänger über besseres Concealment für defekte Sensor-Pixel.

Die D-21 verfügt nun über LUTs für die folgenden Empfindlichkeitsstufen: 100, 200, 250, 320, 400, 500, 640 und 800 ASA.

Außerdem sei die Bedienung erleichtert und mit neuem Zubehör das Handling und die Flexibilität verbessert, so Arri — die D-21 erlaubt nun etwa auch den Einsatz anamorphotischer Objektive.

Außerdem verfügt die D-21 über einen 2K-Raw-Data-Ausgang. Hierfür hat Arri ein Raw-Data-Format namens Arriraw festgelegt, das etwa der Diskrecorder-Hersteller Codex schon unterstützt (siehe Videoreport). Die Arriraw-Daten können über HD-SDI transportiert werden.

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Autor
red
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