Messe: 13.09.2012

IBC2012: Panasonic-Neuheiten

Panasonic stellt eine neue Studiokamera vor, zeigt ein Studiokit für den AG-HPX250, präsentiert den Schultercamcorder AG-HPX600 und gibt einen Ausblick auf neue Technologien und Produkte, etwa die Micro-P2-Karte und den AVC-Ultra-Codec.

Panasonic will wieder stärker im Studiobereich aktiv werden und erwägt auch die Produktion größerer High-End-Mischer. Die Einführung der Codec-Familie AVC-Ultra schreitet ebenfalls voran und mit dem AG-HPX600 stellt Panasonic zur IBC2012 den ersten Camcorder vor, der »AVC-Ultra ready« ist.

AK-HC3800: Neue Studiokamera

Panasonic hatte bei der NAB im vergangenen Jahr mit der AK-HC3500 erstmals wieder eine neue Studiokameras angekündigt, die auch in Europa angeboten wird. Jetzt ergänzt der Hersteller diese Produktlinie und präsentiert mit der AK-HC3800 eine weitere Studio-EFP-Kamera, die mit drei 2/3-Zoll-CCD-IT-Chips (2,2 Megapixel) ausgerüstet ist. Der 16-Bit-A/D-Wandler und der interne 38-Bit-Signalprozess sollen für eine gute Bildqualität sorgen (die AK-HC3500 bietet 14-Bit-Processing). Die Kamera bietet etliche Funktionen für die Bildoptimierung, darunter CAC, um chromatische Aberrationen zu verhindern sowie DRS (Dynamic Range Stretch). Die AK-HC3700 ist für den Midrange-Markt konzipiert und löst die AK-HC3500 nicht ab. Einen highendigen Nachfolger für die 3500er wird es frühestens im kommenden Jahr geben.

In Kombination mit der CCU AK-HCU200 und dem Steuerpanel AK-HRP200G lässt sich auf Basis der neuen 3700er ein Glasfaserübertragungssystem zusammenstellen. Als Viewfinder für die Kamera sieht Panasonic den kompakten und leichten 7-Zoll-Sucher AK-HVF70G vor, der zahlreiche Assist-Funktionen bietet. Auch IP-Verbindungen via LAN-Kabel sollen möglich sein, diese Option wird es aber erst Anfang 2013 geben.

Der Preis für Kamera, CCU, Steuerpanel und Viewfinder soll rund 60.000 Euro betragen, und ab Dezember 2012 soll das System auch verfügbar sein.

Im Zuge der stärkeren Studioaktivitäten denkt man bei Panasonic offenbar auch darüber nach, größere Mischer anzubieten. Eine Entscheidung darüber sei aber noch nicht gefällt worden.

AG-HPX600

Mit dem HPX600 präsentiert Panasonic einen Camcorder, der mit nur einem 2/3-Zoll-CMOS-Bildwandler ausgerüstet ist. Der Camcorder wiegt für einen Schultercamcorder sehr wenig (2,8 kg) und hat eine Leistungsaufnahme von niedrigen 18 Watt. Für künftige P2HD-Features wie den AVC-Ultra-Codec und die MicroP2-Karte ist der HPX600 vorbereitet, beides soll sich nachrüsten lassen. Man könnte den HPX600 als 1080p-Camcorder bezeichnen, dem derzeit noch der Codec fehlt, um auch in 1080p aufzeichnen zu können — aber eben dieser soll sich nachrüsten lassen.

Wieso nur ein Sensor? Auf dem CMOS-Chip lassen sich heutzutage ausreichend Pixel unterbringen um die geforderte Auflösung zu erreichen, sodass man auf den Einsatz von drei auf einen Strahlenteiler aufgeklebten Bildwandlern — die bisher übliche Bauweise bei Broadcast-Camcordern — verzichten konnte, erläutert Uwe Rohr, General Manager DACH von Panasonic. Daraus resultiert eine hohe Lichtempfindlichkeit, weil man auf das Prisma verzichten kann, außerdem sind hochwertige Strahlenteiler sehr teuer, so dass der Verzicht auf dieses optische Bauteil einen niedrigeren Gerätepreis ermöglicht.

Mit dem neu entwickelten CMOS-Sensor werden laut Hersteller Empfindlichkeiten erreicht, die bei 59,94 Hz in der Größenordnung von Blende F12 und bei 50 Hz um Blende F13 liegen.

Der hohe Signal/Rausch-Abstand von 59 dB hält das sichtbare Rauschen in engen Grenzen. Alle gängigen Panasonic-Codecs sind in den HPX600 integriert (AVC-Intra 100/50, DVCPROHD, DVCPRO50, DVCPRO und DV). Zudem sollen viele weitere Funktionen optional angeboten werden, etwa zur Netzwerkanbindung oder zur Aufnahme mit variablen Bildraten (VFR). Für den HPX600 soll es auch einen Glasfaseradapter geben, über den sich der Camcorder in Studioumgebungen einbinden lässt.

Panasonic will den AG-HPX600EJ ab September 2012 zu einem Netto-Listenpreis von 13.800 Euro anbieten.

Uwe Rohr präsentiert eine Auswahl der Panasonic-Neuheiten.
Studiokit für HPX250

Panasonic zeigte am IBC-Stand einen Studio-Kit für den Camcorder AG-HPX250, der mit Komponenten der japanischen Firma Pro-Tech realisiert wird. Der Studiokit wird allerdings noch nicht angeboten, während der Messe wollte Panasonic die Resonanz auf diesen Kit ermitteln.

AG-ACF90

Mit dem AG-AC90 bietet Panasonic auch einen neuen AVCHD-Handheld an, der in der Vertriebsregion DACH aber über die Consumer-Schiene vertrieben wird.

Micro-P2

Im kommenden Jahr soll es die kleinere Micro-P2-Karte geben, die Panasonic erstmals zur NAB2012 angekündigt hatte. Sie ist nur noch so groß wie eine SD-Speicherkarte. In einer Übergangszeit wird es aber Geräte mit beiden Slot-Größen geben, so dass bestehende P2-Karten auch dann weiterhin genutzt werden können. Um Micro-P2-Karten in Geräten mit großem Slot nutzen zu können, wird es einen Kartenadapter geben. Der Camcorder HPX600 ist auf die Nutzung der Micro-P2-Karte mit Adapter vorbereitet, bei älteren Geräten wird dafür ein Firmware-Update nötig sein.

AVC-Ultra

Panasonic hat unter dem Namen AVC-Ultra die Codec-Familie der Professional-Geräte zusammengefasst: Sie reicht von AVC-Proxy über AVC-LongG25 (4:2:2, 10 Bit, Full Raster, 25 Mbps) und AVC-LongG 50 (4:2:2, 10 Bit, Full Raster, 50 Mbps) sowie die Intra-Varianten AVC-Intra 100 (4:2:2, 10 Bit, Full Raster, 100 Mbps, 1080i50) und AVC-Intra 200 (4:2:2, 10 Bit, Full Raster, 200 Mbps, 1080p50) bis hinauf zu AVC-Intra 444 (4:4:4, 12 Bit, 4K).

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Autor
red
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