Festival, Top-Story: 06.05.2020

Filmtipps für das 35. Dokfest München

Am 6. Mai 2020 beginnt das 35. Internationale Dokumentarfilmfestival München – ohne Publikumspräsenz, mit einer Online-Übertragung. Anschließend wird es bis zum 24. Mai 2020 möglich sein, 121 Filme aus 42 Ländern online anzusehen.





Dokfest 2020
Unskinned.

UNSKINNED [Arbeitswelt, Beobachtung]
Unskinned zeigt ein archaisches Handwerk in all seinen Facetten. In einer Gerberei in Portugal werden Tierfelle zu Leder verarbeitet, und an den verschiedenen Prozessen kann man als Beobachter teilhaben. Weil die Gerberei nicht mehr auf dem Stand der modernen Technik ist, droht ihr die Schließung. All das erfährt man aus den Gesprächen der langjährigen Angestellten, die man am Rande auch in ihrem häuslichen Alltag kennen lernt.
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Dokfest 2020
Workhorse.

WORKHORSE [Arbeitswelt, Landwirtschaft]
Der Titel sagt alles, was dieser Film uns präsentiert. Arbeitspferde im Wald, auf dem Acker und Feld und schließlich bei einem Wettbewerb, denn für jedes noch so ausgefallene Hobby will man schließlich wissen, wer der Beste ist.

Arbeitspferde sind in der modernen Landwirtschaft ein Anachronismus, aber es gibt Leute, die das Pferd in ihre alternative Lebensweise sinnvoll eingepasst haben.  Alles ist in schönen Schwarz-Weiß Bildern wohl komponiert festgehalten.
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Dokfest 2020
Halb Traum.

HALB TRAUM [Kunst, Lebensentwürfe]
Die Filmemacherin ist nach einem Kunststudium in Peking nach Deutschland gekommen, um hier ihre Ausbildung in einem fremden Land fortzusetzen. Jetzt fährt sie zurück und sucht mit zehn Jahren Abstand ihre Studienfreunde von damals auf, mit der Frage, was aus ihrer Kunst und ihren Träumen geworden ist. So fremd China mit seiner anderen Kultur sein mag, die Schwierigkeiten der Künstler mit der Verwirklichung ihrer Träume sind identisch mit den unseren.
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Dokfest 2020
Lost in Face.

LOST IN FACE [Portrait, Behinderung]
Es ist schwer vorstellbar, dass es Menschen gibt, die Gesichter nicht erkennen können. Die Münchner Carlotta leidet genau unter diesem Defizit, zeichnet aber dennoch das eigene Gesicht, indem sie es mit der einen Hand abtastet und mit der anderen das Erfühlte zu Papier bringt. Überhaupt ist Carlotta sehr kreativ und hat sich in ihrem Leben in den verschiedensten Berufen probiert, als Pferdewirt, LKW- und Betonmischerfahrer und Filmvorführer.

Diesen Portraitfilm hat ein Neurologe von ihr angefertigt und mit so vielen Aspekten angereichert, dass man ob der Fülle zum Staunen kommt, dabei aber das Wesentliche der Geschichte aus den Augen verliert. Im Gedächtnis bleibt Carlottas Erzählung vom Pausenende in der Schule. Beim klassenweisen Aufstellen hat sie sich sehr oft der falschen Gruppe angeschlossen. Mit Zeichentrickanimation versucht der Filmemacher, die Problematik nicht erkennbarer Gesichter zu visualisieren.
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Dokfest 2020
Walchensee forever.

WALCHENSEE FOREVER [Familienportrait, 68er]
Oma, Mutter, Tochter und ein Cafe am Walchensee. So beginnt der Familienfilm. Gott sei Dank hat die Mutter an der Bayerischen Staatslehranstalt Fotografin gelernt und die Tochter an der HFF studiert, sodass eine Menge Bildmaterial vorhanden ist.

Und ehe das Interesse am individuellen Schicksal zu erlöschen droht, öffnet sich mit Rainer Langhans und der 68er-Bewegung die Geschichte in eine größere Dimension. Am Ende stellt sich wie bei allen Bilanzfilmen die Frage: Habe ich das richtige Leben gelebt?
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Dokfest 2020
Letztes Jahr Titanic.

LETZTES JAHR TITANIC [DDR, Wiedervereinigung]
Die Ereignisse dieses Films liegen schon 30 Jahre zurück und spielten sich im letzten Jahr der DDR zwischen 1989 und 1990 in Leipzig ab. In dieser Umbruchzeit beobachtet das Filmteam eine Bierstube, eine Gießerei, Hausbesetzer und eine Journalistin. Gedreht in Schwarz-Weiß und 4:3, als letzte Produktion des DEFA Studios für Dokumentarfilm.
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Autor
Hans Albrecht Lusznat

Bildrechte
Dokfest München

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