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Eishockey-WM 2026: NEP Germany produziert 18 Spiele remote aus München
NEP Germany realisierte die unilaterale Sportproduktion für Magenta mit einem konsequenten Remote-Produktion-Ansatz. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie moderne SMPTE-2110-Infrastrukturen, zentralisierte Produktionsressourcen und intelligente Workflows nicht nur Produktionskosten und Reiseaufwand reduzieren, sondern gleichzeitig höchste Broadcast-Qualität sicherstellen.
Zwei Produktionsstandards für maximale Effizienz
Insgesamt produzierte NEP Germany 18 Spiele der Weltmeisterschaft für den deutschen Markt, darunter 12 Gruppenspiele, je zwei Viertel- und Halbfinals sowie das Spiel um Platz 3 und das Finale. Um Ressourcen bedarfsgerecht einzusetzen, wurde das Produktionskonzept in zwei klar definierte Produktionsstandards – Standard und Gold – unterteilt:
Standard Gold
Der Produktionsstandard Gold kam bei allen Spielen mit deutscher Beteiligung sowie in sämtlichen Finalrunden zum Einsatz.
Hier stand die volle Produktionsleistung einer zentralen Remote-Regie in München zur Verfügung. Dort wurden dedizierte Arbeitsplätze eingerichtet für Regie, Redaktion, Replay-Operator, Grafik, Toningenieur, Bildtechnik.
Technisch basierte das Setup auf bewährten High-End-Broadcast-Systemen, darunter Grass Valley Kahuna 3ME Produktionsmischer, EVS 8-Kanal-Replay-System, Lawo mc²36 Audiokonsole, NEP Novo 4K Grafiksystem.
Standard Silber
Für Begegnungen ohne deutsche Beteiligung setzte Magenta Sport auf einen deutlich schlankeren Produktionsansatz. Auch hier wurden sämtliche Kernfunktionen aus München gesteuert, jedoch mit bewusst verschlankten Personalstrukturen: Regie und Replay-Operator sowie Redaktion und Grafik-Operator in Personalunion, Toningenieur, Bildtechnik.
Der technologische Unterbau wurde gezielt auf Effizienz optimiert mit Simply Live ViBox12 als Video-Mischer, Replay- und Zuspielsystem, Lawo mc²36 Audiokonsole, NEP Novo 4K Grafik-Engine
Durch die Zusammenlegung einzelner Produktionsrollen konnten die Produktionskosten signifikant reduziert werden, ohne auf journalistische Qualität oder Sendesicherheit zu verzichten.
Studio-Setup direkt im Venue
Für die Berichterstattung aus der Schweiz wurde ein vollwertiges WM-Studio direkt im Austragungsort eingerichtet. Dieses ermöglicht Analysen, Vor- und Nachberichte sowie Experteneinbindungen unmittelbar aus dem Turnierumfeld.
Zum technischen Setup vor Ort gehörten:
- 2 × Grass Valley LDX150 Studiokameras
- 1 × Panasonic UE-150 PTZ-Kamera
- 1 × Panasonic UE40 Kommentatoren-Kamera
- 1 × LiveU-Kamera für mobile Live-Schalten
- 4 × RF Mikrofone
- 4 × RF In-Ear-Systeme
- 5 × Riedel Bolero Funk-Beltpacks
- 1 × Kommentatoren- und Expertenplatz
- Integration von On-Air-Analyse-Tools
SMPTE 2110 als durchgängige Produktionsplattform
Eine zentrale Rolle im Produktionskonzept spielt die vollständig IP-basierte Infrastruktur. Sowohl im Venue als auch in der Münchner Remote-Regie basiert der gesamte Signalfluss auf SMPTE ST 2110. Dadurch konnten Video-, Audio- und Metadatenströme flexibel, latenzarm und unabhängig voneinander verarbeitet werden.
Für NEP Germany bedeutet dies eine höhere Skalierbarkeit, flexible Ressourcennutzung, zentrale Produktionssteuerung, zukunftssichere Infrastruktur und die vereinfachte Integration zusätzlicher Produktionsressourcen. Kurzum: Die SMPTE-2110-Architektur bildet das Fundament für die unterschiedlichen Produktionsszenarien von Gold bis Silber.
Weniger Personal vor Ort, geringerer CO₂-Fußabdruck
Ein wesentlicher Vorteil des Remote-Produktion-Ansatzes lag in der drastischen Reduzierung des Personaleinsatzes am Veranstaltungsort. Für die technische Betreuung des Studios und der Signalwege waren vor Ort lediglich zwei Techniker_innen im Einsatz. Sämtliche weiteren Produktionsfunktionen wurden zentral aus München erbracht.
Das reduzierte nicht nur Reise- und Übernachtungskosten erheblich, sondern verringerte gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck der Produktion. Gerade bei internationalen Sportgroßveranstaltungen entwickelt sich dieser Aspekt zunehmend zu einem wichtigen Erfolgsfaktor für Sender, Rechtehalter und Produktionsdienstleister.
Blaupause für die Sportproduktion der Zukunft
»Mit dem Produktionskonzept zur Eishockey-WM 2026 demonstriert NEP Germany eindrucksvoll, wie moderne Remote-Produktion heute aussehen kann: flexibel, wirtschaftlich und technisch auf höchstem Niveau«, sagt Mark Overkamp, CTO bei NEP Germany.
Die Kombination aus zentralisierter Produktion in München, einem schlanken Venue-Setup in der Schweiz, zwei intelligent abgestuften Produktionsstandards und einer vollständig IP-basierten SMPTE-2110-Infrastruktur schuf ein Modell, das weit über die Eishockey-Weltmeisterschaft hinaus Signalwirkung für zukünftige Sportproduktionen haben könnte. Remote-Produktion ist damit längst nicht mehr nur ein Effizienzmodell, sie entwickelt sich zum strategischen Standard für internationale Live-Sportproduktionen.
Turnkey-Lösung: Produktion und Konnektivität aus einer Hand
NEP Germany verantwortete nicht nur die Remote-Produktion, sondern lieferte auch die komplette technische Anbindung der Schweizer Venues an das Remote-Produktion-Center in München – inklusive redundanter Übertragungswege für Video, Audio, Kommunikation und Steuerdaten.
Für Sender und Rechtehalter resultiert daraus ein klarer Vorteil: ein zentraler Ansprechpartner, höhere Betriebssicherheit durch abgestimmte End-to-End-Workflows und reduzierte Projektsteuerungskomplexität.
Gerade bei internationalen Sportgroßveranstaltungen gewinnt dieser Ansatz zunehmend an Bedeutung.

Während Produktion und Netzwerkdienstleistungen häufig von unterschiedlichen Dienstleistern erbracht werden, verfolgt NEP Germany bewusst den Ansatz einer vollständig integrierten Lösung. Dadurch können Schnittstellen reduziert, Verantwortlichkeiten klar definiert und die Betriebssicherheit deutlich erhöht werden.
Mark Overkamp bilanziert: »Die Eishockey-WM 2026 zeigt damit nicht nur die Leistungsfähigkeit moderner Remote-Produktionsmodelle, sondern auch den Mehrwert einer ganzheitlichen Service-Strategie, bei der Konnektivität und Produktion als gemeinsames Ökosystem gedacht werden. Für Sender und Rechtehalter bedeutet dies weniger Komplexität, höhere Planungssicherheit und eine zuverlässige Umsetzung selbst anspruchsvollster Live-Sportproduktionen.«
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