Wer bei den öffentlich-rechtlichen Sendern in Deutschland nach der Archivstrategie fragt, erntet oft vielsagende Blicke, die von Ratlosigkeit über Indifferenz bis hin zu blankem Entsetzen reichen. Selbst dort, wo man angeblich schon eine Archivstrategie entwickelt hat — die aber oft kaum mehr beinhaltet, als irgendeine Art von Umkopiervorgang — reichen meist ein paar wenige Detailfragen, um die Betroffenen aus der Fassung zu bringen. Und während in den Kellern das Magnetband zerfällt, Filmrollen vor sich hin gammeln, Bänder verkleben und Emulsionen zerbröseln, hechelt die Chefetage der Sender dem Handyfernsehen hinterher.