Film, Projektion, Restaurierung, Zubehör: 02.11.2012

Super-8-Material digitalisieren mit DSLRs und SLS-Kameras

Es gibt viele Möglichkeiten, Super-8-Filme in die digitale Welt zu übertragen. Ein relativ neuer Weg, auf dem hochwertige Ergebnisse erreichbar sind, ist die direkte Projektion auf den Sensor einer DSLR oder SLS-Kamera.

Mit digitalen Fotoapparaten, DSLRs und SLS-Camcordern ist ein neuer Typus von Sensoren in den Markt gelangt, den man auch nutzen kann, um Super-8-Filme in hoher Qualität zu digitalisieren. Ein Anbieter, der sich schon lange mit der Übertragung von S8-Material in den Digitalbereich beschäftigt, hat sich nun auch dieses Themas angenommen: Film-Digital aus Wedemark.

Zusammen mit Partnern hat Film-Digital eine Spezialoptik entwickelt, die es erlaubt, eine DSLR oder eine SLS-Kamera wie die C300 von Canon direkt vor das Objektiv eines modifizierten Filmprojektors zu montieren und so das alte Filmmaterial zu digitalisieren. Auf diese Weise kann Bildmaterial, das bisher nur auf Film vorliegt, schnell und ohne großen Aufwand in vergleichsweise hoher Qualität digitalisiert werden.

Die Spezialoptik ist kompatibel mit APS-C-, Vollformat- und S35-Sensoren, die Anpassung erfolgt über entsprechende Distanzringe. Eine Optimierung des Filmtransferobjektivs auf 4K-Technik befindet sich laut Anbieter in Vorbereitung.

Der eingesetzte Projektor muss für die Überspielung entweder vom Kunden selbst oder von Film-Digital zum Transferprojektor umgerüstet werden: Dabei wird die Beleuchtungsquelle ersetzt, denn nur mit einer sehr gleichmäßigen Ausleuchtung durch eine in der Intensität steuerbare Lichtquelle, erreicht man optimale Ergebnisse. Bevorzugt modifiziert Film-Digital Studio-Super-8-Projektoren, etwa von Bauer oder Elmo. Statt der serienmäßigen Beleuchtungseinheit wird dabei eine eigenentwickelte, plane Lichtquelle in den Projektor eingebaut, die mit 6 bis 12 LEDs bestückt ist. Die Helligkeit des LED-Panels kann mit einem externen Steuerpult geregelt werden.

Wird eine Canon-Kamera verwendet, dann wird diese über einen handelsüblichen Adapter von EF-Bajonett auf M42 mit dem Filmtransfer-Spezialobjektiv verbunden. Es können aber auch andere Kameras mit jeweils entsprechendem Adapter genutzt werden. Bei dem Spezialobjektiv handelt es sich letztlich um ein speziell für diesen Zweck entwickeltes Makro-Objektiv mit fester Brennweite.

Die Optik stellt eine stabile Verbindung zwischen der Kamera und dem Projektor her. Um das Gewicht der Kamera abzustützen, werden Teile aus dem Novoflex-Baukastensystem eingesetzt. Hiermit kann die Kamera zudem in allen Achsen millimetergenau vor der Filmebene justiert werden.

Die Optik verfügt über einen eingebauten Blendenring, weitere Möglichkeiten die optimalen Abtastverhältnisse für das jeweilige Material herzustellen, eröffnen das Helligkeits-Steuerpult des Transfer-Projektors und die ISO-Empfindlichkeitseinstellung der Kamera. So lassen sich laut Film-Digital auch mit sehr alten oder falsch belichteten Filmen oft noch erstaunlich gute Ergebnisse erzielen. Mit gut belichtetem Super-8-Material sind bei Einsatz der C300 laut Film-Digital hervorragende Ergebnisse möglich.

Zudem ist es dem Anbieter wichtig, darauf hinzuweisen, dass für den eigentlichen Überspielvorgang im Grunde keine Fachkenntnisse erforderlich sind. Wird eine C300 verwendet, dann kann das Bild schon in der Kamera gespiegelt und korrekt aufgezeichnet werden. Bei den meisten DSLRs steht diese Funktion nicht zur Verfügung, sie zeichnen das Bild kopfüber auf, es muss dann in der Postproduction mit einem Schnittprogramm horizontal gespiegelt werden.

Die Optik kann seitlich justiert werden, dadurch ist es möglich, außer Super-8-, auch Normal-8- und Doppel-8-Filme abzutasten, deren Bildfenster im Vergleich zum Super-8-Fenster im Projektor seitlich versetzt ist. Auch der Transfer von 16-mm-Filmen ist mit einer kleinen Modifikation der Optik — und natürlich einem entsprechenden Projektor — möglich.

Preise

Das Transferobjektiv bietet Film-Digital derzeit für 1.690 Euro an, es soll zukünftig mehrere Versionen des Objektivs geben. Die Beleuchtungseinheit inklusive Helligkeitssteuerung gibt es in zwei Varianten für 185 und 215 Euro, fertig modifizierte Projektoren sind für 580 und 590 Euro erhältlich (alles Endkundenpreise inklusive Mehrwertsteuer, ohne Versand).

Über Film-Digital

Film-Digital offeriert den Filmtransfer auch als Dienstleistung: Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen schicken ihre Filme an das Unternehmen und lassen sie dort digitalisieren. Viele Anwender wollen ihre Filme aber auf keinen Fall aus der Hand geben, haben selbst ein so großes Archiv, dass es sich lohnt, eigenes Equipment anzuschaffen — oder sie wollen selbst den S8-Transfer als Dienstleistung anbieten.

Seit bald zehn Jahren hat sich Film-Digital daher auf die Entwicklung eigener Filmtransfer-Systeme spezialisiert, die das kleine Unternehmen weltweit vertreibt. Das Angebot reicht dabei von einzelnen Komponenten wie Filmtransfer-Objektiven oder Filmtransfer-Beleuchtungen zum Selbsteinbau in den eigenen Super-8-Projektor, über modifizierte Projektoren, die man in Verbindung mit vorhandenen Camcordern nutzen kann, bis hin zu Komplettsets aus einem modifizierten Schmalfilmprojektor, Spezialobjektiv und fest am Projektor installierter Filmtransferkamera.

In Zusammenarbeit mit einer Fachwerkstatt bietet Film-Digital auch Reparaturen und Modifikationen vorhandener Schmalfilm-Projektoren an und sagt: »Egal ob Bauer, Elmo, Noris, Eumig, Bolex, Revue oder Beaulieu – viele Schäden sind reparabel. Besonders Bauer- oder Elmo-Projektoren können Sie uns auch gern zum Kauf anbieten.«

Kunden von Film-Digital sind unter anderem: Kunsthochschule für Medien in Köln, Universität Oldenburg (mit der weltgrößten DEFA-Sammlung), Archive wie das Stadtarchiv Odense oder das THW-Archiv.

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