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Broadcast Monitoring, AI und XML im Herbst 2026

Oliver Gappa, Sales Director EMEA bei TAG.
Es geht auf den September zu, und die Branche bereitet sich auf die europäische Leitmesse 2026 vor. Ja, es ist wieder so weit: Die IBC in Amsterdam öffnet in wenigen Wochen ihre Tore.
Ich möchte die Situation kurz nutzen, um den bisherigen Verlauf der Entwicklung mit den Erwartungen nach der NAB abzugleichen und die Ziele entsprechend neu zu sortieren.
AI als IT-Investitionsmotor
Keine Berichterstattung ohne AI (KI auf Deutsch, ich bevorzuge allerdings die englische Schreibweise). AI ist allgegenwärtig und aktuell der größte IT-Investitionsmotor. Alle Firmen versuchen, generische AI für die Entwicklung und Funktionalität ihrer Produkte einzusetzen.
Allerdings hat dies Auswirkungen auf alle anderen IT-Bereiche. Serverkosten sind dramatisch gestiegen, Speicherkosten explodiert, und Lieferzeiten von mehreren Monaten schieben jetzt schon Projekte ins nächste Kalenderjahr. Budgets werden gesprengt und Projekte neu ausgeschrieben. TAG konnte dies teilweise durch die Nutzung weniger Speicherbausteine (DIMMs) kompensieren, ist aber auch beim IT-Ausverkauf machtlos. Obwohl sie die Produktentwicklung und Dokumentation von Produkten bei TAG massiv beschleunigt, führt dieser IT-Engpass zu Verzögerungen bei der Realisierung von neuen Projekten.
Die trotz höherer Kosten immer leistungsfähigere Hardware und neue Netzwerkprodukte mit höherer Geschwindigkeit reduzieren den Carbon Footprint durch immer größere Kanalbündelung oder aber die Möglichkeit, die Plattform gemeinsam mit anderen Anwendungen zu nutzen (MXL).
Hohes Interesse an MXL und DMF
Erfreulich ist das extreme Interesse an MXL und DMF (Dynamic Media Facility). In diesem Zusammenhang möchte ich auch Container-Technologie und Microservices erwähnen. TAG hat MXL von der ersten Minute an unterstützt. Mit vielen globalen Partnern arbeiten wir täglich daran, möglichst bald vollständige Kundenlösungen anzubieten.
Endlich steht Datenaustausch und eine generische Medienplattform im Vordergrund und ersetzt die sequenzielle Multisystem-Architektur der Vergangenheit. Jede Funktionalität/Applikation wurde durch Dateninseln realisiert, die dann über aufwändige Netzwerkarchitekturen miteinander verbunden werden mussten. Das ist so, als müsste ich mir zu Hause viele PCs kaufen: einen fürs Internet, einen für Textverarbeitung, einen für Bildbearbeitung usw. Es schien aber in der Medienindustrie nicht viele zu stören, sonst wäre eine Technologie wie MXL sicherlich schon früher diskutiert worden. Man mag sicherlich einwenden, dass die PCs heutzutage deutlich leistungsfähiger sind und so ein Sharing intern erst ermöglichen. Ich will hier aber nicht auf die kommerziellen Hintergründe eingehen.
Fakt ist, dass die Möglichkeit, verschiedenste Applikationen auf der gleichen Plattform laufen zu lassen, den Markt verändern wird. Viele Module werden nicht mehr in jeder Applikation benötigt. Beispielsweise müssen die Resultate einer Applikation nicht mehr encodiert und danach wieder in der nächsten Applikation dekodiert werden.
Es ist kein Netzwerktransfer zwischen den Bearbeitungsschritten notwendig. Orchestrierung auf Applikationsebene und nicht mehr von Plattformen, Containerisierung und Microservice-Architektur sind in der IT längst gebräuchliche Technologien, die nun auch verstärkt in die moderne Medientechnologie einfließen.
Auf der IBC wird es etliche Showcases zum Thema MXL geben. TAG stellt dabei oft Multiviewing und Monitoring vor. Es muss aber bedacht werden, dass MXL ein noch sehr junger Standard ist und die Marktreife sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nimmt. Zukünftige Nutzer sollten aber bereits heute geplante Produkte, Infrastrukturen und Investitionen damit abstimmen. Ansonsten drohen doppelte Ausgaben oder Fehlinvestitionen.
Die aktuellen Verzögerungen durch teure oder schwer lieferbare Servertechnologie sollten die Kunden nutzen, ihre aktuelle Planung zu hinterfragen und gegebenenfalls anzupassen.
Sovereign Clouds
Nach langer Diskussion über Datensicherheit, globale Einflussnahme und potenziellen Kontrollverlust haben diverse Anbieter nun sogenannte »Sovereign Clouds« im Angebot. Es haben sich auch neue Anbieter am Markt etabliert. Trotzdem wird die Cloud von vielen Kunden weiterhin skeptisch betrachtet, und man verschließt sich leider vor dem wirklichen Potenzial. Im vergangenen Monat feierte TAG erfolgreich mit anderen Anbietern die Weiterführung eines wegweisenden Sportprojektes als Cloud-Installation. Die große Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bei gleichzeitig voller Funktionalität wurden dabei erneut unter Beweis gestellt. TAG liefert die gleiche Funktionalität, egal ob On-Premise, Hybrid oder als 100 % Cloud-Installation. Auf der IBC werden wir nun nach Lens eine weitere Funktionalität zum überregionalen Monitoring vorstellen.
Wie schon in vorherigen Artikeln erwähnt, ist das effektive Monitoring entlang des gesamten Workflows nur dann möglich, wenn man bestehende Datensilos aufbricht und das Potenzial bestehender IT-Technologien voll nutzt. MXL beseitigt Blockaden zwischen Applikationen. Die Cloud kann regionale Limitierungen überwinden, aber es ist essenziell wichtig, dass diese Blockaden auch in der Denkweise der technisch Verantwortlichen überwunden werden und Beschaffungsprozesse den gesamten Workflow mit einbeziehen, anstatt sich auf Inseln zu beschränken. Was nützt es, die Probleme und Resultate bestimmter Anwendungen zu monitoren, wenn man keinerlei Vergleiche zwischen den Bearbeitungsschritten durchführt? Jeder Einzelschritt mag dabei innerhalb vorbestimmter Parameter liegen, aber das finale Resultat ist damit nicht automatisch auch in Ordnung. Die Fehlersuche gestaltet sich dann mehr als schwierig.
Nur wer weiß, wo und wann Änderungen durchgeführt wurden, und die Resultate verschiedener Bearbeitungsschritte vergleichen kann, ist in der Lage, das Problem schnell einzukreisen und damit eine Lösung zu beschleunigen.
Das Verstehen dieser Problematik und die Bereitschaft, etwas dagegen zu tun, verbessern sich langsam, aber beständig. Der oftmals angesprochene Kostendruck kann nur durch automatisierte Abläufe und die Möglichkeit, immer mehr Signale mit weniger Mitarbeitern zu überwachen, gemildert werden. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf die Daten gelegt, die außerhalb bestimmter vordefinierter Parameter liegen. Der automatisierte Vergleich zwischen verschiedenen Bearbeitungsstadien innerhalb des Workflows ermöglicht es, die Qualität als durchgängigen Maßstab zu definieren. Bei Unterschreitung oder Überschreitung bestimmter Parameter kann dann schnell nachgeregelt werden.
Autor: Oliver Gappa












