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Kurz und knackig – KW 40/2026

Patente: Disney im HDR-Rückzug. USA: Keine Regulierung, weitere Attacken. Frankreich: Radio im Auto erhalten. USA: Smartphone überholt Autoradio. RBB: Verträge vor Gericht.
Unternehmen
Sinkende lineare Reichweiten, die ungewisse Finanzierung und steigende Kosten veranlassen den Sender zur Orientierung auf digitale Verbreitung. Bis Ende 2027 werden 76 Audio-Angebote entfallen, bis 2030 insgesamt 200. Jede dritte durch Verrentung frei werdende Stelle wird nicht besetzt, der Einsatz von Freiberuflern reduziert.
Aufgrund der ausstehenden Erhöhung des Rundfunkbeitrags schließt der Saarländische Rundfunk 2025 mit einem Liquiditätsminus von 4,5 Mio. €. Bis Ende 2028 müssen 22 Mio. € eingespart werden, um der Verpflichtung zu ausgewogenem Wirtschaften nachzukommen. Dafür läuft ein Strategie- und Maßnahmepaket.
Der Börsengang nach den US-Zwischenwahlen und einer milliardenschweren Kreditvereinbarung soll dem KI-Entwickler bis zu 35 Mrd. $ einbringen. Dabei warnt das Unternehmen selbst vor »existenziellen Risiken für die Menschheit« durch eigene Produkte wie das KI-Modell Claude.
Josh D’Amaro, seit März Maus-CEO, kündigt neue Entlassungen an. Betroffen sind mehrere hundert Beschäftigte der IT-Entwicklung und Personalabteilungen. Bereits im April wurden 1.000 Stellen gestrichen; im Juli gab es Entlassungen bei Pixar und National Geographic. 2023 bis 2025 fielen 8.000 Stellen weg.
Der französische PayTV-Anbieter warnt vor einer Verdopplung der Umsatzsteuer auf 20%, die das Finanzministerium ab 2027 vorschlägt. Das würde 200 Mio. € kosten und Preise, Jobs und die Bereitschaft beeinflussen, 980 Mio. € in Filme zu investieren.
Broadcast & Produktion
Der Mietvertrag der Telekom-Tochter für den Hallenser Standort Dieselstraße mit dem 2005 errichteten, 160,5 Meter hohen Stahlgittermast wurde vom Vermieter Energieversorgung Halle nicht verlängert. Damit sind der Empfang von 45 DVB-T2-Programmen und einem UKW-Privatradio im Stadtgebiet sowie das im Mai bis 2028 verlängerte 5G Broadcast-Pilotprojekt gefährdet.
Mit der Aufschaltung des vierten und letzten Multiplexes hat der Dienstleister die Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 in der Slowakei beendet. Übertragen werden vier öffentlich-rechtliche Programme von STVR.
Streaming
Die US-Analysten verzeichnen eine Konsolidierung auf dem US-Streaming-Markt. Demnach wurden zehn eigenständige Angebote eingestellt, die (wie Paramounts Bet+ oder FIFA+) in andere Plattformen integriert wurden. Hintergrund sei die Neubewertung von Konzepten für die Monetarisierung der Inhalte. Der »Streaming Video Tracker« erfasst jetzt 370 US-Dienste und 234 in Kanada.
Künstliche Intelligenz
Nach weiteren Zwischenfällen will OpenAI das Training seiner KI aussetzen. Das neue Modell 6.1 (Astra) wird gestoppt. Bei einem Test wurde eine Lücke genutzt, um das interne Netz unerlaubt zu verlassen und externe Daten zu recherchieren. In einem anderen Fall wurden Nutzer-Bilder auf anderen Online-Plattformen platziert. Ein autonomer KI-Agent der Firma hackte die Website des australischen Gesundheitsministeriums.
Im Gespräch mit Branchenvertretern beharrte Präsident Trump auf der Verweigerung einer staatlichen KI-Regulierung. Die Unternehmen müssten sich selbst auf freiwilliger Basis »gegenseitig kontrollieren«, es gehe ja um ihre Existenz. Laut einem Sprecher des Repräsentantenhauses hätten die KI-CEOs ein Abkommen über Standards unterzeichnet.
68% der Nutzer in Deutschland setzen KI für sensible private Themen ein – häufig zur psychischen Gesundheit. 40,5% vertrauen dem Datenschutz der Anbieter jedoch nicht. 51% rechnen mit der Generierung von Werbeprofilen und 43% damit, dass ihre Daten zum KI-Training genutzt werden. 71% würden einen Chatbot mit besonderem Datenschutz bevorzugen, stellten die Schweizer Analysten Proton fest.
Radio, Audio
Der Betreiber Uplink Networks verschob das Leipziger DAB+-Angebot vom Kanal 6C auf 6D. So werden Interferenzen mit 6C-Multiplexen in anderen Bundesländern vermieden und die Reichweite bei gleicher Sendeleistung wird etwas erhöht.
Laut einer Studie von Edison Research wollen mehr US-Jugendliche Radio im Auto mit dem Smartphone hören. 2015 zogen 66% im Alter von 13 bis 34 Jahren noch MW/UKW vor, während 19% Mobilgeräte nutzten. 2026 überholte die Mobiltechnik (46%) das klassische Autoradio (43%).
Die »Alliance de la Radio« von Radio France und nichtkommerziellen Radios fordert den Erhalt des kostenlosen Zugangs zu UKW und DAB+ im Auto. Das soll die Regierung auf nationaler Ebene sichern und bei den EU-Verhandlungen über den »Digital Networks Act« vertreten. Viele Autohersteller bieten Radios vermehrt nur als Extra gegen Aufpreis an. Während der jüngsten Waldbrände sei die Versorgung von 520.000 Haushalten ausgefallen.
Märkte, Studien, Statistiken
Ein Gutachten für die NRW-Medienanstalt konstatiert »systematische Praktiken, die Kommunikationsprozesse verdeckt verzerren und dadurch die individuelle und gesellschaftliche Meinungsbildung gezielt beeinflussen sollen. Dazu gehören unter anderem Social Bots, Fake-Accounts, gefälschte Nachrichtenwebseiten oder Deepfakes«. Sog. »Coordinated Inauthentic Behaviour« täusche die Nutzer über die tatsächliche Herkunft und Relevanz von Inhalten.
Ein Bericht über die Regulierung von AV und digitalen Dienstleistungen im Kontext des globalen Handels beschäftigt sich u.a. mit den Auswirkungen großer Fusionen und einseitiger Zölle auf den europäischen 142 Mrd. € umfassenden AV-Markt.
Soziale Medien
Die Bundesregierung stellt sich gegen einen EU-weiten Kompromiss, der zusätzliche nationale Genehmigungen bei der freiwilligen Chatkontrolle vorsieht. Der Vorschlag sieht für das Durchsuchen von Messengerdiensten nach Bildern von Kindermissbrauch in privater Kommunikation einen Suchplan vor, der von einer nationalen Justizbehörde zu prüfen ist.
Medienrecht, Gesetze, Urteile
Das Landgericht Berlin verhandelt ab dem 10.11. gegen die entlassene Intendantin Schlesinger. Im Verfahren um 26 Fälle von Untreue sind 56 Termine angesetzt. U.a. geht es um variable Vergütungsanteile für Schlesinger und ehemalige leitende Mitarbeiter, die unter Umgehung der Kontroll- und Aufsichtsfunktion des Verwaltungsrats gewährt worden seien und gegen das Gebot der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit verstoßen hätten. Weitere Verfahren gegen Schlesinger und andere laufen.
Eine Klage soll die EU-Anordnung zu Fall bringen, wonach der US-Konzern Suchmaschinen-Konkurrenten anonymisierte Userdaten zur Verfügung stellen und Drittanbietern Zugriff auf die Sprachsteuerung von Android geben soll. Die Klage wird u.a. mit einer unzureichenden Anonymisierung der Daten begründet.
Nachdem Disney+ seinen Premium-Kunden Dolby Vision und HDR auch in Frankreich nicht mehr anbietet, droht dort ein Verfahren: Die Verbraucherorganisation »Que Choisir Ensemble« kritisiert, dass der Abo-Preis trotz reduzierter Leistung nicht gesenkt wurde. Wegen eines Patentstreits mit InterDigital musste Disney in Deutschland und neun weiteren Märkten Dolby Vision und HDR entfernen.
Internationales
Auf richterliche Anordnung dürfen CNN, MS Now und Politico b.a.W. nicht aus dem Weißen Haus verbannt werden. Der Ausschluss sei wahrscheinlich verfassungswidrig, so das Gericht. Im Anschluss folgte eine neue Schikane: CNN durfte eine Präsidentenreise nicht als Vertreter des TV-Pools begleiten, in dem sich mehrere Sender bei der Produktion der Berichte über den Präsidenten seit Jahrzehnten abwechseln.
Laut einem Gericht in New Mexico täuschte Facebook Nutzer über den Schutz ihrer Daten: Ein Drittanbieter konnte 87 Mio. Persönlichkeitsprofile sammeln und der Agentur Cambridge Analytica verkaufen, die diese für gezielte Werbung nutzte. Die Anwälte fordern für 2 Mio. vom Gericht bestätigte Fälle jeweils bis zu 5.000 $ Schadensersatz.
Die Nachverfolgung und Verifizierung neuer Abruf-Videovideos aus Österreichs Parlament wird durch den offenen Standard C2PA (Coalition for Content Provenance and Authenticity) möglich. Das wird mithilfe des Cloud Video Kits von Big Blue Marble umgesetzt.
Die Medienbehörde Bakom erteilte der SRG die Frequenz-Zuweisungen bis Ende 2034 zur Rückkehr auf UKW. Nach dem Ausstieg aus dem Analogausstieg sollen noch im Herbst je drei Wellen pro Sprachregion auf Sendung gehen.
Personalia
Die 12 Verwaltungsräte beraten am 8.10 über den weiteren Verlauf der am 3.12. geplanten Intendantenwahl. Für die Nachfolge von Stefan Raue, der seit 2017 amtiert und Ende August 2027 in den Ruhestand gehen will, liegen 13 Bewerbungen vor.
Cindy Holland, verantwortlich für das Direct-to-Consumer-Geschäft, verlässt den Konzern sofort. Die im Zuge der Fusion mit Warner zusammenzuführende Streaming-Sparte soll der bisherige HBO-Chef Casey Bloys leiten.
Stéphane Baumier, seit 2000 bei Canal+ und derzeit Technikchef des PayTV, wurde zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates des Cybersecurity-Spezialisten ernannt. Laut Canal+ soll er den internationalen Ausbau von Irdeto angesichts der zunehmenden Bedrohung der AV-Branche durch Piraterie, Betrug und Cyberkriminalität begleiten.
Der ÖR-Sender für das französischsprachige Belgien verpflichtete ab dem 2.11. mit Christophe Dujardin den vorherigen Chief Consumer Officer der Telco Orange Belgium als Administrator General.
Sally Hahershaw ist President of Global Distribution der britischen Sendeanstalt. Sie war zuvor Chief Distribution Officer von Mediawan (übernahm 2024 Leonine).

 

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