Blackmagic_Leader_2026_07

Anzeige

Postproduction: Kleiner, schneller und billiger

Avid kündigte im Umfeld der NAB2008 Preissenkungen an, präsentierte neue Beschleuniger-Hardware und dazu passende Software-Versionen, die zu deutlich günstigeren Konditionen mehr Funktionalität bieten sollen. Damit reagiert der Editing-Experte auf einen Trend, der sich im Postproduction-Bereich schon seit Jahren gefestigt hat und der im Editing nun eben ganz stark zu verzeichnen ist: Software muss immer mehr bieten und darf immer weniger kosten.

Apple hat vorgemacht, wie man diese Anforderungen erfüllt und dabei trotzdem noch Gewinn macht: Wer hätte vor Jahren gedacht, dass aus dem kleinen Editing-Programm Final Cut Pro eine Software werden könnte, mit der Videojournalisten und Postproduction-Spezialisten ebenso arbeiten, wie Broadcast-Journalisten in den Newsrooms auf aller Welt.

Sicher, eingefleischte Avid-Anwender rühmen nach wie vor die Funktionalität und die vielen Vorteile im Detail, die ein etabliertes Avid-Postproduction-System bieten kann. Aber das reicht den Kunden nicht mehr — sie wollen mehr: Etwa, dass neue Trends und Formate in der Akquisition möglichst schnell in die Softwares implementiert werden und dass es ausreichend Schnittstellen bei Im- und Export, aber auch zu anderen Systemen gibt. Verlangt der Kunde mit dem Wunsch nach enger Vernetzung zuviel? Prinzipiell ganz sicher nicht, aber wenn das alles nichts kosten darf, dann schon. Denn die vielzitierte Workflow-Optimierung erfordert beim Hersteller Erfahrung, Zeit und viel Austausch mit denen, die täglich mit den Produkten arbeiten. Das kostet wiederum Geld, das aber nicht alle Kunden bezahlen wollen. Und so polarisiert sich der Postproduction-Markt eben weiter in teure High-End-Systeme und in günstigere Einsteiger-Softwares. Die breite Mittelschicht dazwischen bricht immer mehr weg – ein Effekt, den der Hersteller Avid, der in diesem Bereich lange Jahre gutes Geld verdient hatte, nun schmerzlich spüren muss.

Was bedeutet diese Polarisierung für den Markt? Beim Kunden gibt es sie letztlich schon längst nicht mehr, denn in einer Post-Facility steht nun mal neben einem teuren Autodesk-VFX-System ein kleiner After-Effects-Arbeitsplatz, der dem teuren System vielfach zuarbeitet — auch wenn das teilweise länger dauert und die Abläufe nicht immer optimal sind. Und bei manchem Sender wird jetzt mit Final Cut Pro geschnitten, wo früher vielleicht vielleicht noch ein teureres Avid-System im Einsatz war.

Beim Kunden hat die Marktveränderung und -polarisierung also schon längst stattgefunden. Jetzt müssen die Hersteller noch eine Lösung dafür finden, mit der neuen Situation umzugehen und jene vernetzten Produkte und Technolgien zu liefern, die der Endkunde braucht. Und das sollten Sie bald tun.

Sie werden sehen.

Autor: C. Gebhard, G. Voigt-Müller

Aja_Rec_2026_07

Anzeige

Most Popular

Lawo_Rec_2026_07

Anzeige

Newsletter

Keine Story mehr verpassen und
einfach den Newsletter abonnieren!

IBC_Rec_2026

Anzeige

Aja_Leader_2026_07

Anzeige

IBC

Führende Veranstaltung für Content und Technologie in der Medienbranche.
Amsterdam
11. bis 14. September

MTH Conference

Die MediaTech Hub Conference ist eine führende internationale Boutique-Veranstaltung.
Potsdam
29. bis 30. September

Imaging World

Das Festival für Foto, Film und Content Creation.
Nürnberg
2. bis 4. Oktober

CABSAT

CABSAT wurde 1993 gegründet und hat sich zu einer etablierten Veranstaltung für die Medien- und Kommunikationsbranche in der MEASA-Region (Naher Osten, Afrika, Südasien) entwickelt
Dubai
5. bis 7. Oktober

LEaT con 26

Mit 140 Speakern bot die letzte LEaT con ein beeindruckendes Programm aus Vorträgen und Workshops.
Hamburg
6. bis 8. Oktober

FKTG-Fachtagung 2026

FKTG-Fachtagung 2026.
Wuppertal
10. bis 12. November
Women in Motion

Anzeige