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Kopfhörer-Test: Sony MDR-MV1
Das offene Design des Kopfhörers, welches das Gehäuse akustisch nicht abschließt, reduziert reflektierten Sound innerhalb der Kopfhörer, und das Klangfeld wird genauer wiedergegeben als bei geschlossenen Kopfhörern. Durch die Löcher auf der Rückseite und die Schlitze auf den Seiten ist das deutlich sichtbar.
Dadurch lässt der Kopfhörer aber mehr Geräusche von außen durch, so dass er sich eigentlich nicht für den Einsatz am Set oder bei einer Veranstaltung eignet. Das Einsatzgebiet liegt darin, eine Stereo- oder Surround-Mischung beim Mischen und Mastern auch mit Kopfhörern beurteilen zu können. Hier soll der MV1 laut Sony die Lautsprecher nicht nur ergänzen, sondern sogar ganz ersetzen können.
Ich habe die Kopfhörer beispielsweise für den Schnitt in der Produktion in einem Hotelzimmer oder in einem Pressezentrum eingesetzt, oder zum Abmischen eines Jingles in Studio One. Zugegeben – auch mit dem MDR-M1, der eher als Allround- und Produktionskopfhörer gedacht ist und besser abschließt, wäre die Beurteilung hier kein Problem gewesen, da nur die Musik in Stereo verwendet und der O-Ton einfach mittig platziert wird. Eine Surround-Mischung von Musik, Geräuscheffekten und Dialogen habe ich dann in DaVinci Resolve gemacht.
Wie der 150 Euro günstigere MDR-M1 ist Sonys Mid-End-Modell MDR-MV1 leicht und kompakt. Zu Sonys absoluten High-End-Modell Z1R Premium ist mit 1850 Euro preislich noch viel Luft nach oben. Mit 400 Euro ist der MV1 aber auch nicht gerade günstig, oder gerade eben sehr günstig, wenn er eine Surround-Abhöranlage ganz oder teilweise ersetzen kann. Allerdings gibt es bei Kopfhörern eine noch größere »Kultivierung« unter Audio- oder Master-Ingenieuren als für Kameras bei DPs.
Audio-Ingenieure aus meinem Berufsumfeld empfehlen gerne den Sennheiser HD 820, der mit 2000 Euro zu Buche schlägt, oder, wenn es »günstig« sein soll, den Sennheiser HD600 für 330 Euro. In einer ähnlichen Preisliga spielt auch der Beyerdynamic DT 1990 Pro für 600 Euro, der mir ebenso vielfach als »günstigerer« Referenz-Monitor angepriesen wird. Es gibt aber noch ein sehr großes Angebot über 2000 Euro, und wenn man es auf die Spitze treiben will, kann man mit dem Sennheiser Orpheus HE1 auch 90.000 Euro ausgeben. Dieser richtet sich allerdings mehr an Hi-Fi-Nerds – und ein Röhrenvorverstärker ist gleich mit dabei.
Der günstigere Sony M1 hat sich bei mir schon vielfach als Kopfhörer für den Dreh und Abhör-Monitor zum Schnitt in Messehallen gute Dienste geleistet. Die Ohrmuscheln des MV1 sind weicher und größer als beim M1, lassen sich eindrehen und damit gut transportieren.
Die Rasterung des Bügels beim MV1 bleibt zuverlässig auf der eingestellten Länge. Die Kopfhörer sind leicht und auch nach einem ganzen Schnitttag sind sie nicht unbequem oder drücken. Das Kabel ist am linken Hörer angebracht ist und kann gewechselt werden. Der 3,5mm-Miniklinkenstecker am Kopfhörer lässt sich aber fest verschrauben und hat sich keinmal versehentlich gelöst. Das mit 250 cm relativ lange Kabel endet auf einer 6,3mm-Klinkenstecker, zu dem es noch einen Adapter auf einen 3,5mm-Stecker gibt.
Das Gehäuse besteht zwar teilweise aus Plastik und ist außergewöhnlich leicht, macht aber einen soliden Eindruck. Bei der Empfindlichkeit mit 100 dB SPL/mw ist der MDR-MV1 eher im Mittelfeld, es reicht aber aus, um den Klang auch ohne externe Verstärkung sauber wiederzugeben. Mit einer Impedanz von 24 Ohm hat der Kopfhörer einen niedrigen Widerstand und kann dadurch mit wenig Spannung eine hohe Lautstärke erzeugen. So bietet er auch am Ausgang eines Laptops noch eine gute Lautstärke und exakte Wiedergabe.
Seite 1: Eckdaten
Seite 2: Klang und Fazit
Autor: Christoph Harrer
Bildrechte: Sony
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