Editorial, Kommentar, Top-Story: 17.04.2015

Die Zweiten werden die Ersten sein?

»The second screen will become the first screen«, das konnte man bei den vergangenen Messen immer wieder hören — üblicherweise von Firmen, die Second-Screen-Lösungen anbieten, logisch. Aber es gibt auch massive Zweifler an dieser These.

So war etwa die Fußball-WM im vergangenen Jahr auch in Deutschland ein Erfolg für das Thema Second Screen: Die WM-Apps sorgten dafür, dass die Rekorde bei der mobilen Nutzung von ARD- und ZDF-Angeboten nur so purzelten. Dennoch zeigen etwa die Marktforschungsergebnisse des ZDF, dass dabei die vielbesungene Parallelnutzung gar keine große Rolle spielte: Zumindest beim Fußball nutzen die Endkunden die kleinen, mobilen Displays in aller Regel nicht parallel, sondern alternativ zum großen Fernsehgerät — eben dann, wenn sie grade keine Möglichkeit haben, das Spiel »in groß« zu sehen.

Ob das so bleiben wird, wenn die »Digital Natives«, die von klein auf mit mobilen Displays und Streaming-Diensten aufwachsen, in der Bevölkerung zahlenmäßig die Oberhand gewinnen, das sei mal dahingestellt. Momentan deutet aber einiges darauf hin, dass der ultimative Hebel für einen »Second Screen Boom« einfach noch nicht gefunden ist.

Das soll natürlich nicht heißen, dass das Thema erkaltet wäre, denn es ist sicher sinnvoll für Broadcaster, hiermit bei jungen Zielgruppen den Fuß in der Tür zu halten. Und natürlich geht das Experimentieren bei diesem Thema weiter — auch bei der NAB2015.

Sie werden sehen.

 

P.S.: Die Redaktion von film-tv-video.de verabschiedet sich mit diesem Newsletter aus Las Vegas. Die Messeberichterstattung geht aber weiter — mit vielen weiteren Meldungen und Videos, denn unsere Festplatten sind mit so vielen Bildern und Infos vollgepackt, dass wir locker noch zwei Wochen von der NAB2015 berichten können.

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