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Cinec: Ganz gezielte Diebstähle?

Dass bei Messen immer mal wieder etwas gestohlen wird, das ist leider ganz normal. Aber bei der Cinec in München gibt es dabei komische Zufälle, die einen nachdenklich stimmen können.
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Am Stand von Ludwig Kameraverleih, der ganz im Zeichen der Kooperation mit Panavision stand, gab es während der Messe einen sehr unerfreulichen Diebstahl.

In diesem Jahr wurden bei der Filmtechnikmesse Cinec in München wieder Ausstellungsstücke gestohlen. Das wäre nicht weiter ungewöhnlich, denn leider wird bei Messen eigentlich immer geklaut. Was stutzig macht, ist die etwas ungewöhnliche Auswahl des Diebesguts, denn es handelt sich nicht etwa um über Hehler gut verkäufliche Ware, sondern um eher seltene, frühe Modelle und Prototypen. Besonders dreiste Fälle von Industriespionage?

Bei Band Pro wurde der Prototyp eines Angénieux-Objektivs der ganz neuen EZ-Reihe vom Stand gestohlen. Diese Objektivreihe wurde erstmals im Rahmen der diesjährigen IBC und der Cinec öffentlich vorgestellt (siehe Meldung).

Christopher Hantel von Band Pro erläutert: »Es handelt sich um einen weltweit einzigartigen Prototypen, der sehr auffällig ist und ohne Probleme sofort erkannt werden kann. Das Objektiv ist weit von einer finalen Qualität entfernt und nur sehr begrenzt einsetzbar.«

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Dieses Objektiv wurde vom Cinec-Stand von Band Pro gestohlen.

Es handelt sich um einen Prototypen des Angénieux EZ-2 (Wide) mit der Brennweite 15-40 mm (bezogen auf S35). Auffällig ist die rote Rückgruppe des grauen Objektivs, das ansonsten in der Farbe Taupe Metallic ausgeführt ist.

Zweites Opfer eines Diebstahls während der Cinec wurde der Ludwig Kameraverleih. Als deutscher Partner von Panavision hatte Ludwig an seinem Stand nicht nur Panavision-Objektive gezeigt, sondern auch Kameras.

Die entwendete Weapon.

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Vom Stand des Ludwig Kameraverleih wurde eine Weapon mit Panavision-Mount entwendet.

Bei der entwendeten Kamera handelt es sich  konkret um eine noch nicht verfügbare Weapon 6K mit der Seriennummer RWBW-01542 in schwarz. Ein solches Gerät kann man eigentlich kaum an einen normalen Anwender verkaufen, denn es ist auffällig und derzeit noch eher ungewöhnlich. Hinweise dazu bitte an das Polizeipräsidium München – Kommissariat 64, 089/36056-0 oder jede andere Polizeidienstelle.

Auch bei der Cinec vor zwei Jahren gab es Diebstähle. Damals unter den Opfern: Panasonic. Hier wurde aber ebenfalls nicht etwa eine gängige, eingeführte Kamera gestohlen, die man leicht hätte verscherbeln können, sondern ein Vorserienmodell der damals noch ganz jungen Varicam 35.

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Bei der Cinec2014 war ein Vorserienmodell der Varicam 35 entwendet worden.

Für dieses Gerät traf damals das Gleiche zu, wie für die in diesem Jahr bei Band Pro und Ludwig gestohlenen Geräte: schwer verkäuflich, aber vielleicht interessant für Industriespionage.

Vielleicht verfolgen die Diebe aber auch ein anderes Ziel: Das jeweilige Unternehmen zu schädigen und die Entwicklung zu verzögern, denn schließlich sind Prototypen und frühe Exemplare neuer Entwicklungen teuer und werden für die Weiterentwicklung und fürs Marketing gebraucht.

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Statt anderer, hochwertiger, voll funktionsfähiger Produkte, hatten es die Diebe auf Prototypen und seltene Modelle abgesehen. Zufall?

So oder so: Dass die Diebe nun schon bei zwei Ausgaben der Cinec so wählerisch waren und anstatt gängiger und leicht verkäuflicher Objektive oder Kameras, ausgerechnet seltene Versionen und Prototypen stahlen, macht in jedem Fall stutzig.

Die Folgen sind klar: Mehr Misstrauen, aber auch mehr Kosten und Aufwand für die Aussteller, denn die müssen selbst für die Bewachung und Sicherheit ihrer Ausstellungsobjekte sorgen, das ist bei Messen so üblich.

Autor: red

Bildrechte: Nonkonform

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