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Zero One Film: Insolvenzverwalter prüft Sanierung

Die bekannte Berliner Filmproduktionsgesellschaft Zero One Film GmbH hat einen Insolvenzantrag gestellt.

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Zero One Film ist besonders durch seine »24h«-Produktionen bekannt, aber hat natürlich auch viele weitere, teilweise sehr erfolgreiche Filme produziert. Nun musste das Unternehmen am 05.07.2023 Insolvenzantrag stellen. Damit soll versucht werden, einen geordneten Sanierungsprozess einzuleiten.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht Charlottenburg den renommierten Restrukturierungsexperten Rüdiger Wienberg, Namenspartner der bundesweit tätigen Insolvenzkanzlei HWW Hermann Wienberg Wilhelm. Wienberg hat sich sofort nach seiner Bestellung in Gesprächen mit der Geschäftsführung ein Bild der Lage gemacht.

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Zero One Film wurde 1994 gegründet, Gesellschafter sind Thomas Kufus (Geschäftsführer) und Volker Heise. Die angesehene Produktionsgesellschaft hat sich auf Arthouse-Filme spezialisiert und auch die »24h«-Mammutprojekte realisiert, darunter »24h Berlin«. Zu weiteren, bekannteren Produktionen von Zero One Film gehören aber auch »Der Staat gegen Fritz Bauer«, »Black Box BRD«, , »Kulenkampffs Schuhe« und zuletzt »Der vermessene Mensch«. Die Filme von Zero One Film wurden vielfach ausgezeichnet, so etwa auch mit dem Deutschen Filmpreis Lola in Gold, dem Grimme Preis und dem Deutschen Fernsehpreis.

Thomas Kufus.

Das Unternehmen beschäftigt zurzeit 14 ständige Mitarbeiter. Die Beschäftigten wurden in den letzten Tagen über den Stand der Dinge und die weiteren Schritte unterrichtet. Die Löhne und Gehälter aller Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.

Volker Heise.

Die Geschäftsführung hat nach eigenen Angaben bereits vor dem Insolvenzantrag Gespräche mit Investoren aufgenommen, die aber noch in den Anfängen stehen. »Eine Investorenlösung ist ein denkbarer Weg, um den Fortbestand von Zero One Film zu sichern«, berichtete Insolvenzexperte Wienberg. »Ein Insolvenzverfahren bietet dafür den richtigen rechtlichen Rahmen. Zero One Film hat einen hervorragenden Ruf in der Branche, insofern sehe ich durchaus Chancen für eine nachhaltige Sanierung. Das Unternehmen und seine Mitarbeiter hätten es verdient. Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, was machbar ist. Ohne einen Investor wird es aber schwer werden.«

Bei den Insolvenzursachen sieht die Geschäftsführung insbesondere drei externe Gründe: enorm gestiegene Produktionskosten (Honorare, Produktionskosten, etc.), stark sinkende Kinobesucherzahlen und schließlich die steigenden Zinsen bei gleichzeitig hoher Inflation. Über allem dürfte dabei der Strukturwandel der Branche infolge des starken Wachstums bei den Streaming-Diensten als eigentliche Ursache anzusehen sein.

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