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Kurz und knackig – KW 31/2026

Jubiläen: 30 Jahre Digital-TV, 15 Jahre DAB+. Gericht: Paramount/Warner-Deal auf Eis. KI: Abwehr-Allianz mit OpenSource / KI-Leute fordern Bremse. Google: Trump droht bei EU-Strafe. Belgien: UKW-Aus ab 2031.
Jubiläum
Vor 30 Jahren, am 28. Juli 1996, ging das zunächst als technischer Versuch zugelassene PayTV der damaligen Kirch-Gruppe (später Premiere, heute Sky) als erstes digitales deutsches TV-Angebot im Breitbandkabel auf Sendung. Zum Empfang diente die »d-Box«.
Vor 15 Jahren, am 1. August 2011, startete der erste nationale DAB+-Multiplex mit vier Programmen von Deutschlandradio und neun privaten. Heute senden zwei nationale, weitere landesweite, regionale und lokale Angebote, genutzt von 35,6% der Radiohörer. Die Ausstattung der Haushalte wuchs 2025 um 2 Mio. DAB+ treibt die Digitalisierung des Hörfunks an, so das Digitalradio-Büro.
Unternehmen
Die gerichtliche Vollzugsaussetzung des Milliardendeals der AV-Konzerne aufgrund einer Klage von 12 US-Bundesstaaten hat Folgen: Paramount wurde zum Stopp des Vorhabens bis zu einem Urteil bzw. zum 1. Juni 2027 gezwungen. Auch der Verband der Drehbuchautoren klagt.
Unterdessen hat die EU-Kommission den Deal unter Auflagen genehmigt: Paramount muss 13 Monate nach Abschluss der Transaktion die Beteiligung am Kinoverleiher UIP beenden und darf 10 Jahre lang darüber keine Warner- und Paramount-Filme in die Kinos bringen.
Mit einem Kursanstieg um 2% auf 342,89 $ je Aktie überholte der Wert des Computerkonzerns die 5 Bio. $-Marke und den Wert von Nvidia und ist damit wertvollstes Unternehmen an der US-Börse.
Trotz eines (über vier Jahre mit Fehlbeträgen zu verrechnenden) Überschusses von 52 Mio. € in 2025 bei Einnahmen von 597,2 Mio. € und Ausgaben von 545,1 Mio. € (und Einsparungen von 29,8 Mio. €) wird der finanzielle Spielraum des Senders nicht erhöht, so Intendant Sebastian Hager.
Broadcast & Produktion
Die 30 Live-Stunden der »Finals« vom 23. bis 26.7. mit deutschen  Meisterschaften in 24 Sportarten erreichten linear im Schnitt 0,942 Mio. Zuschauer (Marktanteil 11,2%). Die Top-Quote brachte die Leichtathletik am Samstag mit 1,425 Mio. Zusehern (11,5%). Die 125 Stunden Streams wurden 1,5 Mio. Mal abgerufen.
ARD Von der Frankreich-Rundfahrt meldet die ARD einen durchschnittlichen Marktanteil von 12,3% bei 1,053 Mio. Zuschauern. Bei den 14- bis 49-Jährigen lag die Quote bei 15,0%. Den höchsten Marktanteil hatte die Bergetappe von Gap nach Alpe d’Huez mit 16,7% im Schnitt, 19,4% in der Spitze und 1,423 Mio. Zuschauern. Der Abschluss in Paris hatte 2,484 Mio. Einschalter (14,6%).
Die Vermarktungstochter von ProSiebenSat.1 setzt HbbTV-Anwendungen ein, um bildschirmfüllende Werbung in linearen Kanälen auf ConnectedTV-Geräten außerhalb der Werbepausen zu platzieren.
FIFA-WM
Mit durchschnittlich 351.000 Zuschauern und einem Spitzentraffic von 25,5 Terabits (WM 2022: 930 Gigabits) überholte die Fußball-WM den Streaming-Rekord des 2026er Eurovision-Contests. Streamingbetreiber ist Big Blue Marble (Ex-ORS), ein 60/40-Venture von ORF und Raiffeisen.
Die Videoplattform meldet 1,7 Mrd. Unique Viewers für Content mit Bezug zur Fußball-WM. Davon nutzten 550 Mio. ConnectedTV-Geräte. Der offizielle Fifa-Kanal wuchs während der WM um 7,5 Mio. auf 34 Mio. Abos.
Streaming
Der erst im Februar gestartete eigene kuratierte Linear-Kanal wird am 31. Juli abgeschaltet. Der Kanal sollte zusätzliche Kunden erreichen, so das Ziel des Deutschland-Chefs Christoph Schneider, der Prime inzwischen verlassen hat.
Nach dem Verzicht auf Dolby Vision hat der Streamer laut Meldungen eine weitere Änderung der Bildqualität vorgenommen: Die Labels für 4K Ultra HD und HDR wurden entfernt. Filme werden nur in Full HD 1080p gestreamt. Möglicher Hintergrund ist ein Patentstreit in Deutschland.
Eine neue Plattform für souveränes OTT richtet sich an Sender, Mediengruppen und Sportrechte-Besitzer. Kombiniert werden die Cloud-Infrastruktur von Scaleway, Videotechnologien von Ateme und Systemintegration und Managed Services von Qvest.
Filme, Festivals, Kino, Förderungen
22 deutsche Filme nehmen am Venedig-Festival (2. bis 12.9.) teil. Im 83. Wettbewerb steht »DAU« von Ilya Khrzhanovskiy, einer der drei vom Medienboard Berlin-Brandenburg geförderten Teilnehmer-Filme. Auch Werner Herzog konkurriert mit der irisch-amerikanischen Kopro »Bucking Fastard« um den Goldenen Löwen.
Das französische PayTV will ab 2028 über fünf Jahre 980 Mio. € in französische und europäische Produktionen investieren. Das wurde mit drei Branchenverbänden Frankreichs vereinbart.
Künstliche Intelligenz
Mehr als 50 Firmen haben sich der von Nvidia initiierten Open Secure AI Alliance angeschlossen. Sie wollen Open Source KI-Modelle zur Cyberabwehr entwickeln. Dabei sind u.a. Adobe, Cisco, IBM, Microsoft, SAP, Siemens und SpaceX. Nicht dabei sind die KI-Größen.
1.171 Mitarbeiter führender KI-Firmen, darunter von OpenAI und Anthropic sowie von Google und Meta, wollen eine Bremse für die KI-Entwicklung. Sie fordern die US-Regierung auf, sich an solchen Maßnahmen zu beteiligen. Schon jetzt schreibe KI Software für KI, wenn auch noch unter menschlicher Aufsicht.
Nach dem Hackerangriff der außer Kontrolle geratenen OpenAI-KI erwartet BSI-Chefin Claudia Plattner mehr KI-Attacken. Investitionen in Cybersicherheit müssten der Technologie Grenzen setzen.
Die Google-Mutter will bis Jahresende etwa 200 Mrd. $ für KI-Infrastruktur ausgeben. Vom Q2-Quartalsgewinn von 112,1 Mrd. $ waren rund 99 Mrd. $ Buchgewinn durch Aufwertungen von Beteiligungen u.a. an SpaceX und Anthropic.
Ein neuer Bericht der EU-Medienforschung beschäftigt sich mit dem Thema »Urheberrecht und KI-Training«. Derzeit könnten europäische Vorschriften zum Text- und Datamining KI-Trainings gestatten.
Radio, Audio
Zum Monatsende und im Insolvenzverfahren stehend stellt mit Radio Mittelweser ein weiteres NRW-Lokalradio den Sendebetrieb über DAB+ und UKW ein. Die Betreiber kündigen ein Online-Angebot an.
Laut einer Studie der Uni Gent fällt die UKW-Nutzung in Belgien bis 2028 unter 20%. Dann werde die analoge Verbreitung 2031 beendet. Belgien will die Ausstattung von Neuwagen mit Radios beim Digital Networks Act der EU erreichen. »Das Auto darf nicht zu einer geschlossenen Streaming-Plattform werden«, so die Medienminister der drei Sprachregionen.
Medienrecht, Urteile
Der Suchmaschinenkonzern will gegen eine Strafe von 890 Mio. € klagen, die die EU-Kommission wegen Benachteiligung anderer Firmen auf Google Play und beim Suchen verhängte. Präsident Trump drohte mit »einem erheblichen Zoll« wegen des »Beraubens« von US-Firmen.
Die Medienanstalt Baden-Württemberg straft eine Influencerin wegen wiederholter Verstöße gegen die Werbekennzeichnung mit 36.000 € plus Gebühren ab. Für die 750.000 Follower seien werbliche Inhalte »nicht auf den ersten Blick und zweifelsfrei erkennbar« gewesen.
Internationales
Das Justizministerium zog die Vorladungen gegen Journalisten der »New York Times« wegen Berichten über Sicherheitsprobleme des neuen Präsidenten-Jets zurück. Die Regierung räume ein, dass die Vorladungen gegen das Gesetz verstoßen, kommentierte der Anwalt des Blattes.
Die RTL-Mutter CLT-UFA will die drei 1954 bzw. 1959 errichteten 250 Meter hohen, nun funktionslosen, Kurzwellenmasten am Standort Junglinster im Herbst sprengen. Dort sollen Wohnungen entstehen. Eine Rückbaugenehmigung der Gemeinde liegt auch für den Standort Beidweiler vor.
Zwei Betreiber des mit 1,6 Mrd. Besuchen weltweit größten Sport-Piraten StreamEast wurden in Kairo zu je zwei Jahren Haft verurteilt und 120 Domains geschlossen. Dazu kommen Geldstrafen von umgerechnet 100.000 € und Schadensersatz und Verfahrenskosten.
Personalia
Ab 1. September führt der bisherige Finanzchef Philipp Pohlmann als CEO die 51% Telekom-Holding und deren Tochter Deutsche Funkturm. Vorgänger Bruno Jacobfeuerborn wird Senior Advisor. Als Interims-CFO fungiert Controller Björn Klose.

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