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VTFF-Herbstbarometer 2026

Jährlich befragt der Verband seine Mitglieder zur aktuellen wirtschaftlichen Situation und den Herausforderungen des kommenden Jahres.
Trotz teilweise positiver Geschäftsentwicklung bleibt die Stimmung in der Branche angespannt. Die Umsatzerwartungen für 2027 trüben sich ein. Kostendruck, Auftragsflaute und mangelnde Planungssicherheit belasten die Unternehmen.
Dabei zeigt das aktuelle Herbstbarometer des Verbandes Technischer Betriebe für Film und Fernsehen (VTFF) ein differenziertes Bild: Während 77,1 Prozent die wirtschaftliche Lage der gesamten Branche als schlecht oder sehr schlecht beurteilen, bewerten 37,5 Prozent ihre eigene Geschäftslage als gut oder sehr gut. Auch für das laufende Jahr rechnen knapp 40 Prozent mit steigenden Umsätzen. Der Ausblick auf 2027 fällt jedoch deutlich verhaltener aus: Nur noch jedes vierte Unternehmen erwartet Umsatzwachstum, während 75 Prozent von stagnierenden oder sinkenden Umsätzen ausgehen.
Kostendruck und rückläufige Aufträge bleiben größte Herausforderungen
Die größten Probleme bleiben weitgehend unverändert: 89,6 Prozent der Befragten nennen den hohen Kostendruck seitens der Auftraggebenden als Herausforderung (2025: 91,4 %). 81,3 Prozent rechnen mit rückläufigen Auftragseingängen aufgrund weniger Produktionen (2025: 81 %). Auch die Sorge vor Produktionsverlagerungen ins Ausland bleibt mit 58,3 Prozent auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr (58,6 %). Während ein Teil der Unternehmen die aktuelle wirtschaftliche Lage noch positiv beurteilt, nimmt der Pessimismus mit Blick auf das kommende Jahr zu. Für 2027 erwarten 41,7 Prozent sinkende Umsatzrenditen, weitere 45,8 Prozent rechnen mit einer Stagnation. Lediglich 12,5 Prozent gehen von einer Verbesserung aus.
Filmförderung: 60 Prozent befürchten dauerhaften Schaden für den Produktionsstandort
Besonders kritisch bewertet die Branche die mangelnde Verlässlichkeit der Filmförderung. Nachdem die Bundesregierung die Förderung im laufenden Jahr auf 250 Millionen Euro verdoppelt hatte, soll sie 2027 wieder auf 200 Millionen Euro sinken – obwohl die Fördermittel für 2026 bereits im August ausgeschöpft waren.
60,4 Prozent der befragten Unternehmen befürchten, dass diese Stop-and-Go-Politik den deutschen Produktionsstandort dauerhaft schädigt und insbesondere ortsgebundene Dienstleister in Schwierigkeiten bringt. Fast die Hälfte (47,9 %) rechnet damit, dass Produktionen aufgrund der Unsicherheit vermehrt ins Ausland abwandern oder ganz abgesagt werden. Lediglich 10,4 Prozent erwarten keine Auswirkungen auf die Auftragslage. Bereits im vergangenen Herbstbarometer hatte die Branche klare Erwartungen an die Bundesregierung formuliert: 79,3 Prozent forderten Maßnahmen zur Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und 72,4 Prozent eine stärkere Berücksichtigung der Dienstleisterinteressen bei der Filmförderung. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass die Sorge um die Zukunft des Produktionsstandorts weiterhin groß ist.
Steigende Personalkosten und unsichere Auftragslage belasten Unternehmen
Zusätzlichen Druck erzeugen die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen. 70,8 Prozent der befragten Unternehmen nennen steigende Lohn- und Lohnnebenkosten als eine der größten Herausforderungen. 60,4 Prozent sehen die Unsicherheit bei der langfristigen Personalplanung angesichts schwankender Auftragslagen als Problem. Hinzu kommen der hohe administrative Aufwand durch arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Vorgaben (37,5 %) sowie fehlende Rechtssicherheit beim Einsatz selbständiger Mitarbeitender (35,4 %).
Auch die politische Diskussion um die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sorgt für Verunsicherung. Fast zwei Drittel der Befragten (64,6 %) befürchten, dass ein deutlicher Abbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks das Produktionsvolumen und damit die Aufträge für technische Dienstleister spürbar reduzieren würde.
VTFF fordert Verlässlichkeit und weitere Reformschritte
»Dass sich viele unserer Mitgliedsunternehmen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen wirtschaftlich behaupten können, ist zunächst ein positives Signal. Es darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Perspektiven für die gesamte Branche kritisch bleiben. Wenn fast 94 Prozent mit einer Konsolidierung rechnen und die Umsatzerwartungen für 2027 deutlich zurückgehen, ist das ein Warnsignal. Wir brauchen eine verlässliche Filmförderung und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, damit technisch-kreative Kapazitäten am Produktionsstandort Deutschland langfristig erhalten bleiben«, erklärt VTFF-Geschäftsführer Achim Rohnke.
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